Gewaltverherrlichung – Oder: die Buchwelt schockt uns!

Durch „Trinity“ [Audrey Carlan] wurden wir auf die Idee gebracht, durch den Hype um „Paper Princess“ [Erin Watt] wurde diese kleine Idee zu einem Entschluss! Auf dem Blog ‚Bücher verschlingen‚ BEFAND sich schon ein feiner Beitrag zu dieser ganzen Thematik, auf welche wir gleich intensiver eingehen werden und wir finden:

Von dieser Meinung muss es mehr geben!

Index = Überzogen? Vielleicht … vielleicht aber auch nicht.
Lest den Beitrag und entscheidet selbst.

Zuvor jedoch möchten wir darauf hinweisen, das noch einen kleineren Beitrag von uns als Anregung zu dem Verlauf der Auseinandersetzung mit der folgenden Thematik verfasst wurde: Kulturgut

Auch auf die Gefahr, Follower hier direkt auf dem Blog oder in den sozialen Netzwerken zu verlieren, darunter vielleicht auch den ein oder anderen Verlag – dies ist uns mal gepflegt egal! Diesen Hype können wir nicht unargumentiert stehen lassen: Nicht als Mutter, nicht als Frau, nicht als selbst denkender Mensch!

UNS geht es hier nicht um Bücher, die vom Genre her ganz klar gekennzeichnet sind. Wer Horror liest, weiß auf was er/sie sich einlässt. Genau wie bei Krimi oder Thriller. Auch sind viele autobiografische Geschichten oder Sachbücher an der Grenze des Ertragbaren – aber wir sprechen hier gezielt Jugend- und Romance-Bücher an. Diese Bücher werden verschlungen, geliebt, gehypt – liegt es am Autorennamen? Reicht es schon aus wenn ein bekannter Name etwas publiziert oder wird einfach nicht kritisch gelesen? Ist es das, was die LeserInnen wollen, sich für sich selbst ersehnen? Jeder erwachsene Mensch soll und kann lesen was er/sie möchte, aber besteht da nicht eine Art Fürsorgepflicht, gerade für die Jugendlichen? Wir haben ehrlich gesagt keine Antwort – aber eine Meinung dazu!

[Edit – 26.04.]
VIELE äußerten sich von Euch bezüglich die Erwähnung „Bücher für Jugendliche / Jugendbücher“. Es kamen die Aussagen, es handle sich bei den Büchern um „New Adult“ / „Dark Romance“ – diesem möchten wir auch gar nicht widersprechen und doch finden sich diese Bücher im Jugendbereich, werden so vermarktet das junge LeserInnen sich angesprochen fühlen und sind auch in verschiedenen Buchhandlungen im Jugendbereich zu finden. Auch Bücher die von Autoren für ab 16jährige empfohlen werden, sind dort in der Abteilung „Jugendbuch ab 13 Jahren“ zu finden. Und es ist nun mal so, auch mit 16 gilt man zu den Jugendlichen!
WIR sind auch gerne, um den Fokus auf den Inhalt zu richten, bereit zu sagen: lest einfach nicht das Wort Jugendbuch … (Und dann ist es plötzlich okay?)
LAUTSWR Aktuell[Link nicht mehr abrufbar] hat etwa jede/r siebte in Deutschland in seiner Kindheit oder Jugend einen Missbrauch erlebt. Und immer mehr Bücher erscheinen die eben solche Erlebnisse beschreiben, jedoch mit keiner weiteren Aufarbeitung einher gehen oder einem Hinweis im Vorwort darauf aufmerksam machen.
IN diesem Beitrag geht es nicht einzig um Jugendliche, es geht nicht darum ob die lesenden Person zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann – es geht um die Verharmlosung solcher Szenen. Darum ein verzehrtes Bild von Sexualität und Beziehungen zu erschaffen.
NICHT nur die hier aufgeführten Bücher sind gemeint, sondern der allgemeine Trend! Unser Beitrag würde ebenso hier und heute auf unserem Blog zu finden sein, wenn es sich ausschließlich um Romane für Erwachsene handeln würde
.

*Trigger-Warnung*

Wir gehen im folgenden Text auf Misshandlung und Missbrauch ein und werden aus bestimmten Büchern Textauszüge darstellen.
*Trigger [Auslöser] = durch bspw. dem Lesen von Texten / bestimmten Szenen, Situationen können traumatische Erlebnisse hervorgerufen werden


GEWALTVERHERRLICHUNG
ist das Wort, welches uns immer wieder dazu durch den Kopf schwirrt. Denn darum geht es in diesen gehypten Büchern: gewaltsamer Sex der toleriert wird, über den weder Mann noch Frau im weiteren Verlauf ein Wort verlieren. Nein, hier geht es nicht um „50 Shades Of Grey“ [E. L. James] bei dessen Geschichte es ganz klar um SM-Sex (Sadomaso) geht. Bei dieser Form von Sex geht es um bewusste Dominanz und Unterwerfung, der freiwilligen Hingabe und doch mit klaren Grenzen und Safe-Wörtern.

Nein, wir sprechen hier von Büchern für Jugendliche und junge Erwachsene. Menschen welche ihr Weltbild noch formen, zu diesen Büchern greifen um eine Liebesgeschichte zu lesen, ein wenig Sex zwischen den Zeilen. Doch weder kann hier von der großen Liebe, noch von Erotik gesprochen werden.

WIE wir uns hier überhaupt hinstellen können, wo wir doch das Genre gar nicht lesen? Ganz einfach: allein „Trinity“ könnte für sich einen Beitrag füllen! Und dies haben wir gelesen, von der ersten bis hin zur letzten bitteren Seite!
Wichtig:
Dank der sozialen Netzwerke wie Twitter und bspw. dem Hashtag #bbfliest bekommt man dann noch weitere Eindrücke – ob man will oder nicht. Dabei schockt es uns immer wieder, wie AutorInnen solche Bücher schreiben und LeserInnen diese zu Hauf kaufen.

Paper Princess“ ist das aktuellste Buch zu dieser Thematik und setzt mit einem völlig verzehrtem Weltbild noch eines obendrauf.

Bildquelle: Twitter – #bbfliest

Eine Jugendliche kann also ganz klar nur als Stripperin das große Geld zum Überleben verdienen? Klar, das Dealen von Drogen wäre auch eine Möglichkeit gewesen oder die Tätigkeit in einem Bordell (wobei das Wort „anschaffen“ doch eher den sogenannten ‚Straßenstrich‘ erinnert) – mehr Alternativen gibt es nun mal nicht … Der für Ella netteste Lover ihrer Mutter ist jener der sie sexuell belästigt hat. Einfach weil sie sich wehren wollte und er ihr erstmal zeigte wie man sich gelungen gegen solche Übergriffe verteidigt – klar, da wird man gute Freunde. Ist ja auch super nett, wenn ein Mann sich an der Tochter der Freundin vergehen will und ihr dann zeigt, wie man sich dagegen zur Wehr setzt. ((Und dies sind nur die kleinen Auszüge aus der Twitter-Leserunde #bbfliest. Wer mehr davon lesen will, sollte mal bei ‚der Leseratz‘ storify vorbeischauen.))
Nein, wir stürzen uns nicht auf dieses eine Buch, jedoch wollten wir darstellen um was es uns geht in diesem Beitrag. Was bietet sich besser an, als ein Buch welches in aller Munde ist und zu dem viele verschiedene Meinungen und Eindrücke existieren. Ja, es sind nur Auszüge und man könnte meinen, dies wäre alles aus einem Zusammenhang gerissen worden. Doch leider ist „Paper Princess“ nicht das einzige Buch welches zu dieser Darstellung neigt und es ist erschreckend wie Übergriffe heruntergespielt werden!

FANTASY und somit reine Fiktion!? Soweit so gut. Allerdings geht es uns um das Differenzieren der einzelnen Bücher und vor allem um die Beschreibungen.

[EDIT 27.04.] Hier hatten wir einen Auszug aus einer Leseprobe gezeigt. Aufmerksame LeserInnen dieses Beitrages ist aufgefallen dass genau dieses Buch als positives Beispiel gelten sollte. Darinnen geht es um eine Protagonistin die sich aus den Missständen befreit und die Erfahrung macht dass eben die Kombination Sex und Gewalt nicht einhergehen kann. Wir danken für die Hinweise und entschuldigen uns nochmals bei der Autorin. 

Es geht uns nicht darum, wer wann welches Buch gelesen hat ~ jeder ist für sich selbst verantwortlich. Es geht uns um die stellenweise sehr gewalttätigen Beschreibungen von Sex die einem in den verschiedensten Büchern begegnen und bei keinem der hier aufgeführten Bücher ist eine *Trigger-Warnung zu finden! Mit Fiktion haben solche Szenen nichts zu tun, sie sind Realität und werden in Büchern eingearbeitet, um … Ja um was eigentlich? Es behandelt wohl kaum die Aufarbeitung solcher Erlebnisse – also bitte, immer her mit einer Antwort darauf!
Aber um auf den Kernpunkt zurück zukommen, es ist seitens der AutorInnen (und Verlage) unverantwortlich nicht darauf aufmerksam zu machen, klar zu benennen dass Missbrauch und/oder Misshandlung thematisiert werden. Warum ist dies bei keinem der hier aufgeführten Bücher zu finden?? Die Szenen sind detailliert beschrieben, sie erinnern nicht an sexuellen Missbrauch, sie beschreiben diesen!

BEIDark Prince“ [J. S. Wonda] wird schon zu Beginn klar gestellt dass es um den Genuss gegenüber der ‚bösen Jungs‘ geht, egal wie verwerflich dies ist.

Einleitende Worte der Autorin vor Buchbeginn

SAFEWORD, gerade im SM-Bereich ein unverzichtbares Mittel. Das eine Wort welches die Grenze aufzeigt, um die Situation zu beenden, weil sie zu unangenehm, zu schmerzhaft ist. Ein gegenseitiges Vertrauen auf höchster Basis ist dafür zwingend notwendig, denn es soll beiden Spaß machen und Befriedung verschaffen und dies nicht nur bei einer der Personen.
Zu mindestens wird bei diesem Buch vor der Geschichte ein Hinweis auf die folgenden Szenen gegeben, wenn auch nur minimal.

Leseprobe „Dark Prince“

Der Protagonistin ist sehr wohl bewusst, dass diese Szene wenig mit Erotik zu tun hat. Und das ist es was genossen werden will (siehe Ausschnitt oben)?? „Desto schmerzfreier wird es für dich„, der Protagonist droht mit Gewalt und kaum berührt er sie, setzt es bei ihr aus –  Willenlos, dem widersprechen wir an dieser Stelle nicht! Die Macht eines Menschen über einen anderen wird als erotischer Akt präsentiert, eingebaut mit Schmerzdrohungen.

HEILIGT der Zweck die Mittel? Egal wie sich die Geschichte und Charaktere entwickeln – denn es wird sich wohl kaum um Geschichten wie in dem Film „I spit on your grave“ handeln – sagen wir ganz klar: Nein! Stimmt, wir haben nicht alle Bücher selbst gelesen, reißen vielleicht aus dem Kontext. Wohl möglich dass sich die Frauen dieser Geschichten entwickeln, sich stark machen und Gegenwehr leisten – dies lässt aber weder Klappentext, Vorwort von AutorInnen oder Ausschnitten von LesrInnen vermuten! Es geht nicht um eine Charakterentwicklung, um Menschen die ein Trauma verarbeiten oder den Lebensweg von Menschen die unter Misshandlung/Missbrauch litten. Und das ist es ja auch was die LeserInnen sagen – es handelt nicht davon, es geht um die Liebe und Sehnsüchte. Und da fragen wir nach: Können Liebesgeschichten nur durch Gewalt und Übergriffe dargestellt werden? Was ist der Reiz daran diese Geschichten zu schreiben bzw. zu lesen?

LESEN und lesen lassen, ein Satz welchen wir unterschreiben und doch nicht grundlegend zustimmen! Denn wenn es darum geht, eben solche Bücher zu hypen, mit plakativen Aussagen wie „Ist doch nur ein Buch, ist nicht echt“, dann können wir nicht lassen – dann muss solch ein Beitrag her!
Ja, es gibt Erotik-Bücher welche genau diese Dominanz-Untergebenheit-Beziehung behandelt. Aber darum geht es ja grundlegend nicht in diesen hier aufgeführten Büchern. Es geht nicht um geheime sexuelle Vorstellungen/Vorlieben, nicht um gesellschaftlich verpönte Sexpraktiken. Es geht um Liebesgeschichten und natürlich dienen Bücher dazu fernab der Realitäten in eine Welt zu tauchen, natürlich soll dabei jeder lesen was er lesen möchte – ABER: sollten gewisse Bücher nicht doch kritischer betrachtet werden, hinterfragt werden? Woher kommt dieser Trend das Liebe und Sex mit Macht und Gewalt einher gehen?

WAS denken wir uns eigentlich, wo wir doch selbst ein Buch nach dem anderen über Serienmörder verschlingen!? Den ein oder anderen vielleicht sogar sympathisch finden? Dem sei mal eben schnell gesagt:
Beim Genre „Krimi und Thriller“ geht es nun mal nicht ohne einen Mord oder einem psychologischem Kammerspiel. Man erwartet, nein fordert einen Täter und fühlt sich zudem einfach gut unterhalten, wenn dieser auch noch sympathisch daher kommt (wie bspw. „Totenfrau“ von Bernhard Aichner). Ein wenig grenzwertig? Nein, denn dies ist das Genre nun mal: Mord, ein Tathergang – Opfer und Täter. Fiktiv und doch real, aber eben dem Genre angepasst.

WEITAUS grenzwertiger finden wir, eine Liebesgeschichte so darzustellen, das es absolut in Ordnung ist wenn der Freund sich gewaltsam seine Befriedigung holt! Und hier ist doch wirklich das Paradebeispiel „Trinity„. Es soll ein Thriller sein, ein Roman, eine Liebesgeschichte – nichts von all dem ist zu finden!
Die Autorin skizziert einen Charakter mit gewalttätiger Vergangenheit, eine junge Frau welche zusammen zuckt bei großen Männern. Es soll die Geschichte einer Frau sein, welche Gewalt erfuhr und sich neu verliebt, einen Neuanfang wagt – die Betonung liegt jedoch auf ‚soll‚! Denn das ist diese Geschichte keinesfalls. Wo wir zu Beginn noch die eher humorvollen erotischen Szenen belächelten, wurden wir zum Ende des Buches immer sprachloser! Die Frau als Eigentum – dies ist ein immer wiederkehrendes Merkmal des Protagonisten Chase, welches in einer unserer Trinity-Rezensionen durch Zitate untermauert wird. Doch im Nachhinein ist es noch harmlos das die Protagonistin reichlich wenig Mitspracherecht bezüglich der Beziehung hat – und hier braucht uns auch keiner mehr mit fiktiver Geschichte kommen! Dieses Buch behandelt bewusst häusliche Gewalt, immer wieder erwähnt die Autorin Gillians Vergangenheit, baut eine Organisation darin auf die solchen Menschen hilft. Doch dann kommt er: der reiche muskulöse Mr. Dream himself – da ist diese Vergangenheit mal eben schnell vergessen und was zum Ende des Buches folgt, lässt uns geschockt und sprachlos zurück:

S. 358 – „Trinity: Verzehrende Leidenschaft“

Auf der darauffolgenden Seite beschreibt die Protagonisten diesen Sex folgendermaßen:

„Diese sexuelle Begegnung war voller Wut und Besessenheit.“ (S. 359)

Und das ist die heutige Erotik? Die große Liebe ist gekennzeichnet von Kontrolle und Besitz? Die Frau von heute ist dem Mann fügig, willenlos bei der kleinsten körperlichen Berührung? Immer wieder kommen Formulierungen in solchen Büchern wie „Sex muss so sein“ und das ist es was Jugendliche lesen sollen? Der Sex soll gleichgestellt werden mit Schmerz?

NUR Bücher? Viele Jugendliche haben schon früh sexuelle Erfahrungen – viele aber auch nicht! AutorInnen, ihre Bücher, die Verlage und wir als LeserInnen/BlogerInnen haben eine Verantwortung! Jugendbücher können nicht – ob Fantasy und Fiktion oder nicht – die alten Klischees aufgreifen und zusätzlich noch verstärken, indem Gewalt mit Liebe gleichgesetzt wird.

ES geht um Stereotypen – die kleinen naiven Dummchen, welche sich unsterblich verlieben und alles mit sich machen lassen. So ist das eben in einer Beziehung. Und die heranwachsenden Halbstarken, die einzig aus Muskeln ohne Hirn durch die Seiten wandeln. Brauchen auch keines, haben ja schließlich ihre kleinen Schoßhündchen.

Oder?

BÖSE Jungs – dass sie einen gewissen Reiz ausüben können wir verstehen. Waren es doch immer diese Charaktere in Film und Buch die unser kleines Mädchenherz höher hüpfen ließ. Aber von welchen Charakteren sprechen wir hier: der böse Junge mit weichem Kern, mit eine Kippe im Mundwinkel, auf einem Bike, sich nicht an alle Regeln halten, sich auch mal gut prügeln – aber eben im Gerangel mit anderen Jungs, oder um das Herzensmädchen zu schützen. Aber nie, niemals, war es der Charakter welcher sich an Schwächeren vergriff, sich das gewaltsam von der Frau nahm was er wollte! Woher kommt dieser Vorliebe solche Geschichten zu schreiben bzw. zu kaufen? Ist es das was die Frau von heute will? Ist es das was die nächste, junge Generation lesen und lieben soll? Männer welche sich an Frauen vergreifen – Frauen die dies über sich ergehen lassen, schlimmer noch: Frauen die sagen, das Liebe eben das sei, sich dem Mann hingeben, ob es gefällt was mit einem gemacht wird oder nicht.

NATÜRLICH könnte man sagen das es fiktive Geschichten sind, aber erwarten die LeserInnen dies bei Frauen- oder Liebesromanen / Jugendbüchern? Ist es das was Ihr lesen wollt? Liebesgeschichten in denen der Mann sexuelle Gewalt ausübt und sie unsterblich in ihn verliebt ist? Ein gern genutztes Gegenargument ist immer wieder das Wörtchen „Feminismus“ – nein, es hat nichts Feminismus zu tun diese Meinung zu äußern. Wir äußern sie nicht nur als Frau und Mutter, wir äußern sie weil es uns schockiert wie heutige Liebesgeschichten dargestellt werden! Ist es der Versuch auf den „50 Shades Of Grey„-HypeZug aufzuspringen? Muss nicht klar differenziert werden zwischen bestimmten Sexpraktiken wie Sadomaso und dem gewaltsamen unfreiwilligem Sex? Und wenn dieser in eine Geschichte eingearbeitet wird, dann erwarten wir das verantwortungsvoll damit umgegangen wird! Nein, es ist nicht okay wenn sich jemand gewaltsam Zugriff zu Eurem Körper verschafft – egal wie toll Ihr ihn oder sie findet! Wir leben im 21. Jahrhundert und noch immer sind dies Tabuthemen: häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch – aber wenn es in einem Jugendbuch, in einem Fantasy-Roman eingebaut wird ist es okay?! Dann ist das schön zu lesen?? Ist ja nur Fiktion … ?!
Was aber wäre … 

Er der durchtrainierte Schönling, sie das zurückhaltende Mädchen. Er abends mit seinen Kumpels auf dem Weg, sie kommt ihn entgegen. Er greift sie sich, hält sie fest am Arm, drückt ihr seine Lippen auf ihren. Sie will es nicht, lässt es aber zu, weiß sich nicht aus dieser Situation zu befreien. Seine Kumpel gehen weiter, er drängt sie an die Wand, fährt mit seiner Hand in ihren Slip. Sie fühlt sich in die Enge gedrängt, ist nicht erregt. Er dringt hart und schnell in sie ein, flüstert ihr zu das sie sein sei. Sie schließt die Augen, schweigt. Er ist fertig, mit ihr. Küsst sie sanft auf die Stirn, sagt es habe ihm gefallen, er will mehr. Er geht. Aber er kommt wieder, nachts in ihren Träumen.

Ähnlich der hier aufgeführten Buchauszüge – nur mit einem kleinen Hinweis:
Er, Europäer
Sie, Muslime
Ist es dann immer noch okay? Oder ist es dann plötzlich Rassismus – lehnen sich dann alle dagegen auf – sowas können man (in unserer aktuellen politischen Situation) nicht schreiben?!
Wenn aber beide weiß sind, dann ist es wieder okay, dann ist es erotisch?

Es gibt kein „bisschen Gewalt“ genauso wenig wie es kein „bisschen Missbrauch“ gibt!

NEBEN einer fehlenden Trigger-Warnung fehlt in der Buchwelt ganz klar eine FSK-Kennzeichnung bei solchen Büchern, wie bereits in einer unserer Trinity-Rezensionen erwähnt wurde.


Sind dies Bücher die Ihr (Euren) Teenagern zum Lesen geben,
14jährigen empfehlen würdet?
Fast alle der hier vorgestellten Bücher sind nämlich Jugendbücher,
somit für die Altersklasse ab 14 Jahren!!

 

Wir veranstalten einen Aufriss?
Nein!
Wir haben unsere Gedanken in Worte gefasst, nicht mehr und nicht weniger!

| *Hier* finden sich weitere Beiträge dazu |

111 Kommentare

  1. Hallo,

    ich habe auch schon mal einen Beitrag zu einem ähnlichen Thema geschrieben.

    http://www.tintenmeer.de/2013/06/07/chaosnotiz-sex-and-crime-fur-alle-was-jungen-lesern-zugemutet-wird/

    Allerdings ging es dabei explizit um Bücher für Jugendliche von entsprechenden Verlagen, was bei den hier diskutierten Büchern definitiv nicht der Fall ist. Diese hier sind meiner Meinung nach unübersehbar als Erotik gekennzeichnet. Und wie in jedem anderen Genre gibt es da auch unterschiedliche thematische Ausprägung. Diese hier ist nicht neu, aber eben gerade in. Und geht mit Sicherheit auch wieder.

    Die Bücher werden auch nicht als Bücher für Jugendliche beworben – sondern im Programm für Erwachsene und in den entsprechenden Medien (Frauenzeitschriften!) – und darum sehe ich da gar kein Problem. Das Argument ist für mich also keins. Wenn Buchhändler solche Bücher ins Jugendbuch-Regal stellen, dann tangiert das deren Sorgfaltspflicht. Die kennen ihre Verlag normalerweise gut, und wenn ein Buchhändler den Piper-Verlag nicht kennt (was wirklich peinlich wäre) und solche Bücher dann „blind“ einsortiert, dann ist das eher kein gutes Zeichen für den Laden.

    Das Argument, im Krimi oder Thriller gehe es nun mal nicht ohne Mord, finde ich übrigens in diesem Zusammenhang ziemlich lächerlich. Denn wie gesagt, es gibt immer unterschiedliche Ausprägungen von der Erwähnung, dass jemand ermordet wurde bis zur extrem detaillierten Beschreibung – da regt sich keiner auf? Gehört ja zum Genre? Na, dann muss das doch nur mal einer sagen: Sex (mit unterschiedlichsten Ausprägungen) gehört zum Genre Erotik! Überraschung …

    FSK- und Index-Forderungen? Also an der Stelle kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. FSK ist sowieso kein Argument, da es hier nicht um Bücher für Jugendliche geht. Und Indizierung solcher Bücher? Das wird ja immer schöner! Da sind wir ja nicht mehr weit entfernt von 1933 …

    Wer Erotik liest, weiß, worauf er sich einlässt. Wenn es einem in einem Buch zu heftig zugeht, dann kann er es jederzeit abbrechen. Wenn einem ein Buch anderweitig nicht gefällt, macht man das ja auch, ohne mit der Wimper zu zucken.

    Ja, klar, kann man immer noch mal auf dem Buch darauf aufmerksam machen, dass dies und das darin vorkommt, aber – wie gesagt … wer solche Genres liest, der weiß das in der Regel. Und in den heutigen Zeiten mit einem Überangebot an Informationen, sollte es auch kein Problem sein, sich ausreichend zu informieren.

    LG Sandy

    1. Hallo liebe Sandy,

      Danke für Dein Kommentar – man merkt schon das Du Dich mit der Thematik auseinandergesetzt hast und das es Dich auch ein Stückweit „ärgert“.
      Wir haben uns ganz bewusst dafür ausgesprochen dass es uns eben nicht nur um die Jugendbücher geht – auch wenn die genannten Bücher definitv im Regal der Jugendbücher zu finden sind (ich habe es mit eigenen Augen gesehen) – aber hier ist, wie Du sagst, die Sorgfaltspflicht der Buchhändler gefragt.
      Es ist die Verharmlosung von Gewalt in Verbindung mit Sex gegenüber Frauen – Erotik ist da etwas ganz anderes.
      Und ja, wir brauchen auch keine Krimis oder Thriller in denen es übertrieben detailliert zur Sache geht – weniger ist oft genug mehr und wir mögen es nicht wenn die Opfer verhöhnt oder zur Schau gestellt werden.
      Aber bei diesen Büchern oder Verlagen weiß man was einen erwartet (meistens) – wenn ich einen Erotik-oder Romance-Roman lese und dabei über eine Vergewaltigung „stolpere“ oder über Missbrauch und ich das im Vorfeld nicht weiß, besteht eben diese Trigger-Gefahr – und darum ging es uns im Beitrag.
      Von einer Indizierung war bei uns übrigens nie die Rede – es wäre nur „schön“ wenn eine ordentliche Kennzeichnung vorhanden wäre – bei Filmen oder Spielen ist das auch kein Problem und niemand beschwert sich darüber. Der Klappentext allein spiegelt in den seltesten Fällen den Inhalt der Bücher korrekt wider.
      Dein Vergleich mit 1933 ist hoffentlich allgemein gemeint, denn wir sprechen uns ganz deutlich gegen eine rechte Gesinnung aus und verurteilen diese Taten und Verhaltensweisen im Schärfsten.
      Jeder hat das Recht zu lesen was er/sie möchte, egal welches Genre.
      Viele Grüße
      Kerstin

  2. Sehr interessanter Beitrag! Ich habe dieses Buch bisher nicht gelesen und habe es auch nicht vor, aber es zieht ja seine Kreise, dass man kaum drum herum kommt, zumindest davon gehört zu haben.
    Ich finde es ebenfalls nicht gut, dass solche Themen in Jugendbüchern vorkommen, vor allem wenn sie dermaßen verherrlicht werden, denn sie sind alles, aber nicht harmlos und nicht toll!

    Allerdings habe ich eine andere Meinung zu Büchern, die bewusst so gekennzeichnet sind, sei es SM-Romane oder Horror-Bücher, die bewusst damit spielen und dementsprechend auch vermarktet werden. Ich selbst lese solche Bücher und ich finde das Thema spannend, auch das weiter oben in den Kommentare angesprochene Thema Gewalt und Schmerzen beim S** zum Beispiel. Manche Menschen stehen drauf und das ist in Ordnung, solange sie es für sich mit Gleichgesinnten machen und solange es in Büchern vorkommt, die eben dementsprechend gekennzeichnen werden und nicht an unter 18Jährige verkauft werden, wie zB viele Bücher vom Festa Verlag!

    Jedenfalls – habe ich den Faden verloren ^^ Ich fände eine FSK-Freigabe für Bücher wie bei Filme, Serien und Spiele sinnvoll um auch vorher schon solche Sachen auszugrenzen und bewusst altersgemäße Literatur vorauszusetzen bzw zu fördern.

    Also, danke für den tollen Beitrag und die Auseinandersetzung mit dem Thema und liebste Grüße,
    Vivka

    1. Hallo liebe Vivka,
      für diesen Beitrag haben wir stellenweise ganz schön auf die Ohren bekommen, besonders oder wegen dem Bezug „Jugendbuch“.

      Aber sehr viele teilen auch diese Meinung und das hat uns dann doch beruhigt. Wie wir im Beitrag schrieben – es geht nicht um Thriller, Horror und Co. , das lesen wir selbst und da ist die Story ja oft genug auch nicht zimperlich. Einfach nur die ‚verniedlichte‘ Darstellung von Missbrauch hat uns immens gestört.

      Danke für Dein schönes und langes Kommi,
      liebe Grüße und ein tolles Wochenende
      Kerstin

  3. Huhu!

    Diesen Trend, Vergewaltigung, Missbrauch, Gaslighting und Ähnliches zu romantisieren, finde ich auch sehr, sehr bedenklich. Und diese Szene aus „Dark Prince“ IST zum Beispiel Vergewaltigung, da lässt sich nichts schönreden. Aus den arroganten Alpha-Männchen, die bis vor ein paar Jahren noch die typischen „Bad Boys“ darstellten, sind jetzt astreine Trieb- und Gewalttäter geworden.

    Klar, wenn wir von Erwachsenen reden, sollte jeder lesen dürfen, was er will. Muss ich nicht verstehen können, muss ich selber nicht gut finden. Aber bei Jugendlichen finde ich das Argument, auch diese könnten ja zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden, nicht ausreichend. Wie du schon sagst:

    Dadurch, dass (sexuelle) Gewalt romantisiert wird, wird suggeriert, dass derlei Verhalten gesellschaftlich akzeptabel ist. Und wenn ich als junger Leser sogar immer und immer wieder vorgeführt bekomme, dass es sogar wünschenswert ist…

    Ganz überspitzt könnte man sagen: manche Bücher bringen ein schädliches, archaisches Frauenbild ins Kinderzimmer.

    Ich muss da gerade an eine junge Amerikanerin denken, Romina Garcia. Sie wurde berühmt mit einem kurzen Video, in dem sie sagte: Wenn dein Freund dich schlägt, bleib bei ihm! Er riskiert, dass du die Polizei rufst und er verhaftet wird, und er geht dieses Risiko ein, weil er dich liebt, und das ist soooo wunderbar!

    Dann erzählt sie noch, dass ihr Freund ihr ein blaues Auge verpasst hat – was aber ja voll ihre Schuld war. Er hat ihr immerhin einen Befehl gegeben, und sie war so dumm und hat ihn nicht befolgt. Aber jetzt weiß sie, dass sie ihm nicht widersprechen darf, und deswegen hat sie ihn auf Knien angebettelt, sie nicht zu verlassen.

    Ich denke, das ist das beste Beispiel, dass es durchaus junge Frauen gibt, die anfällig sind für diese Idee, dass Gewalt ein Zeichen von Liebe sein kann. (Weniger als ein Jahr später war Romina übrigens tot. Heroin-Überdosis.)

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

    1. Huhu Mikka und erstmal lieben Dank für deine Verlinkung, darüber freuen Kerstin & ich uns natürlich!

      Dein angebrachtes Beispiel ist einfach nur erschreckend, wobei es sehr nach einer Abhängigkeit klingt und dies nun an dieser Stelle tiefer auszuführen, würde wohl den Rahmen des Kommentars sprengen …

      Ich finde es grundlegend erschreckend, ob Jugend- oder Erwachsenenalter: woher kommt dieser Trend, dass Schmerz und Gewalt als erregend und romantisch empfunden wird? Es macht mich wirklich fast sprachlos und das dann ein Buch völlig falsch vermarktet wird ist aus so vielen Gründen (siehe Beitrag) absolut unverständlich für mich!

      Liebe Grüße

  4. Hallo Janna, hallo Kerstin,

    ich wollte mich auch noch zum Thema melden, jetzt ist es etwas später geworden und der Beitrag ist schon ganze 2 Wochen alt…

    Ich habe euren Beitrag aufmerksam gelesen und finde ihn wichtig & gut (inkl. die Belege einzelner Textstellen). Ich muss zugeben, dass besagte Bücher nicht zu „meinem“ Lese-Genre gehören und ich das meiste nur durch Hörensagen mitbekomme. Umso wichtiger ist es deswegen, dass es kritische Beiträge wie den euren gibt, der vielleicht – hoffentlich – auch Eltern erreicht, die Kinder im relevanten Alter haben, die solche Bücher lesen würden.

    Die teils ausgeartete Diskussion – die Beiträge wie dieser hier hinterlassen – zeigen eigentlich, dass viele das Problem nicht wirklich verstanden haben. Das scheint aber ein Gesellschaftliches / Erzieherisches Problem zu sein (ich habe teilweise in Beiträgen/ aber auch eine Reportage auf „Die Zeit“ gelesen, dass einige Leser nur „ungesunde“ Beziehungen kennen und es für sie ganz normal zu sein scheint, dass sich der männliche Part einer Beziehung das nimmt was er will. Das Schmerzen ertragen schon irgendwie in Ordnung ist… Gruselig!

    Das betreffende Verlage hier nicht verantwortungsvoll umgehen (man siehe hier „Paper Princess“, was ja in den sozialen Medien von Verlag und Lesern gehyped wird), ist meines Erachtens fahrlässig. Zumindest wenn Mädchen dieses Buch schmackhaft gemacht wird, ohne mit ihnen auch über die Problematik zu sprechen. Diesem Trend entgegen ist euer Beitrag eigentlich nur Folgerichtig…

    Viele Grüße,

    Jemima

    1. Hallo Jemima,

      für einen Kommentar bei diesem Beitrag ist es nie zu spät und vielen Dank für deine Worte! Leider war es sehr erschreckend zu sehen, wie dieser Austausch (Diskussion) bei manchen völlig ausartete und der Ausgangspunkt absolut verloren ging, woraufhin wir ja auch den Beitrag „Kulturgut“ verfasst haben.
      Für bestimmte LeserInnen mag es zutreffen das sie nur solche Beziehungsmuster kennen (leider), aber viele LeserInnen eben nicht und da ist doch die Frage: warum ist gerade diese Szenerie in Büchern zur Zeit so beliebt? Und noch viel wichtiger, warum wird eine kritische Äußerung sofort persönlich genommen? Erschreckend …

      Sei lieb gegrüßt!

  5. Gerade, wenn man selbst Kinder hat, wird es zuweilen schwierig Bücher richtig einzuschätzen. Nicht nur die Verlage ordnen Bücher falsch zu, auch die Händler wissen oft nicht, was sie da anbieten und verkaufen. Bei der Masse an Büchern ist das auch nicht zu verdenken.

    Ich wünsche mir recht oft auch bei Büchern eine FSK-(oder USK-)Einstufung, obgleich ich mir da nicht so viele Freunde machen dürfte.
    Aber erst kürzlich habe ich ein Jugendbuch gelesen, das eher ein Kinderbuch war, in dem es aber eine einzige (und somit vollkommen überflüssige) Szene gab, in der Gewalt zu explizit beschrieben wurde. Bekäme ein solches Buch eine FSK ab 18 Einstufung, würden sich die Autoren doppelt fragen, warum eine solche Beschreibung überhaupt notwendig ist…

    1. Hallo Frank,
      zunächst mal eine kleine Entschuldigung, dass die Antwort so lange auf sich warten ließ! Mit der FSK verstehe ich absolut was du meinst, dies diente zu einem aufrütteln in unserem Beitrag, denn es sollte schon irgendwo zu finden sein, worum sich die Geschichte im Buch dreht bzw. welche Szenen auftauchen. Das eine FSK meist nicht funktioniert wie sie sollte, zeigt ja leider schon die Filmindustrie. Wenn aber Gewalt oder Sex so dargestellt wird, wie es in den neuesten angeblichen Liebes- und Erotikromanen getan wird, sollte unbedingt ein Hinweis zu finden sein aus so vielerlei Gründen (siehe Beitrag). Und die Frage ist doch auch: warum schreiben AutorInnen solche Szenarien und warum kommen diese auch noch so gut an?

      Ich wünsche dir einen feinen Tag!

  6. Sehr guter, anschaulicher und vor allem zu denken anregender Beitrag.
    Ich habe keines der hier angegeben Bücher gelesen und werde es wohl auch nicht mehr tun, aber ich weiß natürlich trotzdem wovon die Rede ist. Ich habe beim lesen immer wieder darüber nachgedacht, wie das in den Bücher in der Kategorie „New Adult“ war, die ich gelesen habe. Ich denke in den meisten Büchern die gelesen habe war die Gewaltverherlichung nicht so krass wie in den hier dargestellten Beispielen, aber desto mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kann ich euch im größten Teile zustimmen.
    In der Abteilung für junge Teenager haben diese Bücher tatsächlich nichts zu suchen und solche inhaltlichen Vorkommnisse sollten wirklich zumindest kurz als „Warnung“ angekündigt werden, danach finde ich kann und sollte der Leser selbst entscheiden, ob er/sie/es es liest oder nicht, wobei ich hier von 16+ rede.

    1. Hallo und du hast absolut recht mit deiner Aussage, jeder kann/soll/etc selbst entscheiden was er/sie liest. Uns geht es nicht darum dies irgendwem vorzuschreiben, aber mit bestimmten Thematiken sollte sich jedoch kritisch auseinander gesetzt werden!
      Die Szenen lassen einen schon schlucken – denn auch wenn klar zwischen Buch und Realität unterschieden werden kann, es müssen Trigger-Warnungen her (nicht nur bei diesen genannten Bücher mit solchen Szenen) – Sensibilisierung! Und selbst andere Autoren gezielt aus dem Erotik-Genre sagen so wie wir: nichts spricht gegen Fesselspiele & Co. wenn dies auf gegenseitigem Verständnis beruht.
      Wenn jedoch Szenen beschrieben werden, in dem ganz klar „Wut“, „Gewalt“ und ähnliches fallen und die Protagonisten dies auch so empfinden oder benennen das es sich um eine Situation handelt die nicht sein darf – und dies weder aufgearbeitet wird oder gar als erregend empfunden wird, wird ein absolut falsches Bild in die Gesellschaft getragen und kann besonders für Missbrauchsopfer die dies lesen, verheerende Folgen haben.

      Liebe Grüße

      1. Kleiner Klugscheißeralarm. Bitte nicht böse sein, aber ich lese es jetzt schon zum dritten mal. Es heißt verheerende Folgen, nicht verehrende.

        LG, Moni

        1. Nie böse – meine Finger sind leider (auch zu unpassenden Schreibsituationen) schneller als mein Köpfchen … Wird gleich mal verbessert

      2. Dem stimme ich dir wie gesagt völlig zu. Tut ja an sich nicht weh eine kurze Knackig Warnung zu schreiben 🙂
        Diese an Vergewaltigung Grenzenden Handlungen sind jedoch wirklich unangebracht, wenn sie als Lust und nicht als Vergewaltigung angesehen werden.
        Danke jedenfalls für diesen interessanten Beitrag

  7. Hallo Kerstin und Janna,

    ich möchte euch ein riesiges Lob aussprechen für diesen Beitrag, den ich nun schon mehrfach gelesen habe und teilweise auch die Kommentare hier verfolgt habe. Die genannten Bücher habe ich allesamt nicht gelesen und werde es definitiv auch nicht, da ich die Entwicklung bzgl. der ganzen Thematik einfach erschreckend finde. Sicherlich üben die Bücher auch einen gewissen Reiz auf die Jugendlichen aus (Teilweise konnte ich das bereits bei SoG miterleben, da plötzlich alle diese Bücher lesen wollten – selbst diejenigen, die sonst nie Bücher in die Hand nahmen. Das zog sich durch alle Altersklassen, und ich war schlichtweg entsetzt.) Allerdings war es eben damals im Klappentext ganz gut erkennbar, was bei Paper Princess definitiv nicht der Fall ist. Als Mutter finde ich das eine Entwicklung, die mich besorgt und ich bin der Meinung, dass das schon irgendwo gekennzeichnet sein sollte, denn ich würde nicht wollen, dass meine Kinder derartige Bücher lesen.

    Vor einigen Tagen hatte ich diesbezüglich bereits eine Diskussion mit einigen Bloggern, die es leider komplett anders sahen und die insbesondere von Paper Princess begeistert waren. Von einigen Blogs habe ich mich mittlerweile zurückgezogen und bin da etwas am Aufräumen, da ich glaube, dass ich mich dort nicht mehr wohlfühlen werden, denn dazu sind unsere Meinungen zu verschieden. Vielleicht ist das übertrieben, aber mir geht es damit besser 🙂

    Liebe Grüße und schönes Wochenende

    Diana

    1. Hallo Diana,

      lieben dank für deine Worte! Das der Beitrag sogar mehrmals von dir gelesen und so intensiv verfolgt wird freut uns sehr!

      Ich kann absolut nachvollziehen das du dein Netzwerk aufräumst und dies ist absolut nicht übertrieben! Denn ein Buch zu lieben, nur weil dies von AutorIn XY geschrieben wurde und somit nicht kritisch herangegangen wird ist nicht nachvollziehbar.
      Denn andere können dies sehr gut bzw. reflektieren sich selbst und das gelesene! Ich finde diese zwei Beiträge dafür sehr beispielhaft:
      > Ein Buch kritisch rezensieren – positive Punkte benennen und sich der aufkommenden Thematik bewusst werden, hinterfragen und Stellung beziehen:
      https://bookcrow.wordpress.com/2016/12/09/rezension-sarah-j-maas-a-court-of-thorns-and-roses/
      > Ein Fan: geliebte Bücher kritisch hinterfragen mit einer ehrlichen Selbstreflexion:
      http://www.nochmehrbuecher.de/2017/04/das-buch-ist-problematisch-aber.html

      Liebe Grüße und hab ein schönes langes Wochenende!

    2. Hallo Diana,
      Janna trifft es auf den Punkt – ihren Worten kann ich kaum mehr hinzugefügen. Lieben Dank an Dich, es beruhigt und bestärkt uns gleichermaßen das eben nicht einfach nur gelesen, sondern auch verstanden wird.
      Hab ein schönes Wochenende
      Liebe Grüße
      Kerstin

  8. Als Autor kann ich nur sagen, es gibt für Bücher dieser Art keine bessere Werbung als derartige Artikel. Denn im Grunde weckt es die Neugierde der einen, diejenigen, die mit kritisieren wollen, müssen die Bücher ebenfalls lesen. Es gibt nichts Besseres, vor allem in der Erotik, als „schlechte“ Publicity. Ich selbst sehe das allerdings ähnlich. Man kann Bücher dieser Art nicht für Jugendliche empfehlen. Es liegt also in der Verantwortung des Autors und der Verlage die Zielgruppe genauer zu definieren. Aber ich denke, dass es aus marketingtechnischen Gründen nicht gewollt ist. In jedem Fall wird sich Verlag und Autor über euren Artikel freuen. Das ist leider die andere Seite der Medaille.

    1. Hallo Tobias,
      leider hast Du recht, gerade ’negatives‘ bleibt eher hängen und viele zieht genau das an. Aber wenn wir wenigstens ein paar Menschen überzeugen konnten, die sonst – auf welchen Weg auch immer – nicht mit der Thematik konfrontiert werden, war es uns das Wert.
      Dennoch lieben Dank für Dein Kommi und Dein Statement, es ist uns wichtig.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  9. Hui, hier geht es ja um mittlerweile … Jetzt hab ich ne ganze Weile gebraucht, um die ganzen Kommentare hier zu lesen bzw. zu überfliegen. Wie ich dazustehe, dass ihr diesen Artikel veröffentlicht habt, wisst ihr ja 🙂 .

    Eine Sache möchte ich aber noch loswerden: Was spricht dagegen, in Büchern darauf hinzuweisen, dass es darin zu Szenen kommt, die vielleicht manchen Leser schockieren könnten? Bei Filmen und Computerspielen ist das mittlerweile gang und gäbe … Gerade „Tote Mädchen lügen nicht“ ist ein gutes Beispiel, in der Serie gab es zu Beginn einiger Folgen einen entsprechenden Hinweis und ich gebe zu, bei einer Szene konnte ich auch als Erwachsene nicht hinschauen …

    Logisch, dass so eine Kennzeichnung einen gewissen Reiz ausübt, das wird immer so sein, weil es ja etwas „Verbotenes“ ist. Aber zumindest weiß man, worauf man sich einlässt, wenn im Buch eine Kennzeichnung / Empfehlung (egal ob FSK oder etwas anderes) angegeben ist.

    Eines noch: Dass Erotik- und New Adult-Romane einen großen Reiz auf sehr junge LeserInnen ausüben, habe ich selbst bereits in unserer Buchhandlung erlebt. Es spielt also keine Rolle, welchen Genre-Stempel man den Büchern aufdrückt, die Neugier ist da, einfach weil die Bücher häufig auf Blogs und in anderen Medien vorgestellt werden …

    Liebe Grüße
    Ascari

    1. Hallo Ascari,

      vielen Dank auch für deine Worte, besonders für deinen letzten Satz!
      Es stimmt schon das eine FSK einen gewissen Reiz ausüben könnte (!), aber zu mindestens kann in anderer Form auf den Inhalt hingewiesen werden oder bestimmte Szenarien erwähnt werden!

      Liebe Grüße

    1. Hallo Michael,

      es freut uns sehr wenn gerade ein Autor dieses Genres solche Worte hinterlässt! Gerne schaue ich in den kommenden Tagen bei deinem Beitrag vorbei!

      Liebe Grüße

Habt keine Scheu einen Kommentar zu hinterlassen, wir freuen uns über jeden einzelnen!

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