Rezension

„Janusmond“

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Erscheinungsdatum: 02.04.2015
AutorIn: Mia Winter
Verlag : Egmont Lyx
ISBN: 978-3802597909
Flexibler Einband: 350 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 14,99 €

 


4 von 5 Sternen ~ Rezensiert von crumb
30.11.2015

3 Sterne würden diesem Buch nicht gerecht werden

Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen & viele Ereignisse, Verhaltensweisen, der Einfluss eines Menschen auf viele andere mag überzogen sein – Ich denke die Autorin hat bewusst einiges überspitzt dargestellt, um darauf aufmerksam zu machen, um den Leser in die Geschichte hineinfallen zu lassen, wenn er/sie sich darauf einlässt.
Und ja, Inspektor Mirambeau: kann ein Mensch naiver sein?? Dazu noch ein Inspektor, Kommissar!? Nein!! Dies war die Rolle die mich wirklich in dem Buch gestört hat bzw. die Naivität von ihm!!

Und ja, trotz der oben genannten Punkte hat dieses Buch 4 Sterne verdient! Beginnen wir mit der Herangehensweise! Es ist ein psychologisches Buch, poetisch, vielleicht auch ein Hauch von Krimi bzw. Thriller, aber es sollte als Roman (so wie es auch auf dem Cover steht) gesehen werden! Und ich kann auch nachvollziehen, wenn Leser nicht in die Geschichte hineingelangt sind, ich habe auch etwas gebraucht. Wenn jedoch ausgeklammert wird, dass bestimmte Ereignisse überzogen sind (Mirambeu weint beim lesen von Lunes Worten, die erste Begegnung zwischen Mirambeau und Paul, Reaktionen auf Lune, o.ä.,) und auch diese zum Himmel schreiende Naivität des Inspektors überlesen wird, verbirgt sich darin ein tiefgründiger Roman.

>>Wer oft mit dem Tod spazieren geht, fürchtet seine spontanen Besuche nicht mehr.<< (S. 103)

>>Es ist alt und immer wieder neu. Es ist längst vergangen, aber immer auch heute und liegt unzählig oft in der Zukunft.<< (S. 357)
(…)
>>Und du hast keine Hoffnung, dass es einmal anders ist?<<
>>Doch, aber die Hoffnung liegt irgendwo im Nirgendwo, denn wenn ich ankomme, ist es immer auch schon da. Und so hoffe ich jedes Mal, dass es woanders nicht ist.<< (S. 358)

Obwohl sie gesucht wird, nicht gegenwärtig ist, ist Lune dennoch die Hauptprotagonistin. Selten erfährt der Leser etwas über sie durch direkte Erzählungen, vielmehr sind es Rückblenden. Besonders ihre geschriebenen Briefe an Leon zeichnen ein Bild von ihr, ein besonderes, hinterfragendes, sich suchendes Bild. Der Leser wird auf eine schon fast poetische Reise mitgenommen. Es geht um die Bedürfnisse eines Menschen, um Träume und Lebensfragen, jedoch auf keine leichte Art und Weise, sondern um die Schattenseiten eines jeden einzelnen. Um Macht die ein Mensch über einen anderen haben kann. Um überspitzte Ereignisse und Erlebnisse, welche einzeln für sich betrachtet dennoch nicht realitätsfern sind …

Es ist die einfachste Form der Machtübernahme in der Kommunikation zwischen zwei Menschen, hatte Lune ihn belehrt. Schweigen. (S. 17)

>Es gibt keinen Menschen ohne Dämonen. Die Frage ist nur, ob man zu ihnen hinabsteigt, sie kennenlernt und ihnen eine Wohngemeinschaft anbietet.< (S. 96/97)

Selten habe ich bei einer Rezension so viele Zitate genommen & so wenig selbst geschrieben, aber ich muss gestehen das eine Rezension zu diesem Buch sich nicht leicht verfassen lässt. Ich hoffe ich konnte dennoch meine Leseeindrücke vermitteln. Weder rate ich zum Kauf, noch rate ich davon ab, ein Buch das einem zusagt oder nicht … Ich habe es gelesen und möchte es nicht mehr missen! Eine poetische, tiefgründige und schwarze Reise, eine Geschichte die mich in ihren einzelnen Facetten nachdenken ließ!

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