„900 Meilen“ von S. Johnathan Davis |Kerstin|


Wer zurück bleibt verliert!

Zitat aus dem Buch:

Jeder unserer Pläne würde Scheiße sein, aber andererseits waren die Umstände es auch.

Dieses Buch ist nichts für Angsthasen.
Und dieses Buch ist nichts für Leser*innen, die über genügend Fantasie verfügen, um ihr Kopfkino in vollen Touren laufen zu lassen.
Dieses Buch ist auch nicht für solche, die (besonders im Dunkeln) hinter jeder Hecke und jedem Strauch ein Monster erwarten. Alles in allem – dieses Buch ist eigentlich überhaupt gar nichts für mich – denn: es geht um Zombies!!!

Der Einstieg ins Buch ist so rasant. Eben noch in einer Konferenz und Minuten später im Überlebenskampf. Der Autor verzichtet auf Langatmigkeit. Ehe man sich versieht, sind die Menschen Zombies und vor denen muss man sich in Sicherheit bringen. So ergeht es John, Geschäftsmann und werdender Vater. Sein Problem (neben den Zombies), seine Frau ist 900 Meilen weit entfernt und zu ihr möchte er. Nun heißt es sich den Weg frei machen, vollkommen egal wie. Was in einer Millionenstadt wie New York gar nicht so einfach ist.

Habe ich schon erwähnt, dass ich keine Zombies mag?
Filme? NO – keinen einzigen habe ich mir angesehen und so wird es auch bleiben!
Bücher? Seltsamerweise kann ich das (v)ertragen. Vermutlich weil die Bücher schweigen und es keinerlei Geräusche und vor allem keine gruselige Musik gibt. Ich mache mir meinen eigenen kleinen Film im Kopf und ich kann sagen, dass Buch ist Aktion, Horror, Splatter und Komödie in einem.

John ist zum Glück nicht alleine. In diesem Kampf heißt es schnell sein und so hat Kyle auch kennengelernt, schnell und ohne viele Worte. Ein tolles Team, das sich gegenseitig Rückendeckung gibt und gemeinsam einen sehr langen Weg vor sich hat.
Wie das so ist, die Menschen entwickeln in besonderen Situationen besondere Fähigkeiten. Manche lassen alle Hemmungen fallen und andere springen mit scheinbarer Begeisterung in die Opferrolle. Gerade bei Endzeit-Geschichten fasziniert es mich immer wieder, wie schnell es diesen „Rollentausch“ gibt. Aus Topmanagern werden Heulsusen und Mütter werden zu Amazonen, wenn es um ihre Kinder geht.
So gibt es auch in dieser Geschichte eine Menge an Charakteren, denen ich eigentlich jeden Charakter absprechen müsste und ich mich frage, wer denn nun das Monster ist – der Mensch oder der Zombie.

Das Buch liest sich einfach irre schnell, man fiebert mit und hält für die Protas die Augen auf. Schließlich könnte hinter jeder Ecke, jedem Busch, jeder Türe etwas lauern, dem man nicht begegnen möchte. Bei vielen Szenen, hat es mir trotz der grusligen Stimmung, immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht getrieben. Denn zumindest John hat sich den ein oder anderen Zombiefilm angesehen und wusste so, was zu tun ist. Also, das mit dem Kopf zum Beispiel – hey, dass weiß sogar ich!

„900 Meilen“ ist wie gesagt schnell, unkompliziert und spannend. Der Weg Johns und seiner Begleiter ist geebnet von allerlei Toten und Untoten. Man sollte sich nicht unbedingt sofort an alle neu hinzukommenden Charaktere gewöhnen, es gibt genügend die (umständehalber) nicht lange genug dabei sind. Man kann sich denken warum. Es ist blutig und es ist nervenzehrend. Die Beschreibungen sind schon sehr authentisch dargestellt – sofern es Authentizität bei Endzeit-Romanen gibt. So manches Klischee wird mit Sicherheit bedient und der Zufall hilft allen immer wieder auf die Sprünge. Alteingesessene Zombiefans werden nicht überrascht sein, bei der ein oder anderen Wendung – aber mich hat es doch sehr gut unterhalten.

Jetzt fragt man sich vielleicht – warum liest sie dieses Buch, wenn sie keine Zombies mag? Ganz einfach, eine kleine aber feine Truppe hat gemeinsam gelesen und so war ich eben mit von der Partie. Jetzt weiß ich auch was im Ernstfall zu tun ist – schreien und weglaufen – denn wer zurückbleibt verliert 😉

Ob ich den 2. Band je lesen werde? Wenn dann mit Sicherheit wieder das E-Book – dort gibt es nämlich keine Bilder wie im Print. Denn auf die kann ich absolut verzichten.
Klare Leseempfehlung für alle die sich mal diesem Genre annähern oder ihr Wissen bezüglich dem Umgang mit Zombies erweitern möchten.

Rezension verfasst von © Kerstin
★★★★☆

1 Buch – 2 Meinungen | Jannas Rezension

| #KeJaLiest – Lesermeinungen |
Life for Books (Christin)

Buchdetails
Titel: 900 Meilen
Buchreihe: 1. Band 
AutorIn: S. Jonathan Davis
Übersetzt aus dem Amerikanischen: Katrin Fahnert
Verlag: Luzifer
ISBN: 978-3-943408-24-9 [Paperback]
       900 – Reihe
Band 1 ~ „900 Meilen“
Band 2 ~ „900 Minuten“

11 Kommentare

  1. Ich habe dieses Jahr Band 2 gelesen – es ist wieder rasant und spannend – der erste war besser – aber hier hat John eine neue Motivation zu kämpfen. 🙂

          1. Da bin ich gespannt was Du dazu meinst. Ich wünsche Dir viel Spass und dass Du genauso die Daumen drückst, dass alles gut ausgeht. ;-):-)
            Liebe Grüsse

  2. Hey,
    eigentlich lese ich auch selten Geschichten, in denen Zombies mitspielen aber deine Rezi hat mich voll und ganz überzeugt.
    Da ich aber auch auf Jannas Meinung gespannt bin, schau ich mir die auch noch an.
    Auf die Wunschliste kommt es aber schon vorher. 🙂
    So oder so klingt es überzeugend!
    Liebe Grüße
    Ela

    1. Hey Ela
      ich fürchte nach Jannas Rezi willst du es auch lesen 🙂 schließlich ist sie von uns beiden die Zombieexpertin.
      Wünsche dir schon mal gruselgrausige Unterhaltung und noch einen schönen Restsonntag
      Liebe Grüße
      Kerstin

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