„Fever: Die Suche des Nicolaas Storm“ | Deon Meyer

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Ganz großes Kino

Inhalt laut Verlag

»Ich will vom Fieber erzählen, von unserer Stadt Amanzi – und von dem Mord an meinem Vater Willem.«

Nicolaas Storm fährt mit seinem Vater Willem durch ein vollkommen verändertes Südafrika. Nach einem Fieber, das weltweit fünfundneunzig Prozent der Menschen getötet hat, versuchen die beiden, einen sicheren Platz zum Leben zu finden. Das Land ist in einem Zustand der Gesetzlosigkeit. Gangs ziehen schwerbewaffnet umher, wilde Tiere bedrohen die Menschen. Schließlich aber finden Vater und Sohn einen Platz für eine Siedlung. Andere Menschen stoßen zu ihnen – Abenteurer, elternlose Kinder, ehemalige Soldaten. Sie alle müssen die Gesetze des Überlebens neu lernen. Nico wird zum Schützen ausgebildet. Er verliebt sich in Sofia, die wildeste Frau, die jemals ihre kleine Stadt betreten hat, und er beginnt wieder an eine Zukunft zu glauben. Bis die Katastrophe passiert – und sein Vater ermordet wird.

Wie um alles in der Welt soll ich ein 21 Stunden umfassendes Hörbuch bewerten, das so vielfältig ist wie „Fever“?
Eine Dystopie, ein Weltuntergangsszenario, das allerdings nicht eben nur dieses Fieber und den damit verbundenen vielfachen Tode von Millionen von Menschen betrifft, sondern vielmehr die Geschichte danach.
Den Neuanfang von einigen wenigen Überlebenden, dem Wiederaufbau von Gesellschaft und Kultur, der Angst um Existenz, Leib und Leben und natürlich auch den Kampf zwischen Gut und Böse.

Wir sind Tiere, soziale Tiere mit der dünnen Lackschicht der Zivilisation

Das Hörbuch habe ich (fast) in einem Stück durchgehört. Zu spannend war es zu erfahren, was dem erwachsenen Mann Willem und seinem Sohn Nicolaas (Nico) wiederfährt. Ihre Geschichte in vielen kleinen Etappen wird wie eine Art Geschichtsbuch erzählt. Episoden über das Fieber und die damit verbundenen schrecklichen Konsequenzen sind eher in der Minderheit. Zwar gibt es immer wieder Einblicke in das was geschehen war aber der Dreh- und Angelpunkt sind definitiv Willem und Nico.
Ihnen folgt man durch das vereinsamte Südafrika auf der Suche nach dem perfekten Ort, an dem eine Zukunft auch für andere Menschen machbar ist.
So finden sich nach und nach immer mehr neue Charaktere ein. Der Pilot, ein junges Mädchen, eine seltsamer Fremder, eine Frau mit etlichen Kindern und immer mehr und mehr.
Da bedurfte es großer Konzentration, um über die weite Strecke die man zurücklegte, alle im Kopf zu behalten.
Einzelschicksale die letztendlich eine große Gemeinschaft bilden und damit diesen Ort Amanzi. Weit abgelegen an einem großen Staudamm. Mich hatten eben diese einzelnen Erzählungen sehr in seinen Bann gezogen. Wie sich die Wege dieser so unterschiedlichen Menschen kreuzten und was dieses Fieber aus ihnen und ihrem Leben machte. Die Einsamkeit und Verzweiflung war deutlich zu spüren und doch war Aufgeben keine Option. Wogegen andere in ihrer Hilflosigkeit keinen Ausweg mehr sahen.

Die Hunde sind nicht verrückt geworden – nur der Lack ist ab.

Was sich immer wieder im Laufe der Geschichte ergibt, sind die kleinen und großen Katastrophen. Die, wenn man das Fieber mal außer Acht lässt, allesamt vom Menschen selbst heraufbeschworen werden.
Denn neben denen, die friedvoll in die Zukunft gehen wollen, gibt es natürlich auch solche die ganz andere Ansinnen haben. Plünderer, die sich in großen Gruppe zusammen finden und alles an sich reißen was Bevorratung angeht. Dabei bleibt wieder einmal auf der Strecke, was den Menschen ausmacht oder ausmachen sollte, die Menschlichkeit.
So kommt es auch zu unschönen Szenen, die detailliert genug sind aber nie über eine gewisse Grenze hinausgehen.

Aus Amanzi entsteht immer mehr eine Stadt, mit Regeln und Gesetzen und jeder Menge Zuversicht. Doch wie sollte es anders sein, so mancher spielt falsch und damit gegen die friedliche Bevölkerung. Willems, im Klappentext erwähnte Ermordung ist kein Geheimnis, daher kann ich es ruhig erwähnen. Denn darauf baut alles auf. Sein Sohn Nico, sein Erbe, er erzählt und lässt erzählen. Abenteuer und Abenteuerliches. Wenn man sich in Erinnerung ruft das alles in Südafrika geschieht, so könnte es doch überall auf der Welt sein. Nur die ab und an auftauchenden Löwen und anderes Getier machen es einem wieder bewusst.

Dann werden wir genau wie die Hunde!

Mich faszinierten die Gedanken der Menschen, ihre Eindrücke zu bestimmten Erlebnissen und anderen Personen. Die Geschichte lebt dadurch und lässt einen teilnehmen an diesem Neuanfang. Wie sehr wir uns doch auf alles verlassen, was wir für alltäglich ansehen und wie schnell eben die einfachsten Dinge kaum überwindbare Hürden aufzeigen. Nahrung, Trinken, Medizin, ärztliche Versorgung, Elektrizität, Benzin und und und. Wenn die Welt Kopf steht und der Supermarkt um die Ecke nichts mehr anzubieten hat, besinnt man sich auf das was man kann. Was einst von großem Wert war, wird wertlos. Dafür bekommen solch profane Dinge wie das Wissen über Heilkräuter oder Ackerbau ganz neue Bedeutungen. All das wird in „Fever“ dargestellt, ist fließend in die Geschichte eingebaut und für mich mit der wichtigste Aspekt überhaupt. Denn all diese einstigen Nebensächlichkeiten funktionieren nur in einer auf gegenseitig aufgebauten Respekt und einem vernüftigen Miteinander. Einer für alle und alle für einen!

Durch die Dialoge wurde alles noch persönlicher und viele der Charaktere habe ich tatsächlich in mein Herz geschlossen. Wunderbar intoniert vom Sprecher Martin Bross, der allen ein Leben und damit eine Persönlichkeit einhaucht.

Diese Geschichte hat sehr authentisch dargestellt dass einer alleine nichts und viele zusammen alles schaffen können, im Guten wie auch im Bösen. Somit war besonders der Abschluss, in dem es eine große Überraschung gab, doch keine für mich.

Für „Fever“ sollte man sich Zeit nehmen um abzutauchen und all diese Bekanntschaften zu genießen. Es lohnt sich für alle die gerne Abenteuer erleben und viel über Möglichkeiten, die scheinbar unmöglich sind, zu erfahren. Eine wunderschöne Reise in eine auf den Kopf gestellte Welt.

Nur wer aufgibt hat wirklich verloren!

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★★

– Weitere Eindrücke –
Die Leserin °
Literaturblog Günter Keil °
Vanessas Bücherecke °
Monerls bunte Welt °

Buchdetails
Titel: Fever: Die Suche des Nicolaas Storm
Buchreihe: Einzelband 
Autor: Deon Meyer | Sprecher: Martin Bross
Verlag: Audible Studios | Printausgabe: AUFBAU VERLAG
ASIN: B075D8Y9RG [Audio]
Spieldauer
: 21 Stunden und 56 Minuten

6 Kommentare

  1. Liebe Kerstin,
    das Hörbuch wird jetzt bei mir einziehen. Damit ist das nächste Audible Guthaben verplant.
    Danke für Deine großartige Rezension.

    Anja

    1. Hallo liebe Anja
      das freut mich sehr
      Wünsche dir ganz viel Spaß damit und hoffe es erreicht dich so wie mich.
      Bin sehr auf deine Meinung gespannt
      Liebe Grüße und komm gut in die neue Woche
      Kerstin

  2. Eine tolle Rezension ich habe das Buch auch im Januar gelesen und in meiner Rezension schon gesagt, wie unglaublich ich diese Geschichte gefunden habe. Es wirkt alles so real, dass man sich keine Gedanken darüber macht, ob es nur eine Fiktion ist oder nicht.
    Ich kann mir vorstellen, dass es als hörbuch gar nicht so leicht ist, die einzelnen Stränge zu verfolgen. Aber die Spannung scheint sich ja die ganze Zeit begleitet zu haben. Das freut mich
    Viele Grüße Sandra

    1. Hallo liebe Sandra,
      dankeschön :-* Das Hörbuch hat mich echt geflasht
      Womit ich nur riesige Probleme hatte waren die Namen. Der Pilot z.B. Hanni Fly wie wurde sein Name geschrieben? Ich habe alle an ihren Besonderheiten festgemacht. Aber echt toll
      Liebe Grüße, Kerstin

      1. Oh ja das glaub ich. Ich kann leider gerade nicht nachschauen, wie er genau heißt, da das Buch bei meinen Eltern ist. Aber ich meine er heißt einfach Hanni. Kann aber Wochenende mal schauen. Die Namen waren leider wirklich etwas verwirrend. Das finde ich immer etwas nachteilig beim hörbuch, da ich sie mir geschrieben bzw beim lesen besser merken kann.
        Aber trotzdem so ein tolles Buch

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