Rezension

„Im dunklen, dunklen Wald“ von Ruth Ware [Kerstin]

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Cover: © dtv Verlag

Eine etwas andere Rezension 😉

Manche Bücher liest man, vergibt seine Sterne, stellt es ins Regal zu den anderen gelesenen Büchern und behält die Geschichte irgendwie im Hinterkopf, um irgendwann sagen zu können, ja, dass habe ich mal gelesen.

Bei „Im dunklen, dunklen Wald“ war es aber ganz anders, total anders. Noch nie habe ich mich so auf ein Buch vorbereitet. Warum? Weil wir eine Lesenacht geplant hatten, mit einigen anderen Bloggern und Nichtbloggern – auf unserem Blog und bei Twitter – der #dunklelesenacht wurde ins Leben gerufen und damit fing dann auch alles an.

Als erstes habe ich es vermieden andere Rezensionen dazu zu lesen, schließlich wollte ich ja vollkommen unbedarft an dieses Buch gehen. Dann, als das Datum feststand, galt es zu planen – Arbeit, Familie, Abendessen, Verpflegung für die Lesezeit, geladenes Handy und Tablet, Buch, Block, Stift, Notizzettel, Leseplatz – alles bereit – es konnte losgehen. Startschuss 17 Uhr am 04.11.2016. 

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Bereits Tage zuvor war ich total aufgeregt und fieberte dem einen Tag entgegen. Bei jeder der täglichen Hunderunden, die mich an den Wald führten, musste ich unweigerlich an dieses Buch denken. Deshalb wollte ich auch ein paar Waldbilder haben, also einmal durch den Wald schleichen – ok, es war eher ein trampeln – und dunkel war es auch nicht – hallo? Wer bitte geht durch einen dunklen Wald? Ich nicht, nein, niemals nie!

Ja und dann wurde gelesen, Kapitel für Kapitel. Eindrücke geteilt, Updates gemacht und sich bloß von nichts und niemanden stören lassen. Bis 00:45 Uhr habe ich mithalten können – von den insgesamt 381 Seiten hatte ich nur um die 200 geschafft aber es ging nicht mehr, der Schlaf hat mich aus dem dunklen Wald ins warme Bett gerissen. Fertig gelesen habe ich es dann am nächsten Tag.

Dies ist definitv ein Buch an das ich sehr lange denken werde, wegen der Geschichte darinnen und wegen unserer Lesenacht.

Jetzt aber zu meiner Rezension, dem Buch und seiner Geschichte:
Leonora Shaw bekommt eine Einladung zu einer Junggesellinnen-Abschiedsparty. 10 Jahre hat sie ihre damalige Freundin nicht mehr gesehen und mit recht gemischten Gefühlen macht sich Nora auf den Weg zu dieser Party. Der Ort der dafür gewählt wurde ist außergewöhnlich, ein Glashaus mitten im Wald und einsam gelegen. Doch dort scheint etwas geschehen zu sein, denn Nora erwacht im Krankenhaus, ohne Erinnerung und nur langsam formt sich ein Bild, was geschehen ist – dort – im dunklen, dunklen Wald.

Diese Geschichte erzählt Nora selbst, man folgt ihr durchs Leben, dem Jetzt – beginnend mit der Einladung zur Party und was sich dort so alles abspielt und der Vergangenheit – ihre Kindheit, ihre Jugend und erfährt immer mehr.

Die Kapitel sind angenehm in der Länge und wechseln in den Perspektiven ab. Hinzu kommen immer wieder Noras Erlebnisse im Krankenhaus und ihr Versuch sich zu erinnern.

Was mir am besten gefiel waren die Entwicklungen der ‚Gäste‘, insgesamt nur 6 Personen die im Laufe der Zeit in diesem Glashaus eine Art Lagerkoller entwickeln. Kleine Sticheleien führen zu einem Unwohlsein und prägen die Stimmung. Das Glashaus trägt seinen Teil dazu bei – denn auch hier verursachten die Schilderungen bei mir ein Gänsehautfeeling.

Dieser Thriller ist kein Schocker. Er überzeugte mich nicht durch Gewalt oder grausame Taten. Hier war es eher der psychologische Faktor – wie durch Manipulation einzelne der Protagonisten agierten und wie die Vergangenheit prägte und letztendlich zu dieser so furchtbaren Geschichte führte.

Unterschwellige Spannung und diese Erinnerungsfetzen machten mir dieses Buch sehr lesenswert. Protagonisten die ich nicht einschätzen konnte – sind sie nun gut oder böse? Wer steckt hinter alldem? Noras Leben und das ihrer ‚Begleiter‘ in diesem Glashaus wurde zu einem psychologischem Spiel um Schuld und Rache, toll gemacht. Nur auf ein paar Längen hätte ich verzichten können, dadurch wurde doch die Spannung hier und da genommen.

Einen ganz lieben herzlichen Dank an crumb, die mir dieses Leseexemplar geschenkt hat 🙂 

Wer unsere dunkle, dunkle Lesenacht nachlesen möchte – hier auf unserem Blog oder unter dem #dunklelesenacht bei Twitter.

1 Buch – 2 Meinungen | Jannas Rezension zu dem Buch

★☆

Buchdetails
Titel: Im dunklen, dunklen Wald
Erscheinungsdatum: 23.09.2016
AutorIn: Ruth Ware
Verlag: dtv Verlag
384 Seiten
          Kosten 
Paperback: 15,90 €
E-Book: 12,99 €
ISBN: 978-3-423-26123-4 

7 Gedanken zu „„Im dunklen, dunklen Wald“ von Ruth Ware [Kerstin]

  1. Liebe Kasin,

    du hast eine sehr schöne Rezension geschrieben. Auch ich habe im Vorfeld keine einzige Rezension gelesen, um mich ganz allein auf mein Empfinden einzulassen. Also mach ich mich langsam auf den Weg, um all die zahlreichen Rezensionen zu lesen.

    Ich habe mich total über unsere #dunklelesenacht gefreut. Es war wirklich toll mit allen Mitlesern, sodass ich sie sicher nie vergessen werde.

    Liebe Grüße

    Nisnis

    1. Hallo liebe Nisnis, es war wirklich richtig toll und diese Aktion wird bei mir auch hängen bleiben. So herrlich wie wir zusammen gelesen haben obwohl alle an total unterschiedlichen Orten waren – klasse 🙂

  2. Wow, ihr wart echt schnell beim Rezi erstellen! Ich hab das restliche Wochenende nicht mal Zeit gehabt, mir Gedanken zu machen, was ich dazu schreiben möchte *seufz*. Witzig außerdem, dass ihr beide das Buch so unterschiedlich empfunden habt :D.

    Liebe Grüße
    Ascari

  3. Hey!
    Eine schöne Rezension hast du geschrieben. ich war nicht ganz so angetan von dem Buch, da ich finde, dass die Längen doch zum Teil sehr lang waren und einige Protagonisten nicht notwendig für die Geschichte (Melanie). Alles in allem ein eher durchschnittlicher Thriller, der von der Spannung her eher in Richtung Krimi geht, würde ich sagen.
    LG
    Yvonne

    1. Gerade bei Melanie hab ich echt viel gerätselt, ist sie jetzt wichtig oder wirklich so unscheinbar, dadurch hatte mich die Autorin überzeugt. Da man echt keinem der Protas trauen konnte. Ich habe ja stellenweise Nora selbst verdächtigt 😉
      Liebe Grüße
      Kasin

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