„Gegen das Vergessen“

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Ostern steht vor der Türe. Frieden & Freude überall?
Bedingt, denn wir machen uns alle schon wieder zu viel Stress, können die Zeit nicht genießen und eilen von hier nach da, immer auf der Suche nach was auch immer. Zugegeben, auch mir geht es so.
Da machte es mal Sinn, mir wirklich bewusst zu werden – wie verdammt gut es mir doch geht. 

Lange habe ich überlegt ob es „sinnvoll“ ist, dieses Thema anzusprechen. Obwohl, warum eigentlich nicht? Es gibt ihn seit Jahrhunderten und zu allen Zeiten haben die Menschen ihre Feste (wie auch immer es in den unterschiedlichen Kulturen genannt werden mag) gefeiert, trotz ihm – dem Krieg.

In den Schützengräben wurde „Stille Nacht“ angestimmt, auf den Schlachtfeldern herrschte kurzzeitig Waffenstillstand. Die Menschen erbarmten sich für einen Bruchteil ihrer Menschlichkeit um dann mit erneuter Gewalt zuzuschlagen. Auch aktuell gibt es so viele Orte an denen die Menschen sich gegenseitig bekriegen und Not, Elend und unsagbares Leid herrscht.

Gerade die Geschichte des Krieges, dargestellt durch die Geschichten in den Büchern – fiktiv oder real – oder beides zusammen, tragen dazu bei das eben nichts vergessen wird. OK, manche sagen sie können es nicht mehr hören oder lesen und dass kann ich zum Teil sogar nachvollziehen. Bei so mancher Schilderung haut es einen einfach um – darauf könnte man durchaus verzichten – aber die Menschen die erzählen oder die Menschen die erzählt werden und ihre Geschichten sind einfach viel zu wichtig als dass man sie vergessen darf. Auch wenn es genügend „was auch immer für Individuen“ gibt die nichts – rein gar nichts – gelernt haben  aus der Geschichte des Krieges. Wann oder wo auch immer er war, ist und sein wird.

„Im Westen nichts Neues“, „Die Brücke am Kwai“, „Das Tagebuch der Anne Frank“, „Krieg und Frieden“ sind Klassiker die so viel erzählt haben und Generationen von LeserInnen bekannt sind.

Hier habe ich ganz bewusst einmal Bücher genommen die fern vom Mainstream sind aber doch auf ihre ganz eigene Weise zum Thema Krieg beitragen. Vielleicht kennt der ein oder andere schon eines davon. Ich habe bewusst ganz verschiedene Bücher ausgewählt – deren Hauptgeschichte ist immer fiktiv, aber der Kern ist real. Dinge die so oder so ähnlich geschehen sind. 

KriegBeitragsbild

 

• „Krieg von Jochen Rausch ~ ein Vater, ein Sohn, Kriegseinsatz im Ausland, Verlust, Ängste und die Folgen wenn selbst das Letzte was man liebt bedroht wird.

Als der Teufel erwachte von Jennifer B. Wind ~ sehr aktuelles Zeitthema, Flucht, Schlepper, sehr prägnant die Erzählungen einer Flüchtenden.

 

Der algerische Hirte von Wolfgang Haupt ~ eine fiktive Geschichte in der die reale Thematik des Der algerische Hirte, Wolfgang HauptAlgerienkrieges und den Folgen für die algerischen Bevölkerung eingebaut ist                                                                      

 

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Damals war es Friedrich von Hans Peter Richter ~ Ein Jugendbuch das auch Erwachsene nicht Das Lachen und der Tod von Pieter Webelingkalt lässt. Die Erlebnisse zweier Kinder zu Zeiten der Judenverfolgung.

 

 „Das Lachen und der Tod von Pieter Webeling ~ ein Komiker im KZ, lustig sein um zu überleben?

Die Säuberung

 

 

Die Säuberung von Markus Frenzel ~ der Balkankrieg, Ethnien die sich gegenseitig töten, Feinde die einst Nachbarn waren, all dies eingebaut in einem Thriller.

 

Der Angstmann von Frank Goldammer ~ Dresdder angstmann Beitragsbilden, Bomben, Flüchtlingskarawanen, Elend, Hunger, Überlebenskampf und mittendrin ein Serienkiller?

 

Tage der Toten von Don Winslow ~ ein furchtbarer Drogenkrieg der seit Jahrzehnten geführt 51euwkgjkjl-_ac_us160_
wird.

 

In den strassen die wut

 

•“In den Strassen die Wut von Ryan Gattis ~ Bandenkriege und Straßenschlachten in den USA aus den Blickwinkeln der einzelnen Protagonisten.

 

• „Kindersucher“ von Paul Grossmann ~ viel fiktives gepaart mit Geschehnissen während des 2. Weltkrieges und mittendrin ein jüdischer Ermittler.Kindersucher

 

Und im Moment lese ich ganz aktuell „Großväterland„, eine Graphic Novel in der GroßväterlandZeitzeugenaussagen bildlich dargestellt sind.

Der Krieg hat viele Gesichter und ist immer, egal aus welchem Grund er entstand, grausam, brutal und menschenverachtend. Warum ich dann ’solche‘ Bücher lese? Um die Menschen zu finden, die nicht weggesehen haben, die halfen und helfen, die beschützen und bewahren. Wenn ich nur einen einzigen von diesen Menschen in diesen Büchern entdecke bin ich beruhigt. 

Es wäre natürlich unsagbar schön wenn es gar keine Bücher zum Thema Krieg geben müsste. Ein Wunschdenken, ja ich weiß –  aber man wird sich ja etwas wünschen dürfen – vollkommen unabhängig ob ein Fest vor der Türe steht oder nicht.

Gegen das Vergessen

 

Diese Kerze zünden wir an, für all die Kinder, Frauen und Männer, die egal wo auch immer auf dieser Welt wegen eines Krieges ihr Leben lassen mussten.
Für all die Vertriebenen, Heimatlosen und Flüchtenden.
Das Bild darf kopiert werden – ich freue mich wenn viele Kerzen gegen das Vergessen leuchten.

Lasst uns lesen und lasst uns die Wertigkeit dieser Bücher hinaustragen – und lasst uns vor allem Mensch sein ~ immer!

Kerstin
[& Janna]

 

21 Kommentare

  1. Liebe Kerstin und Janna,
    Was für ein toller und wichtiger Beitrag. Das finde ich eine richtig gute Idee. Ich finde es auch sehr wichtig, nicht zu vergessen. Die Geschichte nicht, und auch nicht, das in vielen Teilen der Welt leider auch immer noch Krieg herrscht.
    Deswegen lese ich auch öfter Bücher, die Kriege und Flucht thematisieren. Von der vorgestellten Büchern kenne ich allerdings noch keins. Allerdings könnte ich auch noch zahlreiche der Liste hinzufügen. Lesen ist ein guter Weg, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich bewusst zu machen, was mit Kriegen und Kämpfen alles einhergeht.
    Als Blogger haben wir finde ich, auch eine Gewisse Verantwortung, was wir so ins Netz stellen. Wir erreichen einige oder viele Menschen. Und ich finde es toll, dass ihr eure Reichweite für das Besinnen und das Erinnern nutzt.
    Ein Grund mehr, warum mir euer Blog mittlerweile von meinem PC als Favoritenseite angezeigt wird und ich hier Stammgast bin.
    Ganz liebe Grüße,
    Julia

    1. Hallo Julia, ganz vielen lieben Dank.
      Es beigeistert uns das gerade solche Beiträge auch Anklang finden und du hast absolut Recht was das Thema Verantwortung angeht. Auch vor unangenehmn Themen dürfen wir uns nicht drücken.
      Ganz liebe Grüße, Deine Worte tun richtig gut 🙂
      Kasin

    2. Kerstin hat ja schon so schön geantwortet, deshalb kommt von mir ein kleiner Freudenhüpfer, das wir dich als Stammgast hier immer mal wieder antreffen! *-*
      Hab einen mukkeligen 3. Advent!

  2. Es ist so unglaublich wichtig solche Bücher zu lesen. Es gibt da dieses wunderbare Zitat von George Santanya „Only the dead have seen the end of war“ („Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.“). Leider ist Krieg etwas sehr menschliches und wird auf Dauer kaum zu verhindern sein (Suche bei youtube einfach bei Gelegenheit nach dem (Filk)-Lied „The sun is also a warrior“, das beschreibt sehr schön wieso), aber je mehr wir wissen, desto weniger wahrscheinlich ist es, dass wir dabei aus Versehen die ganze Erde zerstören. (Und das werden wir in einem dritten Weltkrieg, ich sehe das ganz so wie Einstein: Der 4. Weltkrieg wird mit Stöcken und Steinen gekämpft)

    Glücklicherweise gibt es ja sehr viele gute Bücher zu dem Thema. Ich mag „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (und Folgebände) sehr oder auch „Salz für die See“.

    Liebe Grüße,
    Lena

    1. Hallo Lena, „Salz für die See“ steht bei mir seit ein paar Tagen ganz oben auf der Liste derMussichlesenBücher.
      Und Du hast Recht, die Menschen lernen nie aus ihren Fehlen sondern machen alles noch schlimmer, siehe Aleppo und was da abgeht – furchtbar
      Wünsche Dir aber trotzdem ein tolles Wochenende
      Kasin

  3. Hi
    Danke das du auf etwas aufmerksam machst, das leider zu schnell in die Vergessenheit gerät.
    Auch dieser Artikel bietet hier so viel.
    Ich wollte dir gerade eine Buchempfehlung dazu setzen, aber mir fällt gerade der Titel nicht ein.
    Lieben Gruß
    Nicole

    1. Hallo Nicole, danke Dir und wenn es Dir einfällt sag Bescheid, ich freue ich immer über Vorschläge.
      Liebe Grüße
      Kasin

  4. Hallo,

    ein schöner Beitrag zu einem wichtigen Thema, das nie vergessen werden sollte! Wir haben in der Schule „Damals war es Friedrich“ gelesen und das war wohl in der Schulzeit das einzige Mal, dass mich dieses Thema nicht genervt, sondern wirklich nachdenklich und empfänglich gemacht hat. Der sonstige Unterricht zum Thema (Welt-)Krieg hat eher das Gegenteil bewirkt, was ich heute wirklich erschreckend finde. Ich hoffe, da hat sich seit meiner Schulzeit ein bisschen was geändert (wobei ich das irgendwie nicht wirklich glaube…).
    Umso wichtiger finde ich daher solche Bücher/Geschichten/Erzählungen, die diese Themen den Menschen näher bringen. Danke für die tolle Zusammenstellung, da werde ich bestimmt noch das ein oder andere von lesen!

    Liebe Grüße
    Anka

    1. Hallo liebe Anka,
      danke für Deinen lieben Kommentar. Ich fürchte in der Schule ist es heute nicht viel anders als zu meiner Zeit. Sohnemann hatte auch ‚Im Westen nichts neues durchgenommen“, aber die Fahrt nach Verdun hat da sehr nachgehallt. Aber in der Grundschule wurde ein Buch gelesen das mir auch sehr gut gefallen hat „Der überaus starke Willibald“ – hier wurde das Anderssein und Diskriminierung sowie die Folgen gut aufgezeigt.
      Wünsche Dir noch einen schönen Sonntag
      Liebe Grüße
      Kerstin

  5. Danke für den Beitrag zu diesem wichtigen Thema. Du hast völlig Recht, dass diese Bücher alle wichtig sind und helfen, Krieg und seine Folgen zu verarbeiten. Deswegen kann es gar kein „zu viel“ geben. Meist ist das doch nur eine Ausrede, weil das Erinnern durchaus schmerzvoll sein kann. Ein Thema, das und alle angeht, immer wieder.

    1. Hallo und Danke für Deinen lieben Kommentar dem ich mich absolut anschließe. Erinnern ist so wichtig auch wenn es weh tut.
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag für Dich
      Kerstin

  6. Ich finde das eine wundervolle Idee und bin da ganz bei dir. Solche Dinge darf man nicht vergessen, nie! Und es kann gar nicht genug Berichte und Bücher und Zeitzeugengeschichten geben. Das Lachen und der Tod habe ich gelesen und rezensiert, ein sehr sehr gutes Buch! Die anderen kenn ich alle noch nicht, die schau ich mir mal genauer an. DAs nicht vergessen ist für miche in Grund, warum ich die Aktion #LesenFürMenschlichkeit wieder mache, einfach um zu erinnern, dass wir mehr gutes tun sollten. Ach, nur eleider geht sie doch wieder etwas unter, weil ich wegen sch…privaten Dingen nicht wie geplant groß Werbung machen konnte. Was ich auch sehr berührend fand, ist der Junge im gestreiften Pyama, neulich hab ich auch den Film mal angesehen. Gott so traurig. Aber das ist fast eher schon Mainstream mittlerweile. Ich mag auch so wirkliche Sachbücher, Zeitzeugenberichte von damals. Aimee und Jaguar hab icha uch erst gelesen.

    glg Franzi

    1. Der Junge im gestreiften Pyjama habe ich auch gelesen und den Film gesehen, gerade wenn es um Kinder geht trifft es mich enorm.
      Diese Aktion #lesenfürmenschlichkeit kenne ich gar nicht, muss ich mir mal ansehen, danek für den Tipp.
      Liebe Grüße
      Kerstin

  7. Huhu!

    Ein sehr interessanter Beitrag, und gerade auch in der Weihnachtszeit ein wichtiges Thema. Ich glaube, wir hier in Deutschland vergessen oft, dass es uns verglichen mit 90% der Menschen auf diesem Planeten richtig gut geht. Gerade, wenn die Leute hasserfüllt gegen die Flüchtlinge wettern, die doch überwiegend (es gibt immer und überall schwarze Schafe) auch nur leben und eine bessere Zukunft für ihre Kinder haben wollen, macht mich das sehr traurig.

    Von den genannten Büchern habe ich natürlich auch einige in der Schule gelesen, und „Der Angstmann“ steht noch auf meiner Wunschliste. Aber solche Bücher kann ich nicht immer lesen, da muss ich mich drauf einlassen können.

    LG,
    Mikka

    1. Nach solch einem Buch muss ich immer etwas anderes lesen um wieder runter zu kommen. Und du hast absolut recht, uns geht es in vielerlei Hinsicht so gut.
      Liebe Grüße
      Kerstin

    1. Hallo Nicole, danke Dir.
      Ich bin beruhigt über die positiven Resonanzen .
      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
      Kerstin

  8. Ein sehr sehr schöner Post zu einem sehr wichtigen Thema und ich denke, er passt in diese Jahreszeit, denn wir dürfen eben nicht vergessen!
    Das viele dieses Thema nicht mehr hören können liegt glaube ich auch sehr an der immer gleichen Berichtserstattungen in der Schule vor allem, die viele dafür abstumpfen, dabei gibt es tolle Berichte und Dokumentation, die einen völlig fesseln und empfänglich für das Thema werden lassen.
    Die Bücher kenne ich nicht alle, da werde ich gleich mal stöbern gehen.

    Liebste Grüße und eine schöne Weihnachtszeit ohne vergessen!

    1. Hallo Vivka, ich danke Dir für Deinen schönen Kommentar. Das mit der Schullektüre stimmt. Es gibt mittlerweile so viele gute Bücher zu dem Thema. Gewiss sind die Klassiker auch wichtig aber eben nicht mehr so sprachlich zeitgemäß für die jungen Leute, sehe ich bei meinem Sohn.
      Wünsche Dir auch eine ganz wunderschöne Weihnachtszeit
      Liebe Grüße
      Kerstin

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