Rezension

„Gebrannte Kinder“

Gebrannte Kinder

 

Aktuelle Ausgabe: 06.03.2016
AutorIn: Inca Vogt
Verlag : Self Publishing
ISBN: B01CNOHYW2
E-Book: 521 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 2,99 €
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Erstausgabe: 09.02.2015 * Taschenbuch *
520 Seiten * 13,99 €


3 von 5 Sternen ~ Rezensiert von crumb
10.05.2016

Mehr Realität als einem lieb ist

Vorweg: Ich habe mich mit der Sternenvergabe wirklich schwer getan & schwankte zwischen 3 & 4 Sternen, warum ich mich doch zu der geringeren Sternenanzahl entschieden habe, wird hoffentlich deutlich & dennoch nicht missverstanden aus den folgenden Worten:

Toni, ihrerseits freiberufliche Journalisten, schreibt einen Artikel über Tierquälerei – doch hinter dem Briecherthof verbergen sich noch weitaus düstere Lebensgeschichten!
Die haben uns Kinder verkauft. An jedes Dreckschwein, das bezahlt hat.

Die damaligen Täter werden zu den heutigen Opfern, gebrandmarkt & gefoltert – die Neugierde einer Journalisten ist geweckt. Stück für Stück holt Toni die Wahrheit ans Licht & gerät somit in den Fokus des Täters … aber ist der Unbekannte ein Täter oder selbst Opfer?

Zu Beginn jedoch begleitet der Leser Dr. David Frensen, bereits zu Beginn wird deutlich das sich in seiner Lebensgeschichte düsteres verbirgt, ohne das er selbst sich jedoch daran erinnern kann. David wird von Blackouts geplagt, von wirren Einträgen in seinem Laptop und den Unfalltod seines Vaters, während seine Mutter im Koma liegt. Ist David das Opfer oder der Täter? Diese Frage begleitet den Leser durch das gesamte Buch hindurch!

Lange Zeit ist dem Leser nicht klar wer verantwortlich ist für die gegenwärtige Morde, ob und inwieweit David & sein Bruder darin verstrickt sind.
Die Geschichte ist gut be- & umschrieben, gespickt mit brutaleren Szenen. Auch der Komazustand wird dem Leser deutlich aufgezeigt & verständlich nahe gebracht – dies überzeugte.
Der Realitätsbezug ist erschreckend – Kinderhandel ist ein reales & immer wieder aktuelles Thema, ein Tabuthema welches gut innerhalb des Thrillers herausgearbeitet wurde. Für mich persönlich hätte es noch tiefer gehen können, ich kann jedoch verstehen das die Autorin nicht zu detailliert wurde, da viele Leser sonst zurück schrecken. Hier wurde ein guter Ausgleich zwischen Buch & Realität geschaffen.

Randnotiz: amüsant fand ich den Namen eines Hundes – „Lassdas“ 😉

Warum ich dennoch 3 Sterne vergebe liegt an den Protagonisten:
Dies ist nun wirklich mein ganz persönliches empfinden, aber leider gibt es zu wenige Einblicke in die Täterperspektive, dies fehlte mir ein Stückweit.
Auch der zehnjährige Neffe überzeugte mich nicht – zu involviert am Ende für sein Alter.
Und es tauchen zu viele Personen innerhalb der Geschichte auf, zu viele Namen schlängeln sich hindurch. Dies ließ die Geschichte unübersichtlich werden, manchmal wusste ich gar nicht von welcher Person nun gerade die Rede war.

Dies ist sehr schade, denn die Geschichte für sich, ebenso der Verlauf & die Beschreibungen sind interessant, spannend & brutal, unverschönt.
>>Guck zu, Schlampe. So sieht Frischfleisch aus<<, forderte er die Mutter auf, schlug mit dem Schüreisen auf ihn ein oder versuchte seinen nach Pisse stinkenden Schwanz in ihn zu stecken.

Da der zweite Band „Götzenkinder“ um einiges kürzer ist, hoffe ich sehr das es übersichtlicher ist – denn lesen werde ich ihn 😉

Kommentar verfassen