„Asche und alter Zorn“ von Haller | Kasin

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„Ich bin der, der in der anderen, der grauenhaften Welt, vor der die Menschen allzu gerne ihre Augen verschließen, den Müll beseitigt.“ (Erik Donner – Buch Seite 27)

Erik Donner ist einer der Protagonisten, die mir im Laufe der Bücher ans Herz gewachsen ist. Das ‚Monster‘ mit dem großen Herzen. Der auf’s Abstellgleis abgeschobene Topermittler mit so tragischer Lebensgeschichte. Der Mann mit den viele Narben, sichtbaren und unsichtbaren. Ein schnell aufbrausender und gerne mal provozierender Mann, der durchaus Empathiefähig ist. Ein Bauchmensch und stiller Beobachter und ein Mensch der Wert auf Moral und Tugend legt, auch wenn er selbst mal daneben liegt.

Aber erst einmal kurz zur Geschichte:
Ein Kinofilm liefert einem Killer wohl die Vorlage für einen grausamen Mord. Verblüffend ähnlich sind Ort und Tatgeschehen. Annegret Kolka ist mit einer der Ermittler und seit einiger Zeit mit Erik Donner liiert, der in der Erstkontaktstelle langsam aber sicher am durchdrehen ist. Deshalb ist es nur eine Frage der Zeit bis er mitermittelt, er kann es einfach nicht bleiben lassen. Hinzu kommt dass sein Vater irgendwie involviert ist und Anne plötzlich mit dem Auftauchen ihres gestörten Ex Gerry konfrontiert wird. Es bleibt nicht bei einem Mord und der Killer bedient sich munter weiter an diesem Kinofilm, fast, denn da ist noch etwas im Argen.

Wie heißt es immer so schön, man kann einem Menschen nur vor den Kopf  schauen. Bei Erik Donner bekommt man auf den ersten Blick einen Schreck, auf den zweiten einen Schock und nur wer ganz genau hinsieht entdeckt diesen verletzten und verletzlichen Menschen. In dieser Geschichte wird viel über und von Donner erzählt. Seine Gespräche mit der Psychologin, damals kurz nach seiner Genesung und heute, da es davon abhängt ob er wieder in den aktiven Dienst darf, haben viel preisgegeben. Ein Highlight für mich immer wieder die Selbstgespräche nach Donnersche Manier – oft genug tiefsinnig wie humorvoll.

Auch kommt endlich mal die Liebe nicht zu kurz, was im letzten Band schon ein kleines feines Etwas war, hat sich nun richtig entwickelt, kann man nur hoffen dass da nichts und niemand dazwischen funkt. Denn Donner zieht das Unglück fast schon magisch an – wie die Fliegen. Diese Fliegen-Gespräche haben was und irgendwie erwische ich mich immer wieder dabei, dieses Getier schon seit dem ersten Donner-Band, mit anderen Augen zu sehen.

Die Mordfälle sind grausam, in den Schilderungen schon detailliert, aber der Autor übertreibt es nicht. In dieser Geschichte ist es dieses ‚Ich weiß wer der Täter ist‘ und ‚Mist, ich weiß doch nicht wer der Täter ist‘. Ein cleveres Verstecken und Preisgeben von Motiv und Täter. Es kommt wie es bei Donner so ist, immer anders als man denkt. Während sich die einen fürchten, genießen es die anderen. 

Angenehm sind die vielen Kapitel, in denen man den einzelnen Protagonisten folgt. Genau richtig von der Länge oder auch der Kürze. Cliffhänger die für Spannung sorgen und diese ganz alte integrierte Geschichte, die mir besonders gut gefiel.

Die einzelnen Bände lassen sich durchaus ohne Vorkenntnisse der Vorgängerbände lesen. Aber wer Donner richtig kennenlernen will, sollte bei Band 1 anfangen, auch um ihn ein bisschen besser zu verstehen. 

„Für manche Dinge im Leben braucht es vor allem eins, Zeit.“ (Buch Seite  323)
Die soll und darf der Autor Elias Haller sich nehmen, um vielleicht irgendwann einmal Erik Donner zum 5. Mal aus der Erstkontaktstelle zu befreien. Um diesen liebenswerten ‚Irren‘ wieder auf Mörderjagd zu schicken und das Monster in ihm freien Lauf zu lassen. Geduld ist wenn man warten kann und auf Donner werde ich warten – definitiv.


[Bewertungssystem]

    Buchdetails
CovergestaltungAndrea Gunschera
Titel: Asche und alter Zorn
Buchreihe: Hauptkommissar Erik Donner || 4. Band
AutorIn: Elias Haller
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
344 Seiten
ISBN: 978-1535561976
Erscheinungsdatum: 01.08.2016
          Kosten
Paperback: 9,99 €
E-Book: 3,99 €

4 Kommentare

  1. Servus liebe Kerstin,
    hm das klingt aller sehr interessant! Ich habe leider bis dato noch nix von Erik Donner gehört aber er klingt nach einem vielschichtigen und abwechslungsreichen Protagonisten! Ich glaub ich muss mal gucken, ob ich mir den ersten Band als eBook über Weihnachten runterlade.
    Kennst Du von Hjorth und Rosenfeldt die Reihe um Sebastian Bergmann? Klingt ein bisschen danach – und hat mir super gefallen …
    Danke für den Tipp!
    Liebe Grüße & einen schönen 3. Advent
    Kati

    1. Hallo liebe Kati,
      von Hjorth und Rosenfeldt habe ich die ersten 3 Bände gelesen und Nummer 4 liegt hier – die fand ich auch super.
      Donner kommt schon in Bergmanns Richtung – der Vergleich passt echt gut 🙂
      Wünsche Dir auch einen schönen 3. Advent, liebe Grüße
      Kasin

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