Rezension

„Acht Wochen verrückt“

8 wochen verrückt
Aktuelle Ausgabe: 16.07.2012
AutorIn: Eva Lohmann
Verlag : Piper
ISBN: 978-3492274685
Flexibler Einband: 224 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 8,99 €
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Erstausgabe: 23.02.2011 * Gebundene Ausgabe *
208 Seiten


5 von 5 Sternen ~ Rezensiert von crumb
21.01.2016

Oder „8 Wochen Ferienlager“

Sehr humorvoll, aber nicht lächerlich.
Ernsthaft, aber nicht dramatisch.
Mit Anspruch, aber auf leichte Art & Weise.

Die Autorin Eva Lohmann hat in ihrem autobiographischem Roman ihre Eindrücke & Erlebnisse innerhalb einer solchen Klinik nieder geschrieben. Dies ist ihr sehr gelungen, der Leser schließt mit der Protagonisten Mila Freundschaften, teilt Ängste, leidet mit – der Leser wird auf ganz leichte Weise in die Geschichte gezogen.

S. 11 „Mir ging es auch gar nicht schlecht, fand ich. Mir ging es irgendwie überhaupt nicht mehr.“
Dies war der Punkt in Milas Leben, indem sie Hilfe brauchte. Der Arzt diagnostizierte eine Depression & ließ sie einweisen.

Da der Leser Mila ausschließlich in der Klinik begleitet, erhält man nur kleine Erinnerungsmomente. Diese reichen jedoch völlig aus, um zu verstehen, wie sich die Depression entwickelt hat.
Ohne dabei lächerlich zu wirken oder die Thematik bzw. Betroffenen so hinzustellen, entsteht ihr eine wundervolle Situationskomik.
S. 159 „Mein Therapeut, der Sklaventreiber.“

Ebenso sind auch die Erkrankungen von Milas neu gewonnen Freunden oder ihre Lebensprobleme ein Thema in dem Buch, jedoch ebenso in kleinen Ausschnitten.
Und eben dies macht dieses Geschichte aus, Tages- & Momentausschnitte. Der Leser wird nicht überladen, sondern begleitet Stück für Stück Milas Entwicklung und Gedanken innerhalb dieser acht Wochen. Die Auseinandersetzung mit den Problemen & Ursachen, in kleinen Anfängen. Der erste Schritt zu sich selbst zurück zu finden.
Auf leichte Art werde ich als Leser auf diese Reise mitgenommen.

Ich kann es nicht schöner & treffender ausdrücken:
„Leichte Lektüre über schweren Stoff: Achtsamkeit mit sich selbst zu lernen.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung
„Anrührend ehrlich, ohne Selbstmitleid und ohne Belehrung.“ Norddeutscher Rundfunk

Und Ende fragt man sich wirklich Wie verrückt muss man sein, um in dieser Welt nicht verrückt zu werden?“ S. 131

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