Rezension

„Fuchskind“

Fuchskind

 

Erscheinungsdatum: 17.06.2016
AutorIn: Annette Wieners
Verlag : Ullstein/List
ISBN: 978-3548612515
Flexibler Einband: 352 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 9,99 €



4 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
19.06.2016

„Vergiftetes Vertrauen – ein Kriminalfall der leiseren Töne“

‚Fuchskind‘ ist der 2. Band der Autorin Annette Wieners um die Ex-Polizistin Gesine Cordes, erschienen bei List-Taschenbuch, kann aber als eigenständige Geschichte unabhängig voneinander gelesen werden.

Das Cover dieses Kriminalroman hat mich sofort gefangen, diese düstere Atmosphäre, in ihrer Schlichtheit doch sehr besonders, was gerade die erhabene weiße Schrift noch einmal erhöht.

Aber erst einmal kurz zur Story:
Es ist schon einige Jahre her das die Polizistin Gesine Cordes den Boden unter den Füssen verlor. Der Tod ihres Sohnes und die folgende Scheidung hatte sie aus der Bahn geworfen. Nun ist sie aber angekommen. Ihre Wohnung ein ausrangierter aber liebevoll hergerichteter Wohnwagen auf einem Bauerhof. Gesine hat ihre Erfüllung in dem Beruf der Friedhofsgärtnerin gefunden. Sie kümmert sich um die lebenden Pflanzen und die Gräber der Verstorbenen. Bis zu einem folgenschweren, nebligen Morgen. Ein Findelkind, ein Baby, ausgesetzt auf dem Friedhof weckt alte Erinnerungen und eine Frauenleiche die kurz darauf neben dem Friedhof gefunden wird lässt Gesine nicht zur Ruhe kommen. Hängen diese zwei so unterschiedlichen Fälle zusammen? Besteht Gefahr für Gesine oder gar für das Findelkind?
Gesines Ermittlerinstinkt ist geweckt und als ihr Exmann auftaucht wird alles noch viel undurchsichtiger.
In dieser Geschichte ist vieles miteinander kombiniert. 
Es geht um Verbrechen und Geheimnisse, Liebe und Fürsorge, Trauer und Wut, Familie und Freunde, Hass und Mord. Viele Komponenten die allesamt einen stimmigen und unterhaltsamen Kriminalroman ausmachen.
Band 1 ‚Kaninchenherz‘ kenne ich nicht, es kommt hier und dort mal zur Sprache, aber immer nur kurz. Was mir dabei sehr gefiel ist das es keinen unnötigen Spoiler zu dem ersten Band gab, somit könnte ich vollkommen unbedarft an diesen Vorgängerband gehen.
Ebenso wichtig, es fehlte mir nichts. Gesine wird gut beschrieben, ihre Lebensumstände dargelegt und ihre Empathiefähigkeit immer wieder aufs neue bestätigt.
Der Kriminalfall hat es in sich, Verdachtsmomente zur genüge aber lange Zeit eben nichts konkretes, so konnte ich lange miträtseln wer nun hinter dem Mord oder dem Aussetzen des Kindes steckte.
Der rote Faden im Buch sind die Pflanzen, vorrangig die Giftigen. 
Das ist wohl dem tragischen Tod von Gesines Sohn zu schulden, eine traumatische Erfahrung, die mir allerdings zu oft wiederholt wurde, da sie mit den Verbrechen selbst nichts zu tun hatte. 
Die dafür regelmäßig vorkommenden Zeichnungen und Erläuterungen zu giftigen Pflanzen waren zwar sehr schön und auch informativ, passten aber absolut kein Stück zu dem/den Fällen.
Die Geschichte ist eine leise, ruhige Erzählung. Angenehm zu lesen und stellenweise wirklich herzergreifend.Die Charaktere der Protagonisten haben sich mir authentisch dargestellt, bis auf eine, aber diese sollte sich jeder selbst erlesen.
Spannung ist durchaus vorhanden, es wird gefährlich für Gesine und ihr Umfeld, dass hat die Autorin Annette Wieners komplett durch das Buch gezogen.

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