„Die Stille vor dem Tod“ von Cody McFadyen || Rezension & Lesung

die stille vor dem todBuchdetails
Cover: © Bastei Lübbe
Titel: Die Stille vor den Tod
Erscheinungsdatum: 26.09.2016
AutorIn: Cody McFadyen
Verlag: Bastei Lübbe
478 Seiten
          Kosten 
Hardcover: 22,90 €
E-Book: 16,99 €
Audio: 20,00 € | Download: 13,99 €
ISBN: 978-3-7857-2566-5

Eine ungewohnt zerbrechliche Smokey

Nach 4-jähriger Wartezeit ist er da!! Der fünfte Band der Smokey Barrett Reihe & die Fans hatten die Hoffnung schon (fast) verloren …

Die Vorfreude war immens, die Erwartungen hoch & es dauert leider nicht lang und ich musste die ersten enttäuschten, gar verbitterten Stimmen hören. Vieles kann ich nachvollziehen und doch kann ich nicht sagen, es sei gänzlich eine Enttäuschung gewesen. Ein anderer Schreibstil seitens McFadyen, eine veränderte Smokey Barrett.
Ich bin McFadyen-Leserin seit der ersten Stunde & versuche möglichst objektiv zu rezensieren, was der aufmerksame Leser am Ende schon allein durch meine Sternenvergabe merken wird.

Ein veränderter Schreibstil ist so nicht ganz richtig, aber McFadyen hat seinen Fokus neu ausgerichtet. Ging es in den Vorgänger um das eine Böse, die Einblicke in düstere Gedanken & brutalen Handlungen, so steht nun Smokey im Mittelpunkt. Smokey Barrett die taffe FBI-Profilerin, eine Frau die viele Schicksalsschläge hinnehmen musste, jedoch nie den Boden unter den Füßen verlor, wird in diesem Band auf eine harte Probe gestellt!

Am Tatort findet sie ihren Namen mit Blut an der Wand geschrieben „[…] Komm und lerne, Smokey Barrett.“  Was darauf folgt ist Cody McFadyen wie wir ihn kennen & lieben: düster, brutal und Schlag auf Schlag.
„[…] Ganz ehrlich Smokey, von allen Dingen auf dieser Welt – und ich meine wirklich alle Dinge auf der Welt – liebe ich das am meisten. Dieses süße, süße Zittern der Stimme. Es ist wie das Geräusch, das eine Seele von sich gibt, wenn man sie langsam stranguliert[…].

Einblicke in die Gedanken des Bösen, in die Vorlieben und Abgründe! Doch diesen Stil behält der Autor nicht bei. Wo der Leser sonst in die Tiefe des Täters hineingesogen wurde, erleben wir Smokey ganz intim und zerbrechlich.
Der Fokus liegt im 5. Band somit nicht auf dem wer & warum, sondern auf Smokey und ihren Umgang mit dieser immer näher kommenden Bedrohung. Dies wäre für mich nicht unbedingt ein großer Kritikpunkt, die Umsetzung jedoch lies mich nicht abtauchen … Zu oft wurde der Tathergang als Traumsequenz seitens Smokey Barrett geschildert. Ebenso wurde mit vielen Metaphern gearbeitet, welche den gewohnten Smokey-Leser irritieren. Zu abstrakt für diese Reihe arbeitet sich McFadyen zur Auseinandersetzung mit dem unbekannten Täter, den tiefsitzenden Ängsten seiner Hauptprotagonistin.

Das Einbauen verschiedener Zeitungsartikel gefiel mir wiederum sehr gut, da diese einen Spannungsbogen aufwarfen und ich nicht umgehend über die Entwicklung informiert war. Leser der Reihe kriegen hier Inhalte geboten die nicht erwartet wurden, Schicksalsschläge ohne genau zu wissen was im Detail passierte und ich flog durch die Seiten um zu erfahren was sich dahinter verbirgt.
Das erste Verhör seitens Smokey & die Zeitungsartikel waren jedoch die einzigen Punkte, welche  mich packten und einnahmen. Ich würde nicht sagen das McFadyen sich verliert, jedoch habe ich mir anderes erhofft. Wer Cody McFadyen liest erwartet Brutalität, überschreiten der Grenzen, eine Reise in die Abgründe, dies blieb in diesem Buch leider etwas auf der Strecke.
Erst am Ende wird dem Leser die Brutalität in seiner Gänze aufgezeigt, ohne jedoch die bis dahin aufkommenden Fragen wirklich zu beantworten. Und Fragen entwickeln sich, denn die Ermittlungen weisen Erkenntnisse auf, in einer Größe, welche nicht innerhalb eines Buches beantwortet & aufgearbeitet werden kann.

Verstrickungen & Hintergründe welche sehr interessant sind, leider verliert sich die Spannungsgeschichte etwas in Smokeys Seeleneinblicke.
Ein wenig enttäuscht ja und doch warte ich nun ungeduldig auf Band 6, welcher im nächsten Jahr [2017] erscheinen & einiges an offenen Fragen innerhalb dieser Geschichte erklären soll.

Rezension verfasst von © Janna
★★★

Vielen Dank an LesejuryBastei Lübbe für das Rezensionsexemplar – Hier in Form eines Manuskriptes [Leserunde]

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| Ein kleines Special für Euch |
(M)Ein Abend mit Cody McFadyen

Im Oktober [2016] konnte ich es mir nicht nehmen lassen, eine Lesung mit Cody McFadyen zu besuchen!!

Der Saal applaudierte als Cody McFadyen die Bühne betrat, ich ganz laut mit dabei! Was habe ich dem 5. Band entgegengefiebert und dann auch noch die Aussicht einen meiner 3 Lieblinsgautoren live zu erleben, da ist schon ein wenig ‚Fangirl‘-Alarm mit über 30 erlaubt!

Er musste sich stellen, den vielen Fragen über sein Abtauchen! Und was gab es nicht für wilde Spekulationen, doch er stellte sich dem, teilte ein klein wenig seine letzten Jahre mit uns.
Da seine Eltern schwer erkrankten nahm er diese zu sich & investierte seine ganze Zeit in ihre Pflege. Weder Mutter noch Vater wurden wieder gesund …
Es gab für McFadyen keine freie Zeit, um an seinem nächsten Buch zu schreiben und er wollte dies auch gar nicht! Zu viele seiner intimen Gedanken und Ängste wären in das Buch eingeflossen & eben diese wollte er nicht schriftlich festhalten, mit der Welt teilen ~ mehr als verständlich!

Erklärt sich hier der Wandel, das so andere Smokey-Buch? Nicht ganz. Cody McFadyen hatte Abstand zu seiner Protagonisten und somit wurde ihm bewusst, das diese  zu unverwundbar, zu realitätsfern wurde. Er wollte sie zerbrechlicher darstellen, um ihr wieder Menschlichkeit zu geben. Wer die Reihe kennt weiß, was der Protagonisten bislang alles zustieß. Und ich kann es verstehen! Eine Hauptprotagonistin welchen den schlimmsten Alpträumen begegnete, beruflich & privat, und doch mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht – ohne traumatische Risse.
Und somit ließ Cody die Welt von Smokey etwas zusammenbrechen, doch mehr dazu findet Ihr im Buch!

Doch auch jetzt nach Band 5 sagt der Autor das „Der Menschenmacher“ sein persönlichstes Buch ist. Ein Buch das an ihm gezerrt hat, ihn fast schon zu sehr eingenommen hat!
Dieses Gefühl hätte er bei der Smokey-Reihe nicht einmal verspürt, da die Hauptprotagonistin sein Puffer ist. Er verkriecht und verliert sich nicht in seinen Bücher und dadurch nagen seine brutalen Geschichten nicht an ihm, diese sind Smokeys und nicht seine Erlebnisse.

Sehr faszinierend für mich war, das Cody keine geschriebenen Biographien seiner Protagonisten verschriftlicht hat. All dies ist in seinem Kopf, entwickelt sich mit jedem Buch weiter.
Für seine Recherchen beschäftigt sich McFadyen mit Serien wie Criminal Minds (seine Lieblingsserie & hui, auch bei mir ganz oben *-*) oder liest Fachbücher über Serienmörder, Ermittlungen und ähnlichem.

Ich habe nur einen kleinen Einblick gegeben, das Buch unabhängig der Hintergrundinformationen rezensiert, aber ich kann eine Lesung mit und/oder Interviews nach dem Lesen, oder auch zuvor, nur empfehlen! Es macht einem bewusster worum es geht und warum dieser 5. Band abweicht, einen anderen Fokus hat.

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Ein für mich unvergesslicher Abend!

12 Kommentare

  1. Hallo Crumb,
    Einen sehr schönen Beitrag hast du geschrieben. Ich hab bisher noch kein Buch der Reihe gelesen. Doch das Buch verkauft sich im Moment ganz viel in meiner Buchhandlung -da musste ich mich ja jetzt mal mit dem Inhalt beschäftigen. Und deine Rezension hat mir da einen sehr guten Einblick gegeben.
    Und auch deine Eindrücke zur Lesung sind spannend und liefern direkt einen Hintergrund zu den Büchern. Wirklich ein runder Beitrag. 🙂
    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Danke dir (=
      Ich kann dir die Smokey-Reihe, sowie „Der Menschenmacher“ wirklich nur empfehlen!! Und auch wenn ich vom aktuellen Buch ein klein wenig enttäuscht war, so freue mich doch auf den geplanten Folgeband nächstes Jahr!!
      Auch dir liebe Grüße!

  2. Da bin ich sehr auf das Buch gespannt und wie ich es finde. Ich habe die Smokey Barret-reihe auch verschlungen. Der 5. Band steht ganzoben auf meine WL. Danke auch für den Bericht über Cody McFayden. Ich glaube durch diese Infos werde ich das Buch noch ein wenig anders lesen.

    1. Ich denke auch, das ich das Buch nochmals anders wahrgenommen hätte & vielleicht kann es dich j begeistern! Auf Band 6 freue ich mich dennoch ~ McFadyen ist und bleibt einer meiner Lieblingsautoren

  3. Hallo,
    ein toller Beitrag! 🙂 Du beschreibst in deiner Rezension sehr gut, was einen in dem Buch erwartet. Ich habe die die Reihe noch nicht gelesen und überlege noch, ob ich es einfach mal mit dem ersten Band versuchen werde.
    Auch die Lesung klingt nach einem sehr interessanten Abend. Danke für deinen Einblick!

    Liebe Grüße
    Nicole

    1. Ich empfehle dir mit Band 1 zu beginnen. McFadyen fasst zwar immer kurz zusammen (sodass Quereinsteiger zurecht finden,aber so gut das Reihen-Leser nicht gelangweilt sind) und doch verliert sich etwas. Zumal die Vorgänger wirklich intensiver sind bezüglich des Täters.

      Danke für deinen tollen Kommentar *-*

  4. Deine Rezension und besonders der Beitrag zur Lesung finde ich ganz toll. Quasi ein Blick hinter die Kulisse des Cody Mc Fayden und sollte ich jemals das Buch lesen werde ich automatisch an die Geschichte seiner Eltern denken und wie großartig er als Sohn gehandelt hat…..

    1. War für mich auch ein Lesungshighlight ~ frag mal meine Begleitung, die hat sich amüsiert als ich Schnappatmungen beim Autogramm erhaschen bekam *lach

  5. Eine sehr aussagekräftige Rezension. Ich danke dir für die informativen Hintergründe zu Cody McFadyen, die du Dank einer Lesung für uns mitgebracht hast.

    Liebe Grüße
    Nisnis

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