„Kanakenblues“

 

 

Kanakenblues GrayErscheinungsdatum: 16.02.2015
AutorIn: David Gray
Verlag : Pendragon
ISBN: 978-3865324542
Taschenbuch: 376 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 12,99 €



5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
03.04.2015

„Ein korruptes System und ein Mann der dieses nicht hin nimmt“

David Grays ‚Kanakenblues‘, erschienen bei Pendragon, handelt von einer grausamen Tat und den daraus folgenden Konsequenzen – wenn ein Vater nicht gehört wird!
„Er war ein 43 Jahre alter Kanake mit einem langen, dunklen Mantel – aber mit einem leisen Lächeln in den dunklen traurigen Augen“, dieses Zitat aus dem Buch beschreibt treffend die Namensgebung dieses Buches und eine nächtliche Reise mit dem Ziel nach Rache und Vergeltung.

Aber erst einmal kurz zur Story: 

Der Sohn des Polizeipräsidenten Stiller wird ermordet. Den Mörder finden und ausschalten soll Kommissar Lewis Boyle. Dieser kommt schnell darauf das deutlich mehr dahinter steckt und begibt sich auf die Suche nach Hintergründen, möglichen weiteren Opfern und dem Täter.
Eine blutige aber auch von Korruption und Intrigen begleitete Nacht liegt vor ihm. 

Lewis Boyle ist einer der untypischen Kommissare. Durch seinen afroamerikanischen Hintergrund stehen ihm nicht alle Türen offen und dennoch setzt er sich durch. Er ist selber nicht ganz astrein, seine Weste eher grau als weiß und doch hat er Charisma und einen Charakter den ich als selbstbewußt, stark, gerecht und intelligent beschreiben würde.
„Ich bin echt“ sagt er in diesem Buch und das passt! 

Younas Aris, der sich selbst als Kanake bezeichnet, hat mir jedoch noch viel besser gefallen. Ein Mann der scheinbar gewissenlos tötet, aber trotzdem Moral und Ehre zeigt.
Durch seine Taten führt er Boyle auf Spuren in den eigenen Reihen und deckt damit Verbrechen auf, die mit Aris Taten gar nicht in Zusammenhang stehen.

Mir hat der Schreibstil von Autor David Gray sehr gut gefallen.
Die einzelnen personenbezogenen Abschnitte liesen sich gut lesen und obwohl ich sowohl dem Kommissar als auch dem Mörder folgte kamen viele Dinge immer wieder überraschend.

Die Protagonisten sind toll gezeichnet. Wenn man für einen Mörder Sympathie empfindet und selbst Verbrechen akzeptiert, denen man sonst negativ gegenüber stände, hat der Autor seine Arbeit mehr als gut gemacht.

Mehr als nur eine Milieustudie, weshalb ich das Buch gerne weiterempfehle und deshalb 5 von 5 Sternen gebe.

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