Rezension

„Amokspiel“

Aktuelle Ausgabe: 09.01.2016
AutorIn: Sebastian Fitzek
Verlag : Eder & Bach
ISBN: 978-3945386378
Flexibler Einband: 432 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 6,66 €
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Erstausgabe: 01.01.2007 * Gebundene Ausgabe *
428 Seiten

 


5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von crumb
09.06.2016

So muss ein (Psycho)Thriller sein!

Ein Verwirrspiel des Extraklasse!
Bereits der Prolog ist rätselhaft und hinterlässt viele Fragen.
Doch zunächst lernt der Leser Ira Samin kennen, bei dem Versuch Selbstmord zu begehen, doch dazu soll es nicht kommen. Sie wird zu einem Einsatz gerufen – jemand hat eine Radiostation verbarrikadiert, das Amokspiel beginnt!

Und „Spiel“ ist hier wörtlich zu nehmen – eine Parole wird bei jedem angenommen Anruf verlangt, wenn diese nicht genannt wird stirbt eine Geisel. 
Ira Samin soll die Verhandlungen mit dem Amokläufer führen, doch es entsteht ein Gespräch von psychologischer Raffinesse, beide Seiten – Amokläufer & Psychologin – müssen mit offenen Karten spielen, um das jeweilige Vertrauen zu erhalten und dies live! Eine schwere Prüfung für Ira – sie ist Alkoholikerin, ihre ältere Tochter hat eine düstere Vergangenheit & Selbstmord begangen und zu ihrer Jüngsten hat sie keinen Kontakt mehr. Und was der Amokläufer erzählt klingt für keinen vernünftigen Menschen vollziehbar.
Die ungünstigsten Voraussetzungen für solch ein Gespräch!

Nach und nach entstehen Verknüpfungen in der Geschichte & dennoch bleiben mehr Fragen als Antworten. Bis zum Ende ist nichts eindeutig! Fitzek legt eine falsche Fährte nach der Anderen – immer wieder fragte ich mich wer Freund und wer Feind ist. Je weiter ich las, desto verwirrter war ich! Nach bereits 100 Seiten wurden Situationen geschildert, welche sich zu einer vagen Vermutung entwickelten, um dann von anderen Geschehnissen wieder abgelenkt zu werden und erst viel später wieder aufgegriffen wurden – ich musste einfach immer wieder zum Buch greifen … und aufpassen das ich die Nacht nicht zum Tag mache!

Am Ende entstehen viele Ereignisse die den Leser etwas überrollen, doch zum Gesamtbuch passt es sehr gut.
Stück für Stück entsteht ein Gesamtbild, doch das ganze Ausmaß, verschiedene Beweggründe und involvierte Machenschaften werden erst am Ende deutlich.

Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch: psychologisch, verwirrend & besonders gut gefielen mir die kleinen Andeutungen, ohne dem Leser den Ausgang zu verraten: Es werden Situationen beschrieben, woraufhin der Vermerk kommt, das dies „später als Tragödie im Polizeibericht festgehalten(…).

Bevor ich noch anfange zu Spoilern & das passiert mir, wenn ich weiter schwärme: Ich kann diesen Thriller nur empfehlen!

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