Rezension

„Baumgartner kann nicht vergessen“

Baumgartner kann nicht vergessenCover: © Haymon Verlag

Der laute und der leise Mann – ein toller Krimi

Franz Baumgartner gehört für mich zur Liga der stillen Helden. Ein starker Charakter mit einigen persönlichen Schwächen. Sehr gut dargestellt ohne dabei zu nerven.
Hinzu kommt die aktuelle Thematik um Flüchtlinge und Schlepper.

Aber erst einmal kurz zur Story: 

Ein Transporter mit grauenvollem Inhalt wird auf einem Schrottplatz gefunden. Für die Ermittler der Mordgruppe steht schnell fest das die Menschen darinnen einen furchtbaren Tod erlitten. Wie grausam sie wirklich starben stellt sich erst im Laufe der Ermittlungen raus. Franz Baumgartner, Leiter der Mordkommisson ist allerdings suspendiert. Er wird dringend gebraucht,  sein Gespür und Einfühlungsvermögen. Aber Franz ist zu sehr mit sich selbst und den Geistern seiner Vergangenheit beschäftigt. Könnte er Licht ins Dunkel bringen und weitere dieser fruchtbaren Taten verhindern?

Nach „Baumgartner und die Brandstifter“ hat mich der Autor Reinhard Kleindl mit „Baumgartner kann nicht vergessen“ wieder an ein Buch gefesselt. Sein Schreibstil ist so eingänglich und hat mich gerade durch die verschiedenen Perspektiven überzeugt.

Im Wechsel folgt man der kleinen Hani, ein Mädchen das mit seiner Mutter nur ein sicheres zu Hause möchte und dabei in tödliche Gefahr gerät. Ihre Art zu erzählen, das kindlich-naive ist mit den Schilderungen um die Menschen in ihrem Umfeld absolut gelungen.Der laute Mann ist mir dabei besonders aufgefallen. Wie schnell Menschen aus ihren Rollen fallen wurde auf eine eindringliche und  erschreckende Art und Weise geschildert.
Auch Franz Baumgartner kommt wieder zum Zuge. Gewohnt sich Zeit lassend, erscheint er mit seiner nachdenklichen und schwermütigen Art. Franz sucht, wie schon im Vorgängerband und hier nun bekommt man als Leser endlich den Einblick. Was zieht Franz dermaßen herunter, was lässt ihn keine Ruhe, warum nur kann er nicht vergessen?
All der Nebel lichtet sich im Laufe des Buches und bringt eine Geschichte aus der Vergangenheit zu Tage die Baumgartner so gerne vergessen wollte aber nicht konnte. Er lag mal wieder genau richtig. Der Gefühlsmensch, mein persönlicher österreichischer Wallander, der Grübler und Denker. Einer der sich selbst auch mal hängen lässt um letztendlich doch wieder auf die Beine zu kommen. Ein Stehauf- Männchen das vieles umhaut aber eben nicht alles.
In diesem Band kommen so manche Bekannte aus dem Vorgängerband vor und auch eine Reporterin daraus spielt eine Rolle. Viel Potential, sehr gut umgesetzt mit der Chance auf hoffentlich einen weiteren Band.
Diese Geschichte lässt sich durchaus unabhänging vom Vorgängerband lesen, aber wer Franz wirklich kennen lernen möchte sollte sich der Reihe nach einlesen. Es lohnt sich allemal, schon wegen dem Menschen Baumgartner, ein leiser Mann der aber auch  so richtig laut kann und bei seinen alten wie neuen KollegInnen Eindruck schindet auch wenn ihn nicht jeder mag. In diesem Band gefiel mir der Neuling Kevin richtig gut.
Gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen für diesen rundum gelungenen Krimi, der in Sachen Thematik ebenso überzeugt wie in der Darstellung der verschiedenen Charaktere.
5 von 5 Sternen
Buchdetails
Titel: Baumgartner kann nicht vergessen
Erscheinungsdatum: 01.07.2016
AutorIn: Reinhard Kleindl
Verlag: Haymon Verlag
288 Seiten
         Kosten
Paperback: 12,95 €
E-Book: 9,99 €
ISBN: 978-3709978528

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