Rezension

Kasins „Post Mortem – Zeit der Asche“

Post Mortem II

 

Erscheinungsdatum: 27.04.2016
AutorIn: Mark Roderick
Verlag : FISCHER Taschenbuch
ISBN: 978-3596031436
Flexibler Einband: 528 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 12,00 €

 


3 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
16
.05.2016

Es geht weiter

Achtung kann Spoilerelemente enthalten.

Band 2 um dem Profikiller Avram Kyper und die Interpolagentin Emilia Ness hat mich doch etwas enttäuscht.

„Post Mortem- Zeit der Asche„, erschienen bei Fischer Taschenbuch, ist wie der Vorgängerband „Post Mortem-Tränen aus Blut“ mit einem Cover ausgestattet das mir sehr gut gefiel. Es fällt nicht nur ins Auge, es fasst sich auch gut an. Rau und samtig zugleich. Bei der Story selbst hat es mich allerdings nicht mehr gepackt.

Aber erst einmal zur Story : Belial, der grausame Folterer und Mörder ist tot, doch irgendjemand  führt sein Werk fort. Davon ist Avram und auch Emilia überzeugt. Ein geheimes Netzwerk ist weiterhin tätig. Während Avram seinen Job als Killer weiter nachgeht und versucht die Vergangenheit um seinen toten Bruder und Sohn zu verarbeiten erhält Emilia einen anonymen Tip. Ein Toter in einem angelegenen Haus, grausam verstümmelt, lässt ihr keine Ruhe. Wer führt Belials Werk fort? Gemeinsam geht dieses ungewöhnliche Duo wieder auf die Jagd und entdeckt dabei Zusammenhänge die Gefahren für sie selbst und alle Beteiligten bergen.

Es war vorhersehbar, dieses Netzwerk um Belial ist groß, viele Mitläufer, Mittäter und einer der darüber steht und alles koordiniert. Bereits im ersten Band hatte man als Leser in dieses Netzwerk des Grauens geblickt.

Was mich störte waren die vielen Wiederholungen, klar, wichtig für alle die Band 1 nicht kennen aber mir kam es ständig wie ein Aufguss bekannter Dinge vor. Rückblicke, die immer wieder an Band 1 erinnerten. Auch die Protagonisten kamen mir bei weiten nicht mehr so gut in ihren Emotionen dargestellt rüber.

Avram und seine Wut und Verzweiflung fehlte mir. Avram, der Killer mit Niveau, wenn man es so sagen kann, scheint mir ja fast schon in die Jahre gekommen. Er lässt nach und begeht Fehler die ich so von einem Profi nie erwarten würde. Seine Aura die mich im ersten Band beigeisterte und fesselte habe ich hier so vermisst.

Emilia dagegen kommt deutlich besser rüber. Ihre ‚Aussetzer‘ im ersten Band sind hier vorbei. Ihr Privatleben ist zwar auch deutliches Thema im Buch aber bei weitem nicht mehr so nervig.

Wen ich richtig gut gezeichnet fand war dieser Thallinger. Ein durch und durch böser Mann. Der sein Imperium und seinen Erfolg vorantreibt, kostet es was es wolle. Skrupellos und grausam.

Das der Autor ein Auge für Details hat wusste ich ja, aber hier er sie irgendwie sausen lassen. Richtig vermisst habe ich die eingängigen, spannenden und unheilvollen Beschreibungen von Orten und Begebenheiten. Positiv bleibt weiterhin das der Autor Mark Roderick bei seinen Beschreibungen der Gräueltaten auf extreme Darstellungen verzichtet. Er schreibt deutlich aber verzichtet auf ausufernde Details. Hier ist die Leserschaft und deren Kopfkino am Zug.

Es liest sich gut und schnell, die Zusammenhänge sind gut erkennbar und auch die wechselnden Kapitel zwischen Avram und Emilia und dazwischen Thallinger haben mich unterhalten, aber bei weitem nicht so sehr wie bei Band 1. Mir fehlte dieses Gänsehautfeeling.

Der Leseprobe im Anschluss an das Buch lässt erahnen dass es noch einen dritten Band geben wird. Natürlich werde ich auch den lesen, wenn es soweit ist. Schließlich bin ich doch ein bekennender Avram-Fan und bin gespannt wie es weitergeht.

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