„Cooper“

Cooper

 

Erstausgabe: 25.07.2016
AutorIn: Eberhard Rathgeb
Verlag: Hanser, Carl
ISBN: 978-3446252813
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 17,00 €

 


5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Kasin
06.08.2016

Schicksal oder Zufall – der der Mensch bestimmt nichts davon 

„Es kommt immer darauf an, wie du eine Sache betrachtest, von welcher Seite du sie siehst.“(Buch Seite 121) 

Wie sehe ich diese Geschichte, dieses Buch? 
Auf der einen Seite einen Roman den ich so nicht erwartet hätte, der mich in vielerlei Hinsicht überraschte – durchaus im positiven Sinne. 
Auf der anderen Seite einen Roman der mit all seiner Schwermut auch so viel Erfrischendes hatte, unwahrscheinlich aussagekräftig obwohl vieles in diesem nebulösen Etwas bleibt. 

Aber erst einmal kurz zur Story: 
Eine junge Familie, Vater Jakob, Mutter Lisa und die 2 Töchter Nora und Carlotta. Gemeinsam auf dem Weg zu ihren neuen Wochenendhaus, draußen auf dem Land, fern der Stadt und dem Lärm. 
Die Stille die sie empfängt ist ihnen wohlgesonnen, nicht aber das Schicksal. 
Es führt kein Weg daran vorbei und als hätten sie es alle geahnt, irgendwie jeder auf seine Art, geschieht etwas Unvorstellbares und löst damit aus was keiner erwartet oder will. Nun kommt der Zufall zum Zuge und damit eine Tragödie. 

„Cooper“, erschienen im Hanser-Verlag, ist ein Roman den ich von seiner Sprache und Ausdrucksweise als sehr gelungen empfunden habe. Keine direkte wörtliche Rede, sondern ein erzählen und schildern. Die heile Welt der Familie und die literarisch ausgezeichneten Schilderungen zum Thema Schicksal haben mich durch die Seiten fliegen lassen. 
Der Autor Eberhard Rathgeb zeichnet exakt auf wie es sich verhält, unser Leben und das es meistens dann wenn es uns super gut geht und die Wolken rosarot sind, durch einen blöden Zufall alles Kopf steht, Chaos entsteht, der Himmel sich verdüstert und ein vormals wunderschönes Leben und Erleben hinüber ist. 
Es hat mich beeindruckt wie ehrlich und nachvollziehbar der Autor in dieser Geschichte aus einer Idylle eine Tragödie machte. 

4 Kapitel auf 139 Seiten, recht kurz sollte man meinen, aber bei diesem intensiven Schreibstil kommt es mir vor als hätte der Autor das doppelte oder gar dreifache erzählt. 

Ein Buch das mich noch eine ganze Zeit beschäftigen wird, weil ich es noch einmal lesen werde auch um in diesem Nebel erneut abzutauchen, damit ich verstehen kann. 

Stecken wir den Kopf nicht in den Sand, sondern nutzen einfach alle Möglichkeiten und machen sogar aus dem Schlimmsten das Beste, dem Schicksal ist es eh egal, es schlägt dann zu wenn wir es am wenigsten erwarten, da ist es auch schnuppe ob die Katze schwarz ist. 

Erwarten sie kein Roman der Spannung ohne Ende erhält, sondern vielmehr einen Roman der einem Schauer über den Rücken jagt und zum Nach- und Überdenken anregt.

Als absolut genial empfand ich übringens die Darstellungen dieser Menschen und ihr Leben in der Siedlung. 

Ein herzliches Dankeschön an ‚vorablesen‘ und den Hanser-Verlag, die mir dieses Buch als Vorablesen-Exemplar zur Verfügung gestellt haben.

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