Rezension

„Die Sandwitwe“

Die Sandwitwe von Derek Meister
Erscheinungsdatum: 16.05.2016
AutorIn: Derek Meister
Verlag: Blanvalet
383 Seiten

Kosten 
Paperback: 9,99 €
E-Book: 8,99 €
ISBN: 978-3-7341-0061-1

Cover: © Blanvalet


4,5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
18.08.2016

‚Some say the world will end in fire‘

 Eine Geschichte die in der Gegenwart spielt aber seinen Ursprung in der Vergangeheit hat finde ich immer sehr reizvoll. So auch diese um das Ermittlerduo Helen Henning und Knut Jansen. 2 Protagonisten, die auf den ersten Blick doch recht unterschiedlich wirken aber letztendlich doch eins gemeinsam haben – den Täter suchen und die Hintergründe aufdecken.

Aber erst einmal kurz zur Geschichte:

Valandsiel, ein Ferienort direkt am Meer. Strände die zum Baden und Surfen locken. Dünen,  Sand und Idylle. Wäre da nicht ein ermordeter Mann, dessen Todesumstände nicht nur merkwürdig sondern auch grausam sind. Die zwei Ermittler Helen Henning und Knut Jansen sind sich einig, hier treibt ein brutaler Mörder sein Unwesen und seine Tat hat alle Merkmale eines sehr gestörten wie auch überlegenden Menschen.

Als eine weitere Person spurlos verschwindet zeigen sich bald Parallelen und der Täter fängt an mit Knut und Helen zu spielen. Wer gewinnt, wer verliert und vor allem, was steckt hinter diesen ganzen Wahnsinnstaten?

„Die Sandwitwe“, erschienen bei Blanvalet, ist Band 2 um dieses Ermittlerduo. Band 1, „Der Jungfrauenmacher“ kenne ich nicht, bin aber trotzdem sehr gut in diese Geschichte hier gekommen. Es hat mir nichts gefehlt, die Protagonisten waren mir auf Anhieb sympathisch und Rückblicke zum Vorgängerband haben nur so viel offenbart wie nötig, ohne dabei zu spoilern.

Helen und Knut sind ja recht unterschiedlich, sie eine Profilerin mit viel Erfahrung durch ihre Arbeit beim FBI. Er als recht junger Revierleiter, noch ungestüm und dickköpfig, aber lernfähig und vor allem sehr ehrgeizig.

Helen ist durch einen Einsatz in den Staaten, der ganz gewaltig daneben ging, körperlich versehrt, was sie allerdings nicht davon abhält trotzdem ihren Mann zu stehen. Ihre regelmäßig vorkommenden Flasbacks zu diesem Einsatz empfand ich jetzt nicht als störend, doch hätte ich mir hier und da mal einen Absatz gewünscht um nicht von jetzt auf sofort in eine andere Zeit katapultiert zu werden – wobei – Flashbacks kündigen sich ja in der Regel auch nicht an. Dazu kommt, dass es auch noch nicht vorbei ist, für Helen und diese Sache mit dem Einsatz. Eine Person scheint ihr nachzustellen und die Methoden ängstigen nicht nur Helen.

Der Fall um diesen Mörder ist vom Setting her toll dargestellt. Der viele Sand, quasi der rote Faden, hat sich Körnchen für Körnchen seinen Weg gebahnt und so manchen vor unüberwindliche Hindernisse gestellt. Die Taten sind wirklich grausam und auch detailiiert beschrieben. Selbst wenn kein Blut fließt, lässt es einen nicht kalt.

Hier habe ich lange Zeit nicht gewusst worauf es hinausläuft, was das Motiv ist. Bis zu einer, für mich, sehr markanten Stelle an der die Ahnung sich einschlich. Etwas war geschehen, vor vielen Jahren und genau dieses hat der Autor Derek Meister wunderbar verpackt. Das Geplänkel um die 2 Ermittler und deren Kollegen hatte hier und da etwas zu viel an Privatem, aber dadurch wurde so manche andere Szenerie enorm verstärkt. Was ich richtig klasse fand war die Einbindung dieser Gruppe um Capt’n Finn. Eine rätselhafte und verschworene Gemeinschaft. Voller Spannung verfolgte ich auch Viola und ihre Versuche zu entkommen. Gerade diese Szenerie empfand ich mit am stärksten.

Die Auflösung – so einfach wie kompliziert. Alles hätte ich erwartet – nur das nicht, perfekt inszeniert!

Klare Leseempfehlung für Thrillerfans, die Geschichten unblutig aber mit einem grausamen Täter mögen.

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