„Die Schande der Lebenden“ von Mark Billingham [Janna]

schande der lebenden

Cover: © Atrium Verlag

Angelehnt an Psychografie & Psychogramm

Bedingt durch die Leseprobe waren meine Erwartungen zwar in die Richtung des Verlaufes, hatte mir jedoch mehr Tiefgang bezüglich dessen gewünscht und deshalb nur „Angelehnt“.

Die Montagsgruppe. Fünf völlig unterschiedliche Charaktere nehmen an einer Gruppensitzung teil, um mit ihren inneren Dämonen fertig zu werden. Drogen, Alkohol, Tabletten … Tony, selbst ehemals Süchtiger, leitet als Therapeut diese Gruppe. Das war damals …
Jetzt ist jemand von ihnen tot & der Ermittlerin Tanner ist schnell klar, die Lösung liegt in der Gruppe.

Die Ermittlungen spielen jedoch nur eine Nebenrolle, denn vielmehr geht es um die Beziehungen innerhalb der Gruppe und deren Entwicklung, Zusammenspiel. Es geht um die einzelnen Protagonisten, der Gruppe als gesamtes und auch der einzelnen Beziehungen zueinander. Und doch konnte ich selbst nicht in die Geschichte eintauchen.

Mark Billingham skizziert distanziert, lässt dem Leser Freiraum, was mir eigentlich zusagt. Und doch fehlte mir etwas … Interessant? Definitiv! Und doch konnte mich das Buch nicht vollends abholen. Gespickt mit Andeutungen und den nicht greifbaren Gefängnisbesuchen wurde ich neugierig gemacht. Auch die ominösen Briefe waren lange ein Rätsel, welches mich als Leser reizte weiter zu lesen.
Die Ansätze stimmen, doch schlich der Autor oft zu viel Drumherum.

Ich denke die Distanz, welche der Leser zu den Charakteren hat ist ebenso gewollt, wie die Antisympathie die willkürlich aufgebaut wird. Grundlegend (Buch)Merkmale welche mich begeistern. Jedoch wurde das Augenmerk oft verloren und es plätscherte vor sich hin. Teilweise waren auch die Konversationen nicht flüssig, stolperte mal hier und dort darüber, wer von den Protagonisten was sagt.

Billingham hätte viel mehr herausholen können! Zu spät begann er tiefer in die Geschichte, die Charaktere blicken zu können, überraschte mich sogar am Ende hin (wer hinter sich hinter den Briefen verbarg). Auch das Ende wird nicht unbedingt jeden Leser zufrieden stellen, dies jedoch gefiel mir.
Die erste Hälfte des Buches war für mich leider zu oberflächlich, nicht greifbar. Nicht weil ich den Aufbau nicht verstand, vielmehr weil zu viel ausgeschmückt wurde, was nicht relevant war. Erst weit nach der Mitte ging es tiefer hinein, mit einem für mich zufriedenstellendem Ende, dies jedoch reicht leider nicht aus um mich zu begeistern.

Bedauerlicherweise überwiegen die Kritikpunkte! Liegt es daran das es mein erster Billingham ist? Ist dies einfach sein Schreibstil? Waren meine Erwartungen zu hoch?
Das was ich mir von dem Buch erhoffte wurde leider nicht erfüllt und die Möglichkeiten die Billingham hatte nicht vollends genutzt. 

Rezension verfasst von © Janna
3 von 5 Sternen

Vielen Dank an Netzwerk Agentur Bookmark & Atrium Verlag für den Erhalt des Rezensionsexemplars innerhalb einer Lovelybooks-Leserunde!

1 Buch – 2 Meinungen | Kerstins Rezension zu dem Buch

Buchdetails
Titel: Die Schande der Lebenden
Erscheinungsdatum: 26.08.2016
AutorIn: Mark Billingham
Verlag: Atrium Verlag
448 Seiten
          Kosten
Hardcover: 19,99
ISBN: 978-3-85535-010-0

Habt keine Scheu einen Kommentar zu hinterlassen, wir freuen uns über jeden einzelnen!

%d Bloggern gefällt das: