Rezension

„ERIC“ von Marco Monetha

Inhalt laut Buchrücken

“ „Sag mir, kleiner Mann. Wie weit würdest du gehen, um diesen Kerl loszuwerden?“ Eric merkt sofort, dass Buck ihm eine wichtige Frage stellt, und je nachdem, wie er antwortet, kommt etwas in Gang, das alles ändern wird. Er überlegt nicht lange, schaut ihm fest in die Augen und sagt: „Ich würde alles dafür tun.“
Mit dieser Antwort geht der junge Eric eine tiefe und lebenslange Verbindung zu Buck, dem Jäger, ein. Ein dunkles Geheimnis verbindet die beiden, und eine bedingungslose Freundschaft in einem kleinen Dorf im Norden Deutschlands beginnt. Als Erics Mutter Jahre später auf bestialische Weise ermordet wird, wird diese Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Denn Eric weiß, dass in Buck etwas schlummert, das immer wieder ausbricht. Während die Angst vor einem brutalen Mörder im Ort umgeht, stellen sich Eric und Buck ihren eigenen Dämonen. Und erkennen sehr schnell, dass sie nicht die einzigen Akteure in diesem mörderischen Spiel sind …“

Was war ich doch gespannt auf dieses Buch! Schonungslos, nichts für Zartbesaitete, brutal ~ all diese Worte fielen in anderen Rezensionen. Und ich kann dem nur zustimmen: Hier steht nicht nur Thriller drauf, hier ist auch Thriller drin!

„Wo einst ihr wallendes, braunes Haar den Hinterkopf bedeckte, war jetzt nur noch ein feucht glänzender, verklebter Haufen Haare zu sehen. Knochensplitter ragten wie kleine Eisbergspitzen aus ihrem Schädel.“ (S. 7)

Das Buch beginnt mit dem brutalen Mord an Erics Mutter. Es war kein Überfall, sondern eine gezielt inszenierte Nachstellung eines Gemäldes, eines sogenannten Tableau vivant. Und so glaubt Eric zu wissen, wer der Täter ist. Denn dieser ist ihm nahe, ein alter Freund mit schrecklichen Geheimnissen.

Durch verschiedene Rückblicke in die Jahre `88 und `95 skizziert der Autor das Kennenlernen und vertiefen dieser Freundschaft.
Eric, damals 11 Jahre, lebte mit seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten zusammen. Mit dieser Situation war Eric unglücklich, denn Jörg ließ seinen Frust grundlegend an ihm aus und er hatte niemandem mit dem er darüber reden konnte, der ihm helfen konnte.
Buck, damals Anfang 20, hatte eine schreckliche Kindheit, mit welcher die Leser im Verlauf des Buches konfrontiert werden. Doch dies ist nicht sein einziges finsteres Geheimnis und als er bemerkt in welcher Situation sein neuer Freund Eric ist, weiht er diesen darin ein.
26 Jahre später müssen sich die beiden diesem und weiteren Geheimnissen stellen.

Von Beginn an war ich mitten in der Geschichte und diese hat mich gefesselt! Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit erzeugt einen guten Spannungsbogen und ließ mich immer wieder zum Buch greifen. Ein grauenhaftes und schreckliches Bild gestaltet der Autor, bei dem zunächst viele Fragen entstehen. Immer wieder werden Andeutungen gemacht, ohne das daraus der wahre Täter hätte entdeckt werden können.

Marco Monetha ist es gelungen verschiedene Ebenen in der Geschichte miteinander zu verweben. Von makabrem Humor, über Erotik-Szenen, welche sich unter anderem zu einem Akt der Gewalt steigern, bis hin zur detaillierten Beschreibungen von Folterung und Tötung. Und doch schafft es der Autor, diese ungewöhnliche Freundschaft auf einer Ebene einzubauen die nicht nur brutal ist, sondern leise mit tiefer Verbundenheit einher geht.

Die Kapitel wechseln zwischen mehreren Protagonisten, wobei der Fokus auf Eric und Buck liegt. Ich fand es sehr passend Eric in den Gegenwarts-Abschnitten als einzigen Protagonisten in der Ich-Perspektive zu begleiten. Auch Buck hat seinen individuellen Platz innerhalb der Geschichte gefunden, denn durch die kleinen Anmerkungen zu seinem Keller wird ein Spannungsbogen aufgebaut, welcher sich bis zu den letzten zwei Seiten des Buches hält.

Ein gelungenes Thriller-Debüt und ein Buch das dazu verführt mit Protagonisten zu sympathisieren, denen ich im wirklichen Leben nicht begegnen möchte. Ich freue mich nun auf das nächste Buch des Autors (Titel: „JONAS“), welches voraussichtlich im Sommer erscheinen soll.

Rezension verfasst von © ‚crumb‘

    Buchdetails
Titel: Eric
Buchreihe: Einzelband 
AutorIn: Marco Monetha
Verlag: schardt

ISBN: 978-3-89841-893-5 [Ausgabe: Paperback]
Erscheinungsdatum: 15.06.2016
243 Seiten 
          Kosten
Paperback: 12,80 €
E-Book: 4,99 €

13 Gedanken zu „„ERIC“ von Marco Monetha

  1. Huhu Janna!

    Eine wirklich tolle Rezension! Ich habe schon viel von diesem Buch gehört, auch, das es nicht ohne ist. Ich bin zurzeit noch am Überlegen, ob ich es lesen werde. 🙂

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Nicole

    1. Huhu Nicole & lieben Dank! Bin gespannt ob du es lesen wirst & wenn + Rezi stups mich an 😉 Hach, ich werds dann ja eh mitkriegen!

      Komm fein ins WE!

    1. Ich bin da ja abgehärtet würde ich mal sagen 😉 Ob es Alpträume vor dem Schlafen verursacht kann ich nicht einschätzen, aber die Beschreibungen sind detailliert und ohne Umschreibungen.
      Würdest du es denn lesen wollen oder klingt es eher weniger nach einem Buch für dich?

      Hab einen feinen Wochenstart!

    1. Danke dir!! Und das wobei ich eigentlich eher unzufrieden bin ~ hab zu viel Zweit zwischen dem Buch & der Rezi gelassen …

      Ich sags ja, bei so vielen Interessierten: #kejaliest zu „JONAS“ *-*

  2. Wie schön, dass „Eric“ bei Dir genauso gut angekommen ist wie bei mir. Eine echte Entdeckung, dieses Buch, und zum Glück müssen wir auf das nächste Buch des Autors nicht lange warten. Ich bin schon mega gespannt darauf!

    LG Gabi

    1. Ja, freue mich schon sehr auf das Buch! War wirklich angetan, ein Thriller mit gutem Thrill 😉
      Vielleicht „JONAS“ bei uns als #kejaliest?

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