„Immerstill“ von Roman Klementovic [Janna]

Immerstill

 

Erscheinungsdatum: 03.02.2016
AutorIn: Roman Klementovic
Verlag : Gmeiner Verlag
ISBN: 978-3839218884
Flexibler Einband: 309 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 12,99 €

 


3,5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Janna
04.04.2016

Das Ende baute leider ab

Der Thriller hat von Beginn an einen Wiedererkennungswert des Autors – ebenso wie in „Verspielt“ werden auch hier die Leseabschnitte in Tage eingeteilt. Auch der Spannungsbogen ist ähnlich aufgebaut, ich musste immer wieder zum Buch greifen, um zu erfahren was hinter dem Verschwinden der Mädchen steckt:
Zwei Jugendliche verschwinden spurlos – weder das Geschlecht, noch den „gesellschaftlichen“ Statuts haben sie gemein. Drei Jahre später passiert das Unglaubliche, wieder verschwinden in dem kleinen Ort Grundendorf zwei Jugendliche, abermals ohne Spur. Unter den Mädchen ist auch Lisas Schwester. Aus diesem Grund kommt sie zurück in ihr Heimatdorf und sucht Maria. Bei einer Suchaktion finden Lisa & die anderen Dorfbewohner ein geschundenes Mädchen im Wald.

Immer wieder habe ich mich gefragt wer die Jugendlichen eines so kleinen Ortes entführt, warum & dies wurde durch bestimmte Aussagen seitens der Hauptprotagonisten Lisa noch verstärkt:
(…) Ich hatte kein Ahnung, wie recht diese leise Stimme behalten sollte. Hatte nicht die leiseste Idee, wie grausam alles enden würde.“ (S. 229) // „Wir alle waren so ahnungslos.“ (S. 260)
Der Leser begleitet Lisa und ihr Tun, ihre Gedanken durch das Buch hindurch. Es entstehen beim lesen mehr Fragen als Antworten & auch die auftauchenden Personen sind keine Vorzeige-Protagonisten. So entsteht mehr als ein möglicher Täter, was den Reiz des Buches ausmacht. Ebenso wie die anhaltende düstere Stimmung – ein Nebelwetter zieht sich durch die Tage & immer wieder hat Lisa das klamme Gefühl beobachtet zu werden.
Auch die Ermittler sind ein Pärchen für sich: Schulz, welcher immer „Zuckerl“ anbietet & Mayerhofer, welcher die letzten Worte von Schulz mehr als gerne wiederholt.

Dies sind also die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Thriller!
Der Spannungsbogen wurde durch das Buch gehalten und der wahre Täter & die Hintergründe werden erst bei der Aufklärung offenbart. Die letzten sechs Sätze lassen den Leser mit einem mulmigen Gefühl zurück  …

Dennoch konnte mich das Buch nicht vollends überzeugen. Vielleicht war meine Erwartung zu hoch? Vielleicht hätte ich das Buch nicht gleich im Anschluss des anderen Thrillers von Klementovic lesen sollen?
Es liegt auch nicht an der Aufklärung, dem wahren Täter und die Begründung – sondern an der Umsetzung. Ab Kapitel „Dienstag“ war ein Teil bereits mehr als absehbar und dann überschlugen sich die Ereignisse regelrecht. Dies war für mich einfach etwas zu viel des Guten!
Auch die Kommunikation zwischen den Protagonisten war schwächer als im vorherigen Thriller des Autors, besonders zwischen Lisa & Patrick. Und die Beziehung zwischen Lisa und Tom tritt an einigen Stellen zu weit in den Vordergrund, ohne wirklich einen Bezug zu der Geschichte zu haben. Natürlich ist es gut & wichtig die Protagonisten kennen zu lernen, bestimmte Beweggründe u.ä. von Lisa nachzuvollziehen, aber hier war es eindeutig mehr von Bedeutung als es hätte sein müssen.

Dennoch: Jeder Leser sollte sich ein eignes Urteil bilden, und ich muss gestehen bis zu den letzten 50 Seiten war ich noch sehr begeistert von dem Buch. Aber so ist es eben bei mir, das Ende hat nochmals viel Einfluss auf mein Lesegefühl des gesamten Buches. Dies mag vielleicht etwas unfair auf den einen oder anderen wirken – was aber nicht heißt das ich nicht nochmals zu einem Buch von dem Autor greifen werde! Denn der wahre Täter & damit hat mich der Autor überrascht, wird erst am Ende aus seinem Versteck kommen.

1 Buch – 2 Meinungen | Kerstins Rezension zu dem Buch

Habt keine Scheu einen Kommentar zu hinterlassen, wir freuen uns über jeden einzelnen!

%d Bloggern gefällt das: