Rezension

„Die Flut“ von Arno Strobel [Janna]

DIE ~ FLUT

 

Erscheinungsdatum: 21.01.2016
AutorIn: Arno Strobel
Verlag : FISCHER Taschenbuch
ISBN: 978-3596198351
Flexibler Einband: 368 Seiten
Sprache: Deutsch
Kosten: 9,99 €

 


4 von 5 Sternen ~ Rezensiert von Janna
16.02.2016

Mein erster Strobel …

… und ich wurde nicht enttäuscht! Natürlich erwartet der Leser unter der Einteilung „Psychothriller“, doch (etwas) mehr als in dem Buch drin steckt! Ich hätte mir mehr Einblicke in die Psyche gewünscht, mehr Hintergrundwissen, tiefgründiger.
Und doch hat es Arno Strobel geschafft, mich in den Bann seines Buches zu ziehen!

Der Prolog ist sehr viel versprechend. Eine Familie deren Sohn an der Tochter verschiedene Experimente durchführt, aus Neugierde wie jemand aussieht, der Todesangst empfindet.
Jahre später taucht auf Amrum die erste Leiche auf. Eine Frau vergraben im Sand, zu sehen ist einzig ihr Kopf, ertrunken durch die Flut. Ein Mann, ihr Freund, festgebunden an einem Pfahl, war gezwungen dabei zu zusehen. Im Hintergrund, beobachtend, ein Psychopath, der sich durch seine Opfer Antworten erhofft, die Polizei zu seinen Marionetten macht und sich dennoch nicht genügen herausgefordert fühlt, vielmehr noch, sich langweilt.

In kurzen Kapiteln (Abschnitten) begleitet der Leser die Geschehnisse auf der Insel mit, die Ermittlungen, ebenso wie die Gedanken des Psychopathen.
Und eben von diesem hätte ich mir mehr gewünscht! Das die Ermittlungen ebenso begleitet werden, wie die Urlauber & das Leben nach dem Mord, sind wichtig für die Entwicklung der Geschichte, aber eben auch die Gedankengänge des unbekannten Täters – davon gab es für meinen Geschmack leider etwas zu wenig.

Mit keinem der Charaktere sympathisiert der Leser, gerade dies fand ich interessant zu lesen!
Zwei sich fast unbekannte Pärchen verbringen einen gemeinsamen Urlaub auf Amrum. Julia beinhaltet mehr Naivität als ein Mensch vertragen kann & ihr Freund lässt sich von seinem Umfeld zu lange zu viel gefallen. Martina die vor Zynismus nur so sprüht, mit einem Mann verheiratet, welcher nur Augen für Julia hat.
Ihr Nachbar Herr Feldmann wirkt auf den Leser eben so dubios wie der nicht mehr praktizierende Psychologe.
Zu guter Letzt ein ungleiches Ermittlungsduo, wobei der eine zu impulsiv handelt, schweigt der andere zu viel. Unterstützt werden sie unfreiwillig von einem seit langer Zeit krankgeschriebenen Polizisten, was ihn jedoch nicht davon abhält mit zu ermitteln.
All die ungleichen & unscheinbar bis unsympathischen, dubiosen Charaktere machen die Geschichte aber gerade interessant, der Leser erfährt nur so viel, das alle irgendwie verdächtig wirken. Arno Strobel ist es hervorragend gelungen den Leser vom wahren Täter abzulenken!

Am Ende denkt der Leser noch: „Doch so offensichtlich!?“, freut sich ein wenig auf der richtigen Spur sein & ist zeitgleich enttäuscht das es so einfach war – und innerhalb weniger Seiten wendet sich all dies nochmals, um besonders im letzten Abschnitt die Intelligenz, die Überlegenheit des Psychopathen darzustellen.
Auch wenn mich etwas an der vermeintlichen Überführung gestört hat, so war ich im ganzen doch sehr überrascht vom Ende!

Für mich eine gelungene  Erzählung, welcher es leider an etwas psychologischem Tiefgang fehlt!

1 Buch – 2 Meinungen | Kerstins Rezension zu dem Buch

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