Rezension

„Der stille Schrei“ von Lucy Freeman

der stille schreiAktuelle Ausgabe: 01.08.1999
AutorIn: Lucy Freeman
Verlag : Droemer-Knaur Verlag
ISBN: 978-3426040478
 Flexibler Einband: 347 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: z.Zt. nicht erhältlich (28.06.`16)
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                             Erstausgabe: 01.12.1990

 


2 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Janna
23.05.20152016

„Der stille Schrei – Eine Therapiegeschichte“

Vorab:
Das Buch „Der stille Schrei“ ist klar gegliedert, gut aufgebaut und geschrieben. Die Therapiegeschichte und die Entwicklung von Nancy ist faszinierend und als LeserIn geht man empathisch (wenn Mann/Frau sich darauf einlässt) diesen Weg mit.

Diese Erkrankung ist für viele unvorstellbar, nicht greifbar – ich jedoch finde es faszinierend zu was das Gehirn bei schlimmen Traumata fähig ist bzw. fähig sein kann.
(Meine 2-Sterne-Begründung steht weiter unten)

Klappentext:
Dies ist die unwahrscheinliche, wahre Geschichte der Nancy Lynn Gooch, eines jungen, hübschen Mädchens mit dem Intelligenzquotienten eines Genies. Ihr schreckliches Schicksal war es, unter multipler Persönlichkeitsspaltung zu leiden, von 56 verschiedenen Persönlichkeiten, die miteinander im Streit lagen, zerrissen zu werden. Jedes Mal, wenn eine neue Persönlichkeit Besitz von ihr ergriff, nahm sie deren Charakter an.
An „normalen“ Tagen war sie die hübsche Nancy Gooch. Doch schon am nächsten Tag konnte sie eine Prostituierte sein, die an einem Rastplatz für Fernfahrer auf Kunden wartete, oder zum Mitglied einer Bande von jugendlichen Kriminellen werden. Aufgrund dieser völlig verschiedenen Persönlichkeitsänderungen erkannte Nancy, dass sie unter Zeitlücken litt, dass sie für manche Stunden oder für das Geschehen an bestimmten Tagen keine Erklärung fand.
Eines Tages „erwachte“ sie und fand sich als Drogenabhängige in einem Krankenhaus für Geistesgestörte wieder. Nancy konnte einfach nicht glauben, geschweige denn erklären, was mit ihr geschehen war.
Ihr Hilferuf richtete sich an Emily Peterson, ihre Lehrerin, die zu ihrer Therapeutin wurde und die die vielen Persönlichkeiten entdeckte, die in Nancy steckten.
Während Emily Nancy hilft, diese Persönlichkeiten offenzulegen, enthüllt jedes dieser Wesen ein noch schrecklicheres Geheimnis. (…)

2 von 5 Sternen
Ich habe einige Bücher über Multiple Persönlichkeit/Dissoziative Identitätsstörung gelesen und mir ist sehr bewusst, das eine solche Erkrankung schwer im Buch zu beschreiben ist. Darüberhinaus ist es besonders schwer zu beschreiben, wie die Persönlichkeitswechsel statt finden, d.h.: Was beobachtet man bei einem Menschen, wenn die eine Persönlichkeit sich „zurück zieht“ und eine andere „erscheint“? In diesem Buch erhält der Leser den Eindruck, das sich das optische Aussehen von Nancy mit verändert, welches natürlich überhaupt nicht der Fall ist! Die Betroffenen nehmen sich jedoch sehr wohl anders wahr, d.h. (nehmen wir dieses Buch als Vorlage): Wenn Lucy bspw. als „John“ in den Spiegel blickt, sieht sie eine männliche Gestalt, als „Sarah“ hat sie eine andere Augenfarbe o.ä., dies ist jedoch für einen Außenstehenden nicht sichtbar! Das was ein Außenstehender wahrnehmen/sehen kann sind eine bspw. tiefere Stimmenlage, andere Sitzhaltung u.ä.
Aufgrund dieser schlechten Umschreibung ist meine Kritik so hoch, das ich nur 2 Sterne vergebe, da es weitaus besser beschriebene Bücher gibt, wie bspw. „Die Leben des Billy Milligan“ von Daniel Keyes – sehr zu empfehlen!
Und sollte es jemanden interessieren – ich habe wirklich, ich mag es gar nicht zugeben, über Jahre dieses Buch gelesen. Warum? Eigentlich interessiere ich mich sehr für solche Bücher und lese sie relativ schnell, aber durch diese schlechte Beschreibung der Persönlichkeitswechsel / platt gesagt „das Switchen“ der Persönlichkeiten, fiel mir das Lesen wirklich schwer.

Begriffserklärung:
(Quelle: Wikipedia.de – dies in eignen Worten zu erklären ist machbar, nachvollziehbarer jedoch ist der folgende Text denke ich)
Die dissoziative Identitätsstörung  oder multiple ist eine dissoziative Störung, bei der Wahrnehmung, Erinnerung und das Erleben der Identität betroffen sind. Sie gilt als die schwerste Form der Dissoziation. Die Patienten bilden zahlreiche unterschiedliche Persönlichkeiten, die abwechselnd die Kontrolle über ihr Verhalten übernehmen. An das Handeln der jeweils ‚anderen‘ Personen kann sich der Betroffene entweder nicht oder nur schemenhaft erinnern, oder er erlebt es als das Handeln einer fremden Person. Folgestörungen sind Depressionen, Angst, psychosomatische Körperbeschwerden, Selbstverletzung, Essstörungen, Suchterkrankungen und Beziehungsprobleme. Die Ursache soll eine posttraumatische Belastungsstörung sein, insbesondere infolge von Kindesmisshandlungen.

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