Rezension

„Das Mädchen ohne Gesicht“ von Tami Hoag

Das Maedchen ohne Gesicht von Tami Hoag

 

Erscheinungsdatum: 20.07.2015
AutorIn: Tami Hoag
Verlag : Blanvalet Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3734101380
Flexibler Einband: 480 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 9,99 €

 


4 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Janna
12.12.2015

„Jedes Mal, wenn wir ein Hütchen hochheben,
hockt ein anderer Mörder darunter.“ (S. 360)

Zunächst wollte ich dem Buch drei Sterne geben, da mir das Privatleben der Ermittlerin Nikki Liska zu stark im Vordergrund war. Dies jedoch erklärte sich mir, je weiter ich las. Aufgrund dessen und der tiefgründigen, sehr realen Geschichte habe ich mich zu vier Sternen entschlossen.

Nikki Liska ist vollberufstätige Mordermittlerin und alleinerziehende Mutter zweier Söhne im pubertierendem Alter. Vor allem bei ihrem älteren Sohn Kyle hat sie das Gefühl, das er ihr entgleitet. Kyle welcher ein blaues Auge hat und seine Mutter diesbezüglich anlügt. An einer Schule mit einer fest eingeschworenen Clique, mit einem Direktor der sich vom Stand der Eltern beeinflussen lässt …
Tami Hoag hat die Beziehung zwischen Mutter & Sohn und die Clique an Kyles Schule in den Fokus dieser Geschichte gesetzt. Und der Leser muss sich gedulden, um zu erfahren warum diese Geschichte, neben den Ermittlungen, so viel Raum einnimmt.

Neben den privaten familiären Problemen steckt Nikki Liska mit ihrem Kollegen Sam Kovac mitten in der Ermittlungen bezüglich des Serienmörders „Doc Holiday„.
In der Silvesternacht wird eine weitere Leiche gefunden – nicht identifizierbar, da der Täter dem jungen Opfer Säure über das Gesicht geschüttet hat. Schnell vermuten die beiden Ermittler das Doc Holiday sein neuntes Opfer „präsentiert„. Ein Mörder der nur zu den Feiertagen aktiv wird, in der verschiedensten Städten seine Opfer auswählt & sie immer an den Straßenrand ablegt, damit sie gefunden werden.

Auch die Ermittlungen kommen zunächst nicht wirklich voran und fesselten mich als Leser nicht. Und das erste drittel, muss ich gestehen, habe ich quer-gelesen. Ich bin jedoch sehr froh, nicht abgebrochen zu haben, denn die Ereignisse und Geschichte bezüglich der Clique an Kyles Schule können realer nicht sein & lassen beim Leser ein unschönes Gefühl zurück, lässt Eltern eines pubertierenden Kindes nachdenken …

Doch wie gehören diese Geschichtenstränge zusammen? Gibt es überhaupt einen Zusammenhang? Steht der Serienmörder in Verbindung zu der Schule? Oder steht die Clique im Zusammenhang mit dem unbekannten Opfer? … Keine Angst, hier sind keine versteckten Spoilerfragen 😉 … Erst am Ende des Buches erhält der Leser die Antworten und diese sind beklemmend, denn auszuschließen/realitätsfern ist es nicht …

Wer Interesse hat – „Sein 1. Opfer“ ist eine kurze Vorgeschichte zu diesem Buch.

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