„Gwendys Wunschkasten“ | Stephen King & Richard Chizmar

Vom Wünschen und Wollen

Inhalt laut Verlag

Die kleine Stadt Castle Rock in Maine hat die seltsamsten Vorkommnisse und ungewöhnlichsten Besucher erlebt. Warum sollte es der 12-jährigen Gwendy anders ergehen? Eines Tages tritt ein schwarz gekleideter Unbekannter an sie heran und macht ihr ein Geschenk: einen Kasten mit lauter Schaltern und Hebeln. Wozu er dient? Gwendy probiert es aus, und ihr Leben verändert sich von Grund auf.

Eine kleine wundervolle Geschichte mit einer Message die noch ein paar Seiten mehr hätte haben dürfen!

125 Seiten lassen sich schnell lesen, so schnell wie die Jahre darin vergehen. Gwendy ist zwölf als Mr. Farris und sie sich zum ersten Mal begegnen und sie ist zweiundzwanzig als sie sich zum letzten Mal sehen.

Jede Begegnung hinterlässt in unserem Leben Spuren – ob kleine oder große – bei Gwendy ist diese erste Begegnung mit dem Mann mit Hut jedoch Lebensverändernd. Doch ist dieser Veränderung positiv oder negativ zu bewerten? Das ist die große Frage, die sich auch nach dem Lesen des Büchleins nicht klar beantworten lässt.

Ein Wunschkasten klingt (im ersten Moment) nach etwas, das wir alle vielleicht gerne hätten … aber würden wir damit umgehen können? Und ist es wirklich ein erstrebendes Ziel das alle Wünsche in Erfüllung gehen? Auch hier blieb ich als Leserin misstrauisch zurück. Definitiv verändert sich Gwendys Leben, in bestimmten Lebensbereichen positiv, andere hingegen werfen lange Schatten.

Ob es nun ein typischer King ist oder nicht, können andere besser beurteilen. Ich für meinen Teil kann sagen, das Gwendys Geschichte und die Bedeutung des Wunschkastens zwar greifbar sind, dennoch weitaus mehr Seiten verdient hätten! Es ist nun mal eine kleine Kunst auf wenigen Seiten eine einnehmende Tiefe zu schaffen, dies ist King und Chizmar nicht gänzlich gelungen, was sehr schade ist!

Der Wunschkasten hat seinen Reiz, ebenso wie seine Geheimnisse. Mr. Farris deutet seine Funktion nur an, eben diese klingen verlockend, wie gemacht für Gwendy und ihre Wünsche. Was dieser Kasten für Auswirkungen, welchen Einfluss dieser über Gwendy hinaus hat, wird von Seite zu Seite deutlicher. Doch eben diese werden nur im kleinen beschrieben und gerade die Erkenntnis hätte mehr in den Fokus rücken dürfen. Wofür steht der Wunschkasten, welche Bedeutung hat Mr. Farris und was sind die Konsequenzen der Besitzer? Viel Interpretationsfreiraum, dem ich grundlegend nicht abgeneigt bin. Wenn aber doch vieles vorgegeben wird, darf es dann auch gerne intensiver ausgeführt werden.

Und nach diesen wenigen Worten bin ich auch schon an dem Punkt angelangt nicht mehr dazu schreiben zu können. Die wenigen Seiten sind schnell gelesen und dieses kurze Leseerlebnis möchte ich Euch nicht durch zu viele Worte verderben. Abschließend kann ich nur sagen, das ich die Kurzgeschichte trotz meiner Kritik sehr gerne gelesen habe.

— Randnotiz —

Viele heben besonders die Buchgestaltung in den Vordergrund und auch ich möchte darauf nicht verzichten. Hier sind Cover und Inhalt absolut im Einklang, aber auch das Original finde ich sehr ansprechend – ich könnte mich kaum entscheiden, welches mich mehr anspricht – beide haben Wiedererkennungswert innerhalb der Geschichte und einen hohen Stellenwert darin.

Mir kam beim Lesen die Geschichte erschreckend bekannt vor und im Anschluss fiel mir auch ein, warum dies so ist. Der Mann mit Hut und der Kasten sind in ähnlicher Form – aber anderen Voraussetzungen – im Film „The Box“ von Richard Kelly und Richard Matheson (Autor der Kurzgeschichten „Button, Button„, welche als Grundlage für den Film diente) ebenfalls zu finden.

Rezension verfasst von © Janna
★★★★☆

– Andere Lesermeinungen –
Kathrineverdeen (Lex)
Nicoles Bücherwelt
La vie de Navi

             Buchdetails
Titel: Gwendys Wunschkasten
Buchreihe: Einzelband
AutorIn: Stephen King & Richard Chizmar
Übersetzt aus dem Englischen: Ulrich Blumenbach
Verlag: Heyne 
ISBN: 978-3-453-43925-2 [Hardcover]
— Rezensionsexemplar —

12 Kommentare

  1. Liebe Janna,
    auf deine Meinung zum Buch war ich wirklich gespannt. Ich habe es selbst noch nicht gelesen und werde es mir wohl zu Weihnachten wünschen. Aber deine Kritik kann ich auf jeden Fall verstehen. Ich glaube, es ist nicht ganz einfach mit einer zweiten Person zu schreiben und Kings Kurzgeschichten sind oft auch nicht ganz so gut wie seine langen. Ich glaube einfach, dass seine Geschichten Zeit und Seiten brauchen, um sich zu entwickeln, was hier bei 125 Seiten leider nicht gegeben ist. Trotzdem werde ich das Buch natürlich kaufen, da ich ein King-Fan bin.

    Danke dir für diese tolle Besprechung.

    Liebe Grüße
    Tami

    1. Huhu meine Liebe,
      danke für das Kompliment!

      Trotz meiner Kritik habe ich es gerne gelesen, aber die Geschichte hätte es einfach verdient mehr in die Tiefe zu gehen! Ich hätte noch weitere 3Seiten darüber lesen können. Als King-Fan natürlich ein ‚Muss‘ und ich bin gespant wie es dir gefallen wird!

      Hab noch einen mukkelig-feinen Abend!

  2. Hmmm…so ein dünnes Büchlein ist das?? Kostet das nicht doch um die 10€ rum?? Jetzt bin ich ganz verunsichert. Aber für’s Erste habe ich eh „Sleeping Beauties“ (und noch 100 andere Bücher) auf meinem SuB. Danke für die ehrliche und auch schöne Rezension.
    Liebe Grüße aus Wien (und Kopf hoch Schnuggschnugg)

    1. Hach du :-*

      Ich war ja Fuchs und hatte es beim Bloggerportal angefragt – ist schon nicht wenig für die Seitenzahl, da hast du wohl recht. Uuhh „Sleeping Beauties“ hatte ich letztens in der Buchhandlung in der Hand, optisch ja schon ein *HabenWill*, aber ist ja auch gleich Handgelenkstraining, hihi

      Hab noch einen feinen Abend du Liebe!

  3. Hey Janna,

    ähnlich erging es mir auch. Man kann hier durchaus Kritikpunkte finden, aber ich habe die Geschichte einfach richtig gerne gehört – ich hatte ja das Hörbuch und fand vor allem auch Anna Thalbach klasse.
    Eine schöne Rezension.

    LG
    Alex

    1. Huhu Alex, lieben Dank!

      Oh ja, nachdem ich gehört hatte das Anna Thalbach spricht hätte ich mir leicht in den Hintern treten können! Aber bei den Hörbüchern fehlt leider immer die Haptik / Optik bei besonderen Buchcovern …

      Mach dir noch einen feinen Abend!

  4. Hi Janna,
    das Buch steht ganz weit oben auf meiner Wunschliste.
    Ich bin sehr gespannt darauf, nach deiner Rezi sogar noch mehr denn ich finde, du hast die Geschichte sehr gut beschrieben, ohne dass ich das Gefühl bekam, Du hättest zuviel verraten.
    Danke fürs vorstellen!
    Liebe Grüße
    Ela

    1. Huhu Ela,
      das freut mich natürlich sehr!! Ich habe ja grundlegend Angst ausversehen zu viel über ein Buch zu schreiben und bei solch wenigen Seiten ist die Gefahr ja dann doch wirklich hoch …

      Dann warte ich mal geduldig auf deine Eindrücke und freue mich deine Neugierde noch etas zu steigern!
      Hab noch einen mukkeligen Abend!

  5. Liebe Janna,

    ich finde beide Cover auch sehr gelungen. Aber besonders die deutsche Ausgabe finde ich unheimlich schön gestaltet mit dieser Holzoptik und den kleinen Details. Mir hat dieses kleine Buch sehr gut gefallen. Wo ich dir zustimme: Diese Geschichte hat durchaus das Potential für einen richtigen und ausführlichen Roman, wo alles nochmal näher erläutert wird. 🙂
    Danke für deine tolle Rezenion und auch fürs verlinken!

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Huhu Nicole, danke und immer gerne (=
      Bin auch ganz vernarrt in beide Cover und hätte noch gern 200 weitere Seiten gelesen!

      Mach dir noch einen gemütlichen Abend!

  6. Hallo Janna,

    die Cover sehen wirklich beide toll aus. Hat die englische auch Prägungen wie die deutsche?

    Mir hat das Buch (auch) gut gefallen, hätte aber wie Du sagst ruhig mehr erläutert werden können. Ich hab lange gedacht, warum Gwendy denn nicht die anderen Knöpfe drückt 😉 Die Message fand ich allerdings sehr aktuell und richtig gut!

    Viele Grüße,

    Jemima #skn17

    1. Oh jaaa, finde auch beide Cover sehr gelungen! Wie die Haptik vom Original-Cover ist, kann ich dir leider nicht sagen … aber ich muss gestehen, bin echt geneigt nur aufgrund des Covers auch das Original zu kaufen (erzähl das bloß nicht meinem Freund).

      Du bist mir eine, wolltest den Untergang ja? 😀

      Hab einen feinen Abend!

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