„Die Säuberung“

Die Säuberung

 

Erscheinungsdatum: 14.10.2015
AutorIn: Markus Frenzel
Verlag: Sutton
ISBN: 978-3954006199
Flexibler Einband: 368 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 14,99 €

 


5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
15.11.2015

Eine fiktive Geschichte mit einer grausamen Wahrheit dahinter

„Das Böse! Es gibt das Böse tatsächlich! Es gibt durch und durch böse Menschen. Ich bin einem begegnet.“ ( S. 234)

‚Die Säuberung‘ von Autor Markus Frenzel, erschienen im Sutton-Verlag, ist ein Thriller mit abgrundtiefen, bösen, kaum zu beschreibenden Taten. Kein Buch für zarte Gemüter, denn die Geschichte geht wirklich unter die Haut. 
Aber gleichzeitig ist es auch die Geschichte eines Mannes, deren Vergangenheit ihn zeichnet, als Mensch, als verletztes Wesen, was mir ebenfalls eine Gänsehaut bescherte angesichts der Emotionen und Gefühle.

Aber erst einmal  kurz zur Story:
Ein grausamer Mord erschüttert Kommissar Vuk Tolstoi, der die Ermittlungen zur Aufklärung leitet und mitsamt seinem Team ganz tief in der Vergangenheit graben muss. Denn die Tat erinnert an Vlad Tepes, den gefürchteten Feldherrn und zigfacher Mörder.
Die hinterlassene Botschaft kann mittels einer Historikerin ausgewertet aber nicht zugeordnet werden. 
„Was treibt dich an? Warum tötest du so widerwärtig Menschen? Wo kommst du her? Wer bist du wirklich?“(S. 259).
Eine fieberhafte Such beginnt, denn ob es bei diesem einen Oper bleibt?

Vuk Tolstoi, so besonders wie der Name ist auch der Charakter der hinter diesem Hauptprotagonisten steht. Wolf, sein Vorname, ein Einzelgänger, meistens, denn eigentlich kann er auch verdammt gut in und mit seinem Team arbeiten.
Vuk, der als bosnischer Kriegsflüchtling seinen Weg gemacht hat, aber mit seiner Vergangenheit noch nicht abschließen konnte, hat sich in dem Buch deutlich entwickelt. Anfänglich war er mir zu laut, zu aggressiv, zu überdreht. Das legte sich aber mit jeder neuen Seite. Sein Verhalten war mir auf einmal nachvollziehbar, der Druck aufklären zu müssen und ständig in der Schusslinie der Presse zu stehen, sein Geheimnis- seine Vergangenheit, die ständig etwas mehr offenbart wurde war richtig klasse dargestellt.
„Der Typ hat echt ’ne Vollmeise“ (S. 258) passte total und doch war er mir, gerade auch deswegen, sympathisch.

Die Geschichten um die Morde in diesem Buch sind grausam, aber die Realität die dahinter steckt ist es noch um ein vielfaches mehr.
Der Autor hat ausgesprochen gut recherchiert. Es gibt Fakten und Hintergründe zu Persönlichkeiten, Berichte zu Vorgänge während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, dem Balkankrieg. 
Zum Glück wurden die zeitgeschichtlichen Grausamkeiten auch mal unterbrochen, ein Jagdausflug, eine zeitintensive Recherche, eine Liebelei oder ein gutes Essen hier und da, hat abgelenkt und einen als Leser mal Luft holen lassen.
Denn das Tempo ist rasant, die Geschichte spannend und die Cliffhanger forderten zum immer schnelleren weiterlesen. 
Zum Haare raufen, wenn an der spannenden Stelle ein Wechsel stattfindet. Denn es gab immer ein hin und her der Protagonisten, je nachdem welcher der Kollegen von Vuk oder er selbst gerade am Zug war.
Ob eine Psychologin analysierte, obwohl sie selbst auch mal psychologische Hilfe gebrauchen könnte oder ein verurteilter Serienkiller verhört wurde – Langeweile kam für mich keine auf.

Diese fiktive Geschichte, die so viel Realität beinhaltet, hat nicht nur gut unterhalten sondern auch erinnert, an so manche Gräueltaten die nie vergessen werden sollten. Auch dafür kann ein Thriller stehen!

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