„Gefährlich nah“ von Louise Millar [Janna]

Gefährlich nah

 

Aktuelle Ausgabe: 21.01.2016
AutorIn: Louise Millar
Verlag : FISCHER Taschenbuch
ISBN: 978-3596193776
Flexibler Einband: 432 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 9,99 €
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Erstausgabe: 21.08.2014 * Broschiert * 432 Seiten * 16,99 €


4 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Janna
21.3.2016

Wenn Statistiken das Leben bestimmen

Kate Parker ist eine junge Frau deren Leben & Gedanken sich um Statistiken drehen. Jedoch nicht aus beruflichen Gründen, sie beeinflussen nicht nur Kates Leben, sie bestimmen es:
Bei fünfundachtzig Prozent aller tödlichen Unfälle trug der Radfahrer keinen Helm.“ (S. 153)
Berufsfahrer haben ein vierzig Prozent höheres Unfallrisiko.“ (S. 197)
Ein Drittel der Kinder berichten keinem Erwachsenen von sexuellen Übergriffen, die sie erlitten haben. (S. 260)

Der Einstieg der Geschichte ist eine Kindheitserinnerung, welche der Leser zunächst nicht greifen, nicht einordnen kann. Immer wieder geben kleine Abschnitte einen weiteren Einblick in diese Erinnerung, aber die Bedeutung dahinter erfährt der Leser erst zum Ende des Buches.

Zunächst wirkt die Geschichte etwas langatmig, doch rückblickend macht es das Buch in sich stimmig.
Es geht um die Gedanken von Kate und ihrem zehnjährigen Sohn Jack, um ihre Beziehung zueinander, wie auch um die Familienverhältnisse der Parkers. Der Leser erfährt das Ausmaß von Kates Paranoia und ihren missglückten Therapieversuch. 
Doch dann tritt Jargo Martin in ihr Leben und somit sehr unorthodoxe Methoden, um ihre paranoiden Angstzustände  zu bewältigen. Kate will ihrem Sohn ein angstbefreites Leben ermöglichen, ihm die Rolle des Erwachsenen abnehmen und somit lässt sie sich darauf ein. Und es scheint als ob Kate die ersten Schritte zurück ins Leben gelingen.
Doch was, wenn wirklich eine Gefahr für ihren Sohn und sich selbst besteht!? Wenn sie nur einfach von keinem ernst genommen, mit psychologischen Fakten abgetan wird!? Wenn die Geräusche ihres Zuhauses, die Angst vor dem Monster im Schrank real sind?!

Die Autorin verschafft dem Leser ein Bild über Kate und ihr Leben, wie sich ihre Paranoia bereits auf ihren Sohn auswirkt: „Mit einem Ächzen schwang sich Jack aus dem Bett (…) Er bückte sich, um seine Sportschuhe für die Sportstunde aus dem unteren Regal zu ziehen, und stockte. Sie hatten sich wieder bewegt. Er war ganz sicher. Er hatte sie hineingeworfen, und jetzt standen sie säuberlich nebeneinander da, mit den Schuhspitzen nach außen.“ (S. 67)
Diese beklemmenden Situationen verstärken sich zunehmend und bereits wenige Seiten später muss der Leser das erfahren, was Kate bereits erahnt.
Nur bruchstückhaft gibt die Autorin dem Leser Antworten und genau dies lässt einen immer wieder zum Buch greifen, fesselt einen obwohl es kaum Platz einnimmt. Der Leser begleitet Kate auf dem Weg ihrer Angstbewältigung und muss erleben das sie dadurch die Bedrohung, die bereits viel zu nahe ist, ausblendet.

Ich denke bei diesem Buch muss sich jeder Leser selbst einen Eindruck verschaffen. Der Beginn war für mich etwas schleppend & auch die Gesamtgeschichte ist kein rasanter Plot, dennoch wollte ich wissen wohin es sich entwickelt. Es ist ein ruhiger Psychothriller, welcher sich Schritt für Schritt aufbaut & das ganze Ausmaß erst zum Ende hin offenbart.
Ein Buch das mir gefallen hat, ein Psychothriller in dem sich die Handlungen nicht überschlagen. Jedoch hätte die Autorin auf bestimmte Passagen verzichten & psychologisch mehr in die Tiefe gehen können.

1 Buch – 2 Meinungen | Kerstins Rezension zu dem Buch

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