„Der dunkle Wächter“ von Carlos Ruiz Zafón [Janna]

Der dunkle Wächter

Aktuelle Ausgabe: 25.02.2016
AutorIn: Carlos Ruiz Zafón
Verlag : FISCHER Taschenbuch

ISBN: 978-3596035472
Flexibler Einband: 304 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 9,99 €
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Erstausgabe: 28.09.2009 * Gebundene Ausgabe *
352 Seiten * 17,95 €


5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Janna
16.03.2016

Mein erster & definitiv nicht letzter Zafón!!

Die Normandie im Sommer 1937
Nach dem tragischen Verlust ihres Mannes kehrt Simone Sauvelle mit ihren Kindern Irene & Dorian Paris den Rücken. Ein Haus am Kap, nahe des kleine Küstenortes Baie Bleue wird ihr neues Zuhause. In Lazarus Jann findet Simone nicht nur einen Arbeitgeber, sondern einen Freund. Doch das Anwesen auf dem Lazarus mit seiner schwer erkrankte Frau lebt, birgt dunkle Geheimnisse & skurrile Konstruktionen.

„Die Zeit“ spricht von einem Schauerroman – Dem kann ich nur zustimmen: ein schriftlich malerischer Schauer, welcher den Leser durch die Seiten begleitet, fesselt & in seinen Bann zieht.

Der Schriftsteller Carlos Ruiz Zafón hat mich in seine Welt entführt! Sein Schreibstil ist malerisch & poetisch – ein seichtes Schweben durch die Seiten!
(…) das stumme Weinen der Kerzen (…) das säuseln des Windes (…). Die Stimmen der Nacht.“ (S. 247)

Der Leser wird in die Welt der Protagonisten hineingesogen:
Für sie, die die Leere des Verlustes am eigenen Leib erfahren hatte, war Cravenmoore nichts anderes als der dunkle Widerhall des Labyrinths aus Einsamkeit, in dem Lazarus Jann in den letzten zwanzig Jahren gelebt hatte.“ (S. 32)
Ohne zu detailliert zu werden, beschreibt der Autor die Umgebung, Gefühle & Gedanken – lässt den Leser nicht nur teil haben, sondern eintauchen!

Cravenmoore ist ein Anwesen voller Zauber & Magie – eine Heimat für die mechanischen Konstruktionen, welche Lazarus Diener und Gesellschaft sind, faszinierende Geschöpfe seiner Vorstellungskraft, ein Ort der Illusionen. Aber auch ein Ort der Geheimnisse.

Das Küstendorf Baie Bleue ist seine ganz eigene Welt. Es existieren keine Uhren, keine „kleinen Tyrannen, die das Leben mit militärischer Willkür organisieren“ (S. 43), die Sonne ist die (Uhr)Zeit. „Es ist ein Dorf, in dem ein Schnupfen eine Nachricht ist und Nachrichten ansteckender sind als ein Schnupfen.“ (S. 44). Es gibt weder Zeitungen noch Therapeuten, die Dorfbewohner gehen in die Bäckerei – diese fungiert als Nachrichtenbörse & Kummerkasten.

Dem Leser eröffnet sich diese Welt immer mehr, taucht immer tiefer ein. Eine tiefverbundene Freundschaft begegnet Simone. Eine zarte Liebe erfährt Irene. Eine faszinierende und schauerhafte Welt eröffnet sich Dorian. Doch auch die Schatten lauern, warten …

Ein phantastischer Roman welcher Gänsehaut hervorruft. Ein Roman mit Tiefgang, doch wird sich der Leser dessen erst vollends durch den Brief vom Jahre 1947 bewusst – der letzte Abschnitt des Buches.

Nicht nur eine Empfehlung, dieser Schriftsteller ist Pflichtlektüre – ich habe mich in diesen Schreibstil verliebt!!

Durch Zufall habe ich, im nachhinein, feststellen müssen das dieser Band einer Trilogie angehört & der Letzte dessen ist!
Die Nebel-Trilogie:
Band 1 „Der Fürst des Nebels
Band 2 „Der Mitternachtspalast
Band 3 „Der dunkle Wächter“

1 Buch – 2 Meinungen | Kerstins Rezension zu dem Buch

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