Eva Lirot

Interview mit Eva Lirot 
von Kasin

Eva Lirot

Liebe Eva, herzlich willkommen bei uns hier, wir freuen uns sehr, Dich mit unseren Fragen löchern zu dürfen! Ich konnte Dich ja auf der Frankfurter Buchmesse treffen, sehr spontan und ohne großes Tohuwabohu – ich hatte irre Spaß.

Jim Devcon, der „Held“ Deiner mittlerweile 6 Bände umfassenden Reihe um diesen charismatischen Kommissar, hat es ja immer mit Fällen zu tun, die recht brutal und grausam sind. Allerdings verzichtest Du weitgehenst auf allzu detaillierte Szenerien ~ Warum?
Ich glaube, das liegt daran, dass ich selbst nicht so der Fan von allzu blutigen Szenen bin. Es gibt ja diese megaerfolgreiche Fernsehserie „The Walking Dead“. Und obwohl ich die Zombie-Saga von der Story her gut fand, konnte ich das nicht lange anschauen. Die Horrorbilder kriege ich bis heute nicht aus dem Kopf.

Eine weitere Rolle spielt sicher auch, was mich selbst an Tätern fasziniert. Warum handeln sie so bzw. wie konnte es passieren, dass sie zu Mördern wurden?
Das heißt also, dass es möglich ist, dass es in einem der nächsten Bände dann doch mal außergewöhnlich brutal und grausam zugeht. Das wäre aber nur der Fall, wenn es mir zur Darstellung der Täterin oder des Täters notwendig erscheint. In „Seelengruft“ (Band 3) geht es ja schon knallhart zu. Dort mordet der bisher böseste Täter, und das wollte ich auch deutlich so darstellen. Einfach um des Effektes Willen würde ich die Seiten aber nicht in Blut ertränken 😉

Da ich ja alle 6 Bände gelesen habe, weiß ich, dass Du in jedem zeitaktuelle Geschehnisse und oftmals erschreckende Themen aufgreifst. Seien es minderjährige Prostituierte, Verrichtungsboxen, Einsparmaßnahmen, psychisch Erkrankte oder wie hier im letzten Band der „Highway of tears“ (eine wahre Geschichte die mich wirklich erschüttert hat). Ist es Dir immer so wichtig diese Themen in Deinen Büchern unterzubringen?
Und – wie kommt man auf all diese Dinge?
Die Themen schnappe ich teils zufällig auf. Wenn ich irgendwo unterwegs bin, Fernsehen schaue oder im Internet surfe …
Ich finde es sehr spannend, was es auf dieser Welt alles gibt, wovon man in der Öffentlichkeit eher nichts erfährt. Und es ist ja auch ein Unterschied, ob man einen Zeitungsartikel liest, eine Dokumentation im Fernsehen anschaut oder ein Buch liest. Wenn das Kopfkino anspringt, ist das ein viel intensiveres Erlebnis, als wenn man die Bilder vom Fernsehen geliefert bekommt, oder wenn durch einen sachlichen Artikel kaum Bilder im Kopf entstehen.
Sicher kann man sich über die Geschehnisse rund um den „Highway of Tears“, um den es in „Seelenfalle“ (Band 6) geht, auch informieren, indem man einen Artikel darüber liest. Aber mir ging es darum, diese unendlich weite Gegend und ihre Einsamkeit so darzustellen, dass der Leser das Gefühl hat, er wäre gerade selbst vor Ort. Gleiches gilt für die Kultur und den Glauben der Indianer in den kanadischen Reservaten, den ich nacherlebbar machen wollte. Das kann kein Artikel. Das kann nur ein Roman.

Jetzt wissen wir ja schon ein wenig über Dich, aber diese Fragen müssen auch sein *zwinker*

Beschreibe Dich mit 3 Schlagworten!
Hellwach, fröhlich, schusselig.

Hast Du sogenannte „Laster“? Oder bestimmte „Macken“, wie beispielsweise 3x nachzusehen, ob das Licht auch ausgeschaltet ist?
…Macken entstehen doch meist nur bei sehr ordnungsliebenden Menschen, oder? *hüstel*

Wenn Du nicht gerade in Deine Bücherwelt tauchst, wie sieht dann Dein Leben aus?
 Zwischen den Romanprojekten räume ich dann immer ein bisschen auf. Ich bin ja eine von denen, die nicht mit einem hochmodernen Computerprogramm tippt, in das sämtliches Hintergrundmaterial eingegeben wird, damit man es während des Schreibprozesses immer abrufbereit hat.
Ich sage mir: In der Zeit, in der ich den ganzen Kram da eingetragen hätte, tippe ich lieber schon mal die ersten Kapitel. Mein Hintergrundmaterial besteht also aus vielen kleinen gelben Notizzetteln und einer Loseblattsammlung, die außer mir niemand durchblickt. Was aber wirklich nicht mehr ginge wäre, diese auf je ein Romanprojekt bezogenen Loseblattsammlungen zu vermischen. Ich glaube, dann bliebe wirklich nur noch anzünden…
Ansonsten gehe ich sehr gerne spazieren (Sport halte ich für völlig überbewertet). Am liebsten irgendwo in der Natur, aber ich schlendere auch gerne mal durch Städte. Und ich fotografiere für mein Leben gerne. Landschaften, Tiere, Bauten … was mir so vor die Linse kommt.

 
Das Schreiben: ganz traditionell am Schreibtisch mit Ruhe im Haus oder auch mal draußen im Straßencafè?
Draußen? Nee, geht gar nicht. Da würde ich nicht einen Buchstaben zu Papier bringen, sondern nur alles um mich herum beobachten. Dafür bin ich zu neugierig. Mich muss man schon in meinen Schreibkäfig einsperren, damit ich auch wirklich schreibe. … Es ist aber ein sehr gemütlicher Käfig, da will ich oft stundenlang gar nicht raus.
 
Deine Buch-Charaktere – sind diese rein fiktiv oder wirst Du von irgend jemandem in Deinem Umfeld bei dessen Skizzierung beeinflusst?
… Schwierig. Selbst wenn ich jetzt sage, sie sind rein fiktiv, so kann ich mir doch nur einen neuen Mix aus dem vorstellen, was ich schon gesehen habe. Aber ich bilde niemanden konkret ab. Sagen wir’s so: Aus allen möglichen Varianten der Charaktere und des Aussehens, die mir bekannt sind, bastele ich mir die Romanfiguren.
 
Wenn Du wählen müsstest – Schokolade oder Chips?
SCHOKOLADE
 
Eine ganz spontane Antwort bitte, welchen Deiner Protas möchtest Du gerne mal treffen?
Jim Devcon. Eindeutig.
 
Und gleich hinterher: Welchen auf gar keinen Fall?
BKA-Oberkommissar Losard aus „Seelenfieber“ (Band 1). Das wäre nämlich ein sehr kurzes Treffen, weil ich vermutlich nicht so beherrscht auf ihn reagieren würde wie Jim Devcon.
 
Hast Du ein absolutes Lieblingsbuch?
Nee. Dafür lese ich zu viel. Da kommt regelmäßig ein Buch dazu, das das vorherige Lieblingsbuch ablöst und dann temporär an erster Stelle steht.
 
Welcher Autor/welche Autorin hat Dich als Schriftsteller beeinflusst?
Hm. Da wären nun also alle aufzuzählen, deren Bücher es mal in die Kategorie „Lieblingsbuch“ geschafft haben. Walter Moers (Die Stadt der träumenden Bücher), Joël Dicker (Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert), J.K. Rowling (Harry Potter und der Gefangene von Askaban) … puh, da müsste ich jetzt aber ziemlich lange tippen, fürcht’ ich…
 
Du hast das letzte Wort (naja, fast – *grins*)
Liebe Kerstin, ganz lieben Dank für das Interview! Hat mir wirklich Spaß gemacht, Deine Fragen zu beantworten

Liebe Eva, vielen Dank für Deine Antworten und die Zeit die Du Dir genommen hast. Wir wünsche Dir weiterhin viel Inspiration beim Schreiben, Erfolg und ganz viele neue LeserInnen.

Seelenfalle


Eva Lirot hat es sich nicht nehmen lassen und stellt uns ein Exemplar des aktuellen Buches ‚Seelenfalle‘ für eine Buchverlosung zur Verfügung. (Dieses Buch lässt sich auch ohne Vorkenntnisse zu den anderen Bänden lesen)

Wir legen noch eines drauf, deshalb gibt es 2 zu gewinnen!!

6 Kommentare

  1. Ein tolles Interview! Und schön zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, die stundenlang in einem Cafe sitzen und Leute beobachten könnte :-)). Schöner Bericht von euch! lg Nadine von Nannis Welt

  2. Liebe Kasin,

    Ich würde mich sehr freuen das Buch zu gewinnen. Es klingt richtig gespannt!
    Das Interview ist top.
    Beste Grüße,

    Bahram

  3. Hallo Kerstin!
    Erstmals vielen Dank an Euch beide (Eva & Kerstin) für das gaaanz tolle Interview. Ich habe mich dabei köstlichst amüsiert und dabei meine Choclait Chips ehrfürchtig gemampft. Passiert schon mal wenn man sich mit Schokoholiker verbunden fühlt 😉
    An der Buchverlosung nehme ich nicht teil, da ich ja schon alle Teile gelesen habe. Alle hintereinander, ich bin regelrecht reingekippt und wohl Jim Devcon-süchtig.
    Ich kann also mit ruhigem Gewissen behaupten, dass diese Reihe für Thrillerfans ein absolutes Must-have ist und es sich wirklich lohnt sie zu lesen. Ich wünsche also allen Bewerbern/Bewerberinnen viel Glück und dem Gewinner/der Gewinnerin (man muss das ja jetzt so schreiben, da man sich ja sonst politisch unkorrekt ausdrückt *zwinker*) spannendes Lesevergnügen.
    Ich für meinen Teil fiebere schon dem nächsten Teil entgegen.
    Liebe Grüße Eure (wieder mal endlos quasselnde) Ambermoon

    1. Irgendwann machen wir mal ein Interview mit Dir liebe Ambermoon, ich liebe es Dich zu lesen :-))
      In Sachen Jim Devcon hat Du absolut Recht – er macht süchtig – gehe mal Schokolade suchen…liebe Grüße

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