Neue Sichtweisen braucht die Buchwelt – von Indie & Self Pub

Auf ein Wort

Wir möchten vor dem Beginn unseres eigentlichen Beitrages ein paar wenige Worte sagen, da uns leider bewusst ist, dass diese gerne auch mal quer und somit ggf. missverstanden werden könnten! Es handelt sich hier an keiner Stelle um einen Angriff oder Kritik an Verlagen, sondern darum, ein bestimmtes Thema bzw. die Menschen dahinter in den Fokus zu rücken!

Denn egal ob Verlagsbücher, Mainstream oder gehypte Bücher – all das lesen wir ebenso gerne wie Ihr! Aber ebenso sind es auch die Bücher bestimmter Themen, die uns reizen und ganz klar auch die Menschen und ihre Bücher, um die es im folgenden Beitrag geht!

Wir wollen den Fokus des Bekannten auf Autor*innen und ihre Bücher richten, die einen harten Weg beschreiten und leider vorab schon mit einer Anzahl an Vorurteilen und Schubladendenken zu kämpfen haben. Manchmal gerechtfertigt, manchmal mehr aber völlig unbegründet!

Also lasst uns Schubladen öffnen und den Inhalt neu sortieren!

Was aber ist überhaupt „Indie“ und „Self Pub„?
Dies lässt sich ganz schnell erklären

Indie
Diese Abkürzung kommt von dem englischen Wort „Indepedent“ und steht für „unabhängig“. Ob Film, Musik oder Buch – etwas veröffentlichen, das neue oder gar eigenwillige Wege beschreitet. Etwas das nicht zwangsläufig für die breite Masse gedacht ist.

Self Pub [SP]
Bedeutet so viel wie Selbstpublikation. Die Autor*innen verlegen ihre Bücher selbst und auch wenn dies unabhängig von einem Verlag geschieht, schreibt man von: Selfpublishern, Selfpublishing, Self-publisher. (Eigentlich benutzt man in diesem Zusammenhang nicht das Wort Indie-Autor*innen.)

Bei dem „indiebookday“ ging es um unabhängige Verlage. Bei diesen Bücher bestellen oder in kleinen lokalen, unabhängigen Buchhandlungen an dem Tag kaufen, lesen und dazu posten. Es geht darum, den kleinen Verlagen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Verlage, hinter denen auch sehr viel Herzblut steckt und die sonst in der großen Masse untergehen. Eine tolle Aktion!

Was aber ist mit den Indie-bzw. Selfpublisher-Autor*innen? Wo bleiben sie dabei? Wir wollen diese wundervolle Aktion und den Gedanken dahinter überhaupt nicht kritisieren, aber wir fragen uns schon warum es nur um die Verlage geht. Natürlich sprechen wir von verlagsunabhängigen Autor*innen, aber Buch ist Buch, also ist doch ein „indiebookday“ für alle Unabhängigen da! Oder nicht?
So wirkt es zumindest, denn Buch scheint leider auch nicht gleich Buch zu sein! Vielmehr ist es ein Klassensystem.

Bringt der große Verlag ein Buch auf den Markt, dann hat eben dieser Verlag Mittel und auch genügend Follower dieses Buch zu bewerben. Es ist schon vor dem Erscheinungstermin in aller Munde, die Leser*innen platzen vor Neugierde. Die Marketingmaschinerie läuft auf Hochtouren. Buchtrailern, Plakate, Vorschauen – alles ist vorbereitet. Es sind schließlich genügend finanzielle Mittel vorhanden.
Die Leser*innen stürmen (oft am Erscheinungstermin) die Buchhandlung, denn wenn alle davon sprechen, muss es ja gut sein!?

Wenn Autorin X oder Autor Y ein neues Buch geschrieben hat, wird dieses natürlich von ihr/ihm beworben, gut unterstützt durch Verlag XY. Hier trifft sich die doppelte Menge an Follower und sie werden, durch die Kombination, ebenfalls mit Buchtrailern und den Posts des Autors/der Autorin neugierig gemacht. Und wen interessiert da schon der Inhalt, wenn das Buch aus der Feder von Autorin X oder Autor Y stammt? Es ist ja schließlich von IHR/IHM, da muss es ja gut sein!?

Wir überspitzen an dieser Stelle!
Oder?

Da haben es die Kleinverlage schon etwas schwerer. Sie gehen in der breiten Masse an Büchern und Neuerscheinungen der ersten zwei ‚Klassen‘ unter. Auch sie haben Möglichkeiten zu werben, ob Dank social media oder Buchtrailern, aber die Reichweite ist nicht so groß, wie bei den Größeren. Da braucht es schon weitaus mehr die Unterstützung der einzelnen Leser*innen!
Sie sind eben nicht in aller Munde, haben keine große Lobby hinter sich, sondern nur treue Anhänger unter der Leserschaft, die sich auch mal die Mühe machen ganz gezielt zu suchen.

Das Schlusslicht bilden, leider, die Selfpublish-Autor*innen. Das Debüt lassen wir mal bewusst außen vor, denn das ist ein harter Kampf neben den ersten drei genannten ‚Klassen‘! Sich einen Namen machen, das Buch drucken lassen, vermarkten und dann werben, werben, werben. Dies wird jedoch auch bei den folgenden Büchern nicht einfacher, denn sich einen Namen machen, innerhalb dieser Vielzahl an Neuerscheinungen, ist gefühlt fast unmöglich. Und so sind gerade diese Autor*innen auf uns Leser*innen angewiesen!

Kleine Verlage müssen und sollen unterstützt werden – keine Frage! Aber auch die Autor*innen die ihre Bücher selbst verlegen, brauchen Unterstützung. Gerade aufgrund ihres Rufs.
Unzählige Blogs werden mit Massenmails angeschrieben – nur mal so am Rande, machen Großverlage auch – da scheint sich aber nie jemand dran zu stören – aber zurück!
Natürlich wollen wir Blogger*innen persönlich angeschrieben werden, denn ein Rezensionsexemplar – man mag es kaum glauben – ist nicht nur Lesegenuss, es ist auch Arbeit. Schon unschön wenn eine Mail dann mit „Lieber Keja“ beginnt oder uns ein Buch angeboten wird, welches absolut nicht zu unserem Lesegeschmack passt. Und wenn dieses Buch dann geradezu nach Lektorat und Korrektorat schreit, dann möchte man es am liebsten in einem Papierberg an losen Seiten sehen. Man regt sich auf! Hier bei Twitter, da bei Instagram, dort bei Facebook – das macht die Runde! Und plötzlich ist Selfpublishing ein ganz böses Wort …

A B E R

Es gibt eben auch wundervolle Autor*innen unter den Selfpublishern!
Ihnen jedoch gewährt man nicht die Möglichkeit gelesen zu werden, aufgrund der oben genannten Punkte. Und wir können Euch sagen, da entgeht Euch was! Nicht nur der wundervolle eins zu eins Austausch mit ihnen, sondern auch einnehmende Geschichten. Bücher bei denen das Badewasser kalt wird, weil man sich so darin verliert! Macht Euch frei von Euren Vorurteilen! Lasst das Schubladendenken, dass stellenweise schon in Arroganz ausartet.

Denn es gibt sie!

Die Selfpub-Autor*innen die sich mit Eurem Leseinteresse, wenn vorhanden auch Eurem Blog, auseinandersetzen. Sie schreiben keine Massenmail sondern abgestimmt auf den einzelnen Leser/die einzelne Leserin. Versucht Euch an den Büchern von ihnen, egal welches Genre, denn auch dort könnt Ihr eine Vielfalt entdecken! Manchmal muss man halt suchen, aber direkt von vorneweg auszuschließen, dass man niemals, das Buch eines ‚SPlers‘ lesen wird, ist keines Buchmenschen würdig. Alle haben einmal ganz klein angefangen. Und macht Euch vor allem frei von dem Gedanken, das Selfpublisher nicht gut genug für einen Verlag wären! Dies mag für den ein oder die andere ein Ziel sein, aber viele entscheiden sich ganz bewusst dagegen, als Verlagsautor*in zu schreiben!

Wer ein wenig nach Büchern stöbern möchte, darf sich gerne bei unseren Rezensionen zu unabhängigen Autor*innen umschauen: Selfpublisher & ihre Bücher

Sollte es bereits einen Hashtag oder einen Tag in der Form wie #Indiebookday geben, dann immer her mit den Informationen! Wir wurden nicht fündig. Es gibt bspw. verschiedene Websites für SP-Autor*innen und den Selfpublisher-Preis. All dies ist aber eher leise, denn es bewegt sich in seinem kleinen Rahmen – es erreicht Leser*innen, welche bereits viel in diesem Bereich lesen. Wir wollen etwas Lautes! Wir wollen neue Leser*innen auf diese einnehmenden Geschichten aufmerksam machen!

Seid Ihr dabei?!

Ihr könnt Euch bis zum 30. April für bis zu 2 Antworten entscheiden. Aus dem letztendlich ausgewählten machen wir ein Beitragsbild, für alle die einen eigenen Beitrag verfassen möchte und für zukünftige Aktionen:

Die Qual der Hashtag-Wahl

Sollten sich bei der Umfrage zwei Hashtags herauskristallisieren und der #IndieAuthorDay dabei sein, dann dürfen sich jetzt gerne schon im Vorfeld Freiwillige melden! Wer hat Zeit, Lust, Kreativität und Talent einen Banner dafür zu kreieren? Wir sind darin leider nicht so gut.

Unsere Möglichkeiten als Bloggerinnen sind begrenzt, somit hoffen wir auf viele Leser*innen von Euch, die sich uns anschließen. Wir wollen nutzen was möglich ist und weitere Ideen hierzu, sind schon in der Entstehung! Vielleicht bleibt es in einem Kreis, vielleicht aber bringt es Eure Bücherregale durcheinander und erweitert das Schubladendenken. Vielleicht erreicht unser Anliegen Anklang bei Euch und öffnet somit neue Möglichkeiten!

Wir sind gespannt auf das was da kommen mag!

– Kerstin & Janna –

61 Kommentare

  1. Hallo Kerstin und Janna, eure Idee ist wunderbar. Ihr habt das Problem der selfpublisher auf den Punkt gebracht. Ich weiß sehr gut, von was ihr sprecht, denn ich habe im November selbst einen Thriller als selfpublisher auf den Markt gebracht. Das Überangebot ist enorm. 90000 Buchtitel werden jedes Jahr in Deutschland veröffentlicht. Ein Selfpublisher, auch noch Debütant, verschwindet da in der Masse. Es ist ein zäher Kampf, macht aber auch Spaß, wenn positive Feedbacks von den Lesern und von den Zuhörern einer Lesung kommen. Leider wird es immer deutlicher, dass nicht immer Qualität, sondern Beziehungen zu einem großen Verlag die Verkaufszahlen in die Höhe treiben. Wir alle kennen Beispiele von Spiegel-Bestsellern, bei denen man sich fragt, wie die zu Bestsellern werden konnten. Auf der anderen Seite habe ich schon Bücher von unbekannten Autoren gelesen, deren Texte die von einigen ‚Bestsellern‘ weit in den Schatten stellen. Die Unterstützung von Buchbloggern ist daher für selfpublisher enorm wichtig. Vielen Dank für eure Mühe.

    Liebe Grüße, Matthias
    Matthias-soeder.de

    1. Hallo Mattias!

      Zunächst vielen Dank! Da wir mit ein paar Selfpub-Autor*innen im Kontakt stehen und auch mit vielen Leser*innen, fiel uns dies immer mal wieder auf. Natürlich gibt es viele Bücher die leider gar nicht überzeugen (aus vielerlei Gründen) können aus diesem Bereich, aber dadurch wird es für die Autor*innen die wundervoll und einnehmend schreiben, umso schwerer, sich einen Weg zu bahnen. Dem wollen wir etwas entgegentreten und genau diesen Menschen und ihren Büchern bei uns, und hoffentlich vielen anderen Blogger*innen, einen Platz auf unserem Blog schaffen! Aus diesem Beitrag wird hier bei uns auch noch mehr entstehen, im Hintergrund sind wir schon am kreieren (=

      Hab einen feinen Wochenstart!

  2. Hallo Ihr Lieben,
    eine tolle Idee, aber ich bin tatsächlich ein wenig zurückhaltend, denn ich lese selbst zugegebenermaßen kaum Selfpublisher. Der Hauptgrund ist wohl, dass es hier wesentlich schwieriger ist, die „Perlen“ herauszufiltern und man bei den Verlagen (ob nun Groß oder Klein – wobei ich Kleinverlage bevorzuge) einfach ein wenig mehr auf der sicheren Seite ist. Klar, da gibt es auch mal eine Kröte zu schlucken, aber doch weniger als wenn man sich durch viele, viele Selfpublisher durchliest und dann eine Handvoll gute Bücher rausfiltert. Ich meine, die gibt es, da bin ich mir 100% sicher, aber letztendlich ist es schon eine Abwägung, ob man so viel Lesezeit reinstecken möchte, um diese zu finden. Das mag sich „faul“ anhören, hat aber einfach mit der Begrenzung meiner Lesezeit zu tun.
    Nichtsdestotrotz fällt mir immerhin ein Autor ein, der selbst veröffentlicht: Lawrence Block. Wobei man anmerken muss, dass der eine gestandene Größe im Krimigenre ist und seine Bücher „nur“ neu ohne Verlag auflegt.
    Trotzdem finde ich Eure Aktion sehr gut – und ich werde einfach mal in den nächsten Wochen, Monaten sehen, welche Blogs denn auch Selfpublisher lesen und mich erst da mal ranwagen, wenn mir eine Rezi zusagt, bevor ich mich planlos in den Dschungel werfe. Eure Seite gibt ja schon mal einen guten Startpunkt, in dem ich wildern kann. 🙂
    Viele Grüße,
    Christina

    1. Hey Christina ,
      wir freuen uns wenn wir dir ein paar gute Vorschläge machen können die dir dann auch zusagen. Es ist schwierig etwas passendes zu finden da die Flur der SP verlegten Bücher immens ist. Wir werden weiterhin suchen. Janna ist da ein super Spürhund 🙂
      Ganz liebe Grüße von uns beiden

    2. Liebe Christina, du hast recht und mir geht es genau so wie dir. Die Chance auf ein gutes Buch ist nun mal größer, wenn ich auf einen bekannten Autor zugreife, dessen Bücher mich schon überzeugt haben. Ich versuche mich immer wieder auch mit No-Names, aber oft lege ich das Buch schon nach 50 Seiten weg. Zwischendurch finde ich aber auch mal einen kleinen Leseschatz, der mich dann entlohnt. Allerdings ist es auch so, dass ich genauso oft Bücher von bekannten Autoren – die ich noch nicht gelesen hatte – enttäuscht zur Seite lege.
      Ich bin selbst Selfpublisher und es ist mir bewusst, dass es ein mühseliger und dorniger Weg ist, sich einen Namen zu machen. Es ist jedoch auch ein interessanter Weg und die positiven Feedbacks motivieren ungemein für weiteres Schreiben. Es ist das Schreiben an sich, was Freude bereitet. Damit ist die Schlacht schon gewonnen. Ein guter Verkauf ist natürlich das Sahnehäubchen für jeden Autor. So besteht vielleicht die Chance, die Auslagen für Lektorat, Druck und sonstige Kosten, die nicht unerheblich sind, zu kompensieren.
      Liebe Grüße, Matthias

      1. Lieber Matthias,
        meine Bewunderung für Deine positive Einstellung. Die ist genau richtig – denn nur so scheint mir der schwere Weg des Selfpublishing zu schaffen und zu überleben.
        Natürlich ist mir klar, dass das nächste Buch von dem mir bekannten Autor bzw. Autorinnen nicht auch ein Knüller sein könnte, trotzdem ist die Chance ein wenig höher als bei einem neuen Autoren – ob dieser nun bei einem Verlag rauskommt oder im Selfpublishing. Neue Autoren sind immer ein Risiko – man weiß nie, ob sie einem liegen.
        Liebe Grüße, Christina

Ein Blog lebt von der Interaktion, also immer her mit Euren Gedanken! Wir freuen uns über Eure Kommentare und den Austausch!

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