„Was wir getan haben“ von Karen Perry [Janna]

Was wir getan haben
Erscheinungsdatum: 22.03.2016
AutorIn: Karen Perry
Verlag: Fischer Scherz
384 Seiten

Kosten 
Paperback: 14,99 €
E-Book: 12,99 €
ISBN: 978-3-651-02468-7

Cover: © Fischer Verlag


4,5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Janna
14.08.2016

Über Verdrängung & Schuld

Die Brüder Nick & Luke sind mit ihrer Freundin Katie in Kenia, erdrückende Hitze und verlockend kaltes Wasser. Was als Spiel begann endet in einem Schrecken und die Freundschaft der drei Kinder zerbricht. Aber Geister der Vergangenheit ruhe nicht und knapp 30 Jahre später sind die jahrelangen Ängste real.

Ein Buch welches mich neugierig machte, eine Geschichte die vielversprechend klang & ich persönlich wurde nicht enttäuscht!

Es ist ein Roman, vermarktet als Spannungsroman – aber ich habe mir seid diesem Jahr wirklich abgewöhnt auf die Werbemaschinerie zu hören und überzeuge mich lieber selbst vom Inhalt, denn als einen Spannungsroman würde ich dieses Buch nicht vollends bezeichnen und doch hat mich die Geschichte gefesselt.

Drei Perspektiven. Die Gegenwart mit Katie & Nick. Die Vergangenheit, Sallys Sichtweise, Mutter von Nick & Luke.
Gegenwart & Vergangenheit wechseln sich ab und das Erlebnis welche die Kinder und auch ihre Familien traumatisierte setzt sich langsam zusammen.
Ein Hauch von Ahnung entwickelt sich, ohne jedoch gänzlich greifbar zu sein. Doch darum geht es auch nicht primär in diesem Buch. Vielmehr steht die Schuld, die Auseinandersetzung mit sich selbst im Vordergrund – wie weit kann ich mir selbst trauen? Wie trügerisch kann eine Erinnerung sein?

Es ist nicht durchzogen von Spannung, aber von Verleugnung & Schuld. Dies sind die Kernpunkte der Geschichte. Die Familien meiden sich, kleine Lebensabschnitte überschneiden sich, sehr wohl darauf bedacht wieder getrennte Wege zu gehen.
Wie tiefgreifend die Verleugnung geht wird dem Leser zum Ende hin bewusst und die Frage nach der Schuld? Kann von Schuld gesprochen werden? Wo beginnt diese wirklich?
Es bleiben keine Fragen offen, aber es bleibt ein Gefühl des Unwohlseins, des Wissen das es Menschen gibt welche über Grenzen schreiten, um andere zu schützen. Und das Bewusstsein das jede Handlung Einfluss nimmt auf das darauffolgenden Tun anderer. Eine Verkettung von Ereignissen …

Der Schreibstil sprach mich sehr an:
Unsere Entfremdung ist kein böser Wille, bloß das Absterben der Nähe, die uns einst verband.S. 47
Die Furcht ist jetzt bei mir im Raum, wie ein Wesen, das oben auf dem Kleiderschrank hockt, mich mit seinem bösartigem Blick beäugt, auf meine Reaktion wartet.S. 185

Wenn Schuld über deinem Leben schwebt und diese dich einholt. Nicht völlig überraschend, aber leise einnehmend!

1 Buch – 2 Meinungen | Kerstins Rezension zu dem Buch

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