Jetzt gibt’s was auf die Ohren!

Erinnert Ihr Euch noch an die alten Hörspiele? Angefangen mit den Langspielplatten? Hui Buh – das Schloßgespenst, mit der Stimme von Hans Clarin, fällt uns da sofort wieder ein. Sie wurden wortwörtlich rund gehört. Es folgte schnell die Kassette, schwupps in den Recorder hinein und los ging es. Geschichten für Mädchen und Jungs, über Pferde, Gespenster, Piraten und Feen. Hanni & Nanni, Bibi Blocksberg, die Drei ???, TKKG und und und.

Als die ersten kleinen, kompakten und tragbare Abspielgeräte auf den Markt kamen – auch Walkman genannt – waren von Euch wahrscheinlich so einige noch gar nicht auf der Welt, immerhin war das schon im Jahre 1978 und für Kerstin zum Beispiel eine Bereicherung. Allerdings gab es auch ein paar Probleme. Ständig haderte man mit der Technik, Bandsalat oder Battereien deren Lebensdauer begrenzt war, führten zu leiernden und gaaaaaanz laaaaangsaaaaamen Eeeerzäääääähhlunnnnngeeeeen. Ja, das war halt so, bis die CDs die MCs ablösten und damit für eine deutlich bessere Qualität sorgten.

Mittlerweile gibt es so viele Hörspiele auf dem Markt und die Möglichkeiten des Abspielens sind gleichermaßen vielfältig. Angefangen von Einschlafliedern für die Kleinsten, über Kindergarten- und Vorschulkinder gerechten Geschichten bis hin zu Spannung und Abenteuer für die Jugendlichen.

Und was ist mit uns? Den Erwachsenen?

Nun aber zum eigentlichen Thema ~ und wie sollte es anders sein ~ den Büchern, besser gesagt, den Hörbüchern. Was ist daran anders als an den Hörspielen? Ganz einfach, während bei den Hörspielen mittels Geräuschemacher (den Beruf gibt es wirklich) die Situationen vertont wurden um damit ein authentisches ‚Feeling‘ zu erzeugen, bleibt es bei den Hörbüchern ganz still.

In den letzten Wochen sind wir beide immer mehr auf den Geschmack des Hörens gekommen. Einfach auch da sich dadurch, für Büchersüchtige wie uns, ganz neue Möglichkeiten ergeben. Die Zeiten des gelangweilten Bügelns sind vorüber. Kopfhörer auf die Ohren – Hörbuch natürlich vorher auf einem der unzähligen Portale kaufen, herunterladen und mittels Smartphone, Tablet oder PC abspielen oder die Discvarianten über ein geeignetes Abspielgerät hören – und ruck zuck vergeht die Zeit im Fluge und man wird dabei hervorragend unterhalten.

Allerdings – die Stimme zählt!

Einzig dem Vorleser / der Vorleserin muss es gelingen, dem Hörer die Geschichte eines Buches nahe und näher zu bringen. Alles steht und fällt damit. Mal abgesehen von der Geschichte an sich. Was da ins Ohr hinein dringt, muss das Denkzentrum erreichen. Nicht im Sinne der Lautstärke sondern dadurch dass es angenehm ist, es gefällt und unterhält. Eine piepsige Stimme wird bei einem Thriller wohl nicht für die notwendige Ernsthaftigkeit sorgen. Und eine sonore männliche Tonlage sorgt als Erzähler einer Elfengeschichte eher für Gelächter als für fantasievolles Abtauchen.

Für einen eingeschworenen Hörer wird, im Laufe der Zeit, der Sprecher enorm wichtig und man fängt sogar gezielt an nach Büchern zu suchen, die genau diese Stimme haben. Einige der bekanntesten sind Ulrich Nöthen, Christian Rhode oder David Nathan. Seltenst kennt man die Gesichter dahinter aber die Stimmen erkennt man sofort wieder.

Viele der aktuellen (und auch älteren) Bücher, bunt gemixt aus allen Genre, gibt es bereits als Hörbuch oder Audiodateien. Der Trend geht wohl eher aufwärts und wird neben den E-Books auch zurecht von der Leserschaft gefordert.  Es ist unkompliziert von der Handhabung und seien wir ganz ehrlich, so ein bisschen führt es doch in die eigene Kindheit zurück. Wer hat es nicht geliebt, bequem im Bett liegen und sich vorlesen lassen bis man einschläft?

Der eine liest auf dem Klo – der andere hört im Garten!

Während dem Lesen ist es fast Unmöglich etwas anders zu machen. Das Essen brennt an, der Kaffee wird kalt, die Zeit rennt dahin. Beim Hören ist das anders, denn man hat beide Hände frei und muss den Kopf nicht in ein Buch stecken. Unkraut im Garten? Das lässt sich doppelt so schnell entfernen mit dem passenden Buch auf den Ohren. Da ist man so im Element dass die kompletten Fugen noch von Moos entfernt werden. Und was gibt es schöneres als eine richtig gruselige Horrorstory zu hören während man gerade mit dem Hund am Waldrand seine Runde dreht – vorzugsweise in der Dämmerung – hehehe. 

 Das Gehörte in Worte fassen

Wie ist das eigentlich mit den Rezensionen? Da ändert sich doch nicht viel…oder? Man bewertet und bespricht die Geschichte, den Plot, das Setting. Die Sprecher bekommen einen Platz in der Rezension und deren Stimme in unserem Kopf. Aber dann sind da noch die Zitate, wichtige Passagen, die man sich nun normalerweise mittels Marker im Buch ‚merken‘ würde… und nun? Beim Print sitzt oder liegt man, konzentriert sich nur auf die Seiten vor einem, hat Post-its oder ähnliches griffbereit. Was aber machen die Hörbuch-HörerInnen? Wenn man eben nicht gerade gemütlich auf dem Sofa sitzt sondern gerade eine Runde am Joggen ist und der MP3-Player keine Notizfunktion hat? Wenn die Hände vom Unkraut jäten so schmutzig sind dass man nicht auf dem Gerät herumtippen möchte?

Kerstin hat Stift und Zettel meist parat – zurückspulen, Wörter aufschreiben, wieder zurückspulen, nochmal hören – so lange bis es passt. Eine Möglichkeit. Und Janna? Sie verzweifelt schirr bei ihren Rezensionen zu Hörbüchern, denn grundlegend ist da kein Stift parat und da müssen die Rezensionen zeitnah geschrieben, das Internet nach passenden Zitaten durchforstet werden – nicht immer ganz einfach die Buchbesprechungen bei diesem Medium.

Dadurch sind die Rezensionen aber auch ein bisschen anders, als die zu den Prints. 

Booknerd bleibt Booknerd

Wer einmal den Büchern verfallen ist, bleibt es mit Sicherheit auch, egal ob Print, E-Book oder eben Hörbuch. Heißt es dann eigentlich „Was hörst du oder was liest du?“ 😉 Einiges ändert sich aber vieles bleibt.

Frohes Lesen oder Hören – ganz wie es beliebt.

Kerstin & Janna

Und Ihr? Lesen oder hören? Gibt es SprecherInnen die Euch besonders gut gefallen? Oder solche die Euch gar nicht erreichten? Wie handhabt Ihr das mit den Rezensionen zu diesem Medium?

8 Kommentare

  1. Hi ihr beiden.

    Ich mag Hörbücher total gerne, habe aber festgestellt, dass diese Vorliebe so wellenartig kommt. Lange Zeit lese und lese ich und dann ist da plötzlich wieder eine Hörbuchphase. Da ich die meistens abends zum Einschlafen anschalte (und dann auch wirklich einschlafe), geht am nächsten Tag erstmal die große Suche los… welches Kapitel hat das Bewusstsein noch wahrgenommen, bis wohin muss man „zurückspulen“? 🙂
    Es gibt aber Sprecher, mit denen werde ich einfach nicht warm, da ist das Buch die bessere Wahl.
    Hörbuch-Highlights der letzten Zeit waren „Die Gerechte“ von Peter Swanson, Nora Tschirner mochte ich als „Mördermädchen“ (auch wenn mich das Buch selbst nicht umgehauen hat), Dietmar Bär hat die Millennium-Trilogie toll gelesen, das Hörspiel „Die Wendeltreppe“ war klasse gemacht und der ganz große Meister ist für mich ja nach wie vor Rufus Beck als Harry-Potter-Man…
    Ihr hört Hörbücher allein im Wald? Oha! Der Doppelthrill für den Krimifan. 😉

    Ein schöner Beitrag ist das. Da ich als Kind auch mit Hui Buh und Co aufgewachsen bin, bin ich direkt hängen geblieben.

    Schönen Abend euch!
    LG
    Alex

    1. Ein Hallo zurück (=

      Ja, diese Phasen kenne ich ebenfalls – plötzlich hört und hört man und die Bücher bleiben liegen. Ich liebe es auch zum einschlafen vorgelesen zu bekommen, muss es aber irgendwie in den Tagesablauf integrieren (Hausputz, Sport, etc.) da mein Freund und ich nicht unbedingt den gleichen Buchgeschmack haben.

      Ooohhh, wusste gar nicht das Nora Tschirner Hörbücher liest – muss mir gleich mal „Mördermädchen“ auf die WuLi packen und „Die Gerechte“ hatte ich gelesen – war ganz gut (4 Sterne), hatte mir aber doch etwas mehr versprochen – wäre als Hörbuch bestimmt besser gewesen. Bislang habe ich nur gute Erfahrungen mit den Sprecher/innen gemacht und diese können ein Buch wirklich aufwerten! „Der Ursprung des Bösen“ hätte ich als Print ggf. sogar abgebrochen.

      Kerstin hört im Wald 😉 Hätte ich einen Hund würde ich es wohl aber auch tun (wundert mich eh das Kerstin gewisse Hörbücher dort hört *lach)

      Ich wünsch dir einen feinen Wochenstart!

  2. Hallo ihr Beiden,

    ich habe auch mal eine zeitlang sehr intensiv mit Hörbüchern gearbeitet. Egal ob während dem kochen, bügeln, oder handarbeiten oder auf dem Weg zur Arbeit. Allerdings ist das etwas bei mir ins stocken geraten. Ein großer Punkt ist auf jeden Fall ist ein ausschlaggebender Punkt das schreiben einer Rezension.

    Ich habe nämlich keinen Stift zur Hand wenn ich ein Hörbuch höre und dementsprechend schwerer fällt es mir eine umfangreiche und treffende Rezension zu Papier zu bringen.

    Das mit dem Sprecher/der Sprecherin finde ich auch total wichtig. Da habe ich schon so ein paar Lieblinge wie z. B. David Nathan und Andrea Sawatzki.

    Liebe Grüße
    Bella

    1. Hallo Bella,
      ich höre ja wirklich erst seit kurzer Zeit Hörbücher und das mittlerweile fast nur noch als Audiodownload. So habe ich immer ‚eins‘ dabei und diese Minikopfhörer auch. Also allseits bereit 🙂
      Liebe Grüße
      Kerstin

  3. Halli hallo ihr beiden!

    Diesen Beitrag habe ich total gerne gelesen, da Hörbücher, seit meine Große auf die Welt gekommen ist, ein ganz, ganz wichtiger Bestandteil meines Lesens ist! Ich habe so wenig Zeit für gedruckte Bücher (gehalbt) sodass ich die ganzen Neuheiten immer als HB-Download „lese“. Es ist so toll, da ich überall hören kann: Im Bad, in der Küche, vor dem Schlafengehen, beim Kinder-in-den-Schlaf-begleiten, im Auto, zu Fuß…. ich kann gar nicht aufhören aufzuzählen, wo ich überall Bücher höre! Und ich bin auch so froh, dass sich der Hörbuchmarkt immer mehr und mehr erweitert! Wenn ich an die HB vor 25 jahren denke, wie wenig Auswahl es gab und die meisten Geschichten konnte man nur gekürzt hören… Ahhhh, es war ein Graus!

    Hörbücher rezensiere ich meistens sofort, wenn noch alles frisch im Kopf ist. Hab ich keine richtige Zeit dazu, mach ich einen Entwurf mit Stichworten am PC oder aber auch auf Papier oder im Handy. Je nachdem, was gerade am besten geht. Bewerten tu ich die gehörten Bücher insoweit anders, da ich für den/die SprecherIn Punkte extra gebe oder auch abziehe. (Mir fällt in letzter Zeit auf, dass ich lieber Bücher mit männlichen Sprechern als mit weiblichen höre.) Aber auch die Qualität spielt eine große Rolle: hört mach laute Atem- oder Schluckgeräusche oder sind die Pausen zwischen den Kapiteln gut abgepasst oder auch nicht, schlägt sich das in meiner Rezi auch nieder. Mittlerweile ist es so, dass ich finde, es gibt genug Bücher, die sich viel besser als Hörbuch eignen. Das erwähne ich in meiner Rezension auch explizit. Ich sage auch, wenn ich finde, dass ich die Geschichte besser als Buch gelesen hätte, das kompliziert oder, oder. Diese Sonderbewertung finde ich wichtig, da Buch und gehörtes Buch nicht immer gleich gut sein müssen. Ich denke, Viel-Hörer werden mir zustimmen.

    Ich freue mich sehr, dass ihr wieder Hörbücher für euch endteckt habt und warte gespannt auf die nächsten Rezensionen!

    Herzliche Grüße vom monerl

    1. Hey monerl,
      wow – das nenne ich mal eine MegaKommi 🙂
      Heute habe ich das nächste Hörbuch beendet, Trümmerkind, zwischen Wäsche machen, kochen und Hunderunde.
      Aber wie du sagst geht das bei fast allem-nur im Auto kann ich mich nicht darauf konzentrieren.
      Was ich auch nicht abhaben kann sind diese Schluckgeräusche, da drehe ich durch.
      Bei den Stimmen hab ich mit beiden gute Erfahrungen gemacht, es hat aber immer sehr gut zur Geschichte gepasst.
      Die Bücher in der Ich-Form bekommen durch diese emotionalen Stimmen einfach viel mehr Aufmerksamkeit. Ich bin mir sicher das „Nackter Mann der brennt“ als Print (bei mir) nicht so intensiv angekommen wäre.
      Ganz liebe Grüße und eine schöne Lese-und Hörzeit
      Kerstin

  4. Hey 🙂

    Freut mich, dass ihr nun dem Hörbuch-Fieber verfallen seid 🙂 … Nicht umsonst gebe ich ja bei meinen Tops & Flops immer separat noch einen Titel an, der mir in dieser „Rubrik“ sehr gut gefallen hat.

    Ich nenne lustigerweise auch fast nur männliche Sprecher, wenn es um meine Lieblingssprecher geht. Hab ich schon mal gesagt, dass ich Simon Jäger mag? „Kennengelernt“ hab ich ihn als Sprecher der Katzenbach-Romane, jetzt kennt man ihn hauptsächlich für seine Fitzek-Lesungen, denke ich. Aber auch Joachim Kerzel hab ich sehr geliebt („Säulen der Erde“ hat er beispielsweise gelesen), auch wenn er jetzt nicht mehr viel macht. David Nathan mag ich, seit er bei Buffy Spike seine Stimme geliehen hat :D.

    Beim Rezensieren gebe ich meistens an, dass es sich um die Hörfassung handelt und gehe dann neben dem Inhalt auch auf das Gehörte ein (Sprecher, Sprechweise etc). Oft passiert es, dass ein Hörbuch, wenn der Sprecher eine tolle Arbeit macht, bei mir noch einen Stern zur geschriebenen Fassung dazubekommt. Aber auch das schreibe ich normalerweise dazu, wenn das passiert.

    Wenn ihr Lust habt, guckt bei mir einfach auf das Label „Hörbuch“, da findet ihr alle Hörbücher, die ich bei mir rezensiert habe ;).

    Liebe Grüße
    Ascari

    1. Hey meine Feine (=

      So schön, ja! Ich habe ja schon immer Hörbücher & -spiele gehört, dies ging nir irgendwie etwas verloren. Seit diesem Jahr halten sie aber, wie auch bei Kerstin, wieder mehr Einzug.

      SprecherInnen haben wirklich einen enormen Einfluss auf die Geschichte! Ich kann manchmal gar nicht sagen, ob mir das Buch dann ebenfalls so gefallen hätte – bei „Der Ursprung des Bösen“ bspw. hätte ich es als Buch wohl abgebrochen!

      Ich schaue gerne mal die Tage bei deinen rezensierten Hörbüchern vorbei!

      Sei lieb gegrüßt!

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